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Der Orient · 1850-12-07 · 49 (7.12.1850) · p. Spalte 769-770

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
49 (7.12.1850)
Date
1850-12-07
Page
Spalte 769-770 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte «nd Literatur. JW 49. Leipzig, den 7. Dccembcr 185«. Sn t)alt. Äritifcn. Kurze Uebersichten. Vokabularium zum Pentateuch, von Dr. Wiener, beurth. von Dr. PH. (Ahrenberg. — Ueber das apokryphische Buch Esra. Von Dr. Treuen fel s in Weikburg. (Forts.) — Die Familie Farchi rc. von §. Lebrecht. — Literatur- und kulturhistorische Miscellen von Dukes. Ueber eine poet. Schrift Wikkuach Ha-Jasin rc. Epigramm. — Kritische Aporismen von Dr. Carmoly. Mose Takkau. Ein bibl. Fragm. v. Ah. b. Abr. b. Sam. Schlettftädt. — Ankündigungen. Kurze Uebersichten. ZI) rniFin ^1^» Wörterbuch znm Pentateuch . . . . bearbeitet von Dr. M. Wiener. Erstes Heft, rwN-Q IDO. Hannover, 1850, 6. Helwingsche Hofbuchh? Jede Schule hat bekanntlich ihre individuelle Physiognomie, aus der sich ganz eigenthümtiche Bedürfnisse stets entwickeln. Daraus entspringt zugleich die Neigung der Lehrer, für ihre Schüler besondere Lehrbücher zu schreiben, und das Publikum muß nicht selten dieser Neigung Opfer bringen. Wenigstens trägt unsere Schulliteratur die deutlichsten Spuren jener engen Anschauung, und die jüdischen Schriftsteller entgehen vorzugsweise nicht dem Vorwürfe, oft mehr durch den Zufall und durch die Unkenntniß der Literatur sich bei ihren Produkten leiten zu ,lassen, als durch die Ueberzeugung von der praktischen Nothwendigkeit oder durch wirklich neue Gedanken. Bald wird ein Präparationsheft gedruckt, bald ein specisisch christliches Schulbuch ohne Umstände in ein specisisch jüdisches umgewandelt, bald eine längst beseitigte Methode in neuem Gewände ans Licht gebracht. Freudig erkenne ich das frische Streben an, das in so vielen Lehrern sich kund thut und auch in einzelnen trefflichen Schulbüchern seinen Ausdruck gefunden hat; aber das vereinzelte Gute sollte zur Nachahmung innerhalb der eignen Wirksamkeit, nicht zur Nachahmung der Schriflstcllerei antreiben. 1) Der Freundlichkeit des Hrn. Verf.'s, der mir bereits vor einem Jahre das obige Heft zugesandt hat, glaube ich jetzt/ nicht besser entsprechen zu können , als indem ich mit herzlichem Danke und kollegiaUschem Gruße, hier öffentlich meine Ansicht darlege, obgleich der „Orient" schon früher einmal des Schriftchens lobend gedacht hat. Was ich hier im Allgemeinen ausgesprochen habe, findet nur insofern auf das vorliegende Buch Anwendung, als dasselbe nach der Erklärung des Hrn. Verf.'s gleichfalls aus dem Wunsche hervorgegangen ist, seinen Schülern „ein Hilfsbuch in dir Hände zu geben, mittelst dessen sie sich auf die Lektionen i-y Pentateuch gehörig vorbereiten, in der Schule allesammt eine gleichmäßige Beschäftigung finden, das hier Erlernte dann im Hause wiederholen" .... und durch welches „die wenigen Ständen, auf welche bei den sich immer steigernden Ansprüchen an die Jugend der Unterricht im Hebräischen beschränkt werden muß, so ertragreich als möglich" werden sollen. Die für seine Schule zunächst eingerichtete Arbeit hofft aber der Vers. auch „über die Grenzen seiner Wirksamkeit hinaus" angewandt zu sehen, da sich das Bedürfniß in weitern Kreisen fühlbar gemacht habe; — und dies auf Bewußtsein gegründete Streben hat Ref. vor Allem anzuerkennen. Niemand wird es leugnen, daß der hebr. Unterricht in unfern heutigen jüdischen Schulen noch au denselben Mängeln leide, zu deren Abhilfe ich bereits im Jahre 18392 3 auf eine praktisch bewährte rationale Methode des Unterrichts aufmerksam gemacht habe. Ja das Uebel ist seitdem gewachsen, weil das dem Hebr. für unsere Jugend zugemessene Zeitquanlum so gering geworden ist, daß die Methode doppelte Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und das ersetzen muß, was ehemals durch die Zeit erreicht ward. Hr. Dr» W. glaubt nun, durch die individuelle Noth gedrängt, dadurch am besten zu seinem Ziele zu gelangen, daß er nach der 2) Möchten die im Grunde nichtssagenden oder überflüssigen hebräischen Titel vor deutschen Büchern endlich verschwinden! 3) AUg. Zeit, des Judenth. homil. Beibl. Nr. 14. 49

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