Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1850)
- Date
- 1850-11-23
- Page
- Seite 188 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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188 gleich bewaffnet einzuffnden, und die weiteren diesseitigen Verordnungen zu vollziehen. Pxeßburg, den 24. April 1848. Der Magistrat." Von dem damaligen ungarischen Ministerium wurde öin Kommissär nach Preßburg zur Untersuchung der traurigen Borfälle entsendet. Trotzdem daß die Untersuchung mit auffallender Parteilichkeit geführt wurde, ist doch kein Resultat bekannt worden. Es ist leicht zu erachten, mit welcher Sehnsucht^ die Beraubten, und besonders die Vorsteher der Stiftungsanstatten, der Zeit entgegensahm, in der wieder Gerechtigkeit im Lande eiugeführt werden sollte. Se. Durchl. der Fürst Windischgrätz ordnete nach seinem Einzuge in Preßburg neuerdings eine Untersuchung an, die aber in Folge der kriegerischen Wirren nicht zu Ende geführt wurde. Der Schulvorstand hat sich in neuer Zeit an das Ministerium gewendet, und sieht mit gespannter Erwartung einem endlichen Bescheid entgegen; denn das Gebäude steht noch stets verwüstet, und gegen 400 Bewahrlinge und Schulkinder beiderlei Geschlechts haben kein sicheres Haus, aus dem sie ihre körperliche Pflege und ihre geistige Nahrung holen könnten. So steht die Sache, lieber das jüngst von dem hiesigen Gemeinderath an den Chef deS Stiftungsgebändes gerichtete Schreiben habe ich neulich berichtet. Die Antwort ist bereits herabgelangt; ehe ich jedoch darüber refcrire, will ich in Erfahrung bringen, was der Erfolg sein wird. (W. Bl.) Personalchronik und Miscellen. Wien. Die jüdische Bevölkerung hier betragt nachdem letzten Konskriptions- Ausweis vom Jahre 1849 die Summe von 10,670 Seelen. ' * « ♦ S ach se n. Wenn gleich die Grundrechte aufgehoben sind und die ausgesprochene Gleichstellung der hierländischen Israeliten sonnt jene Stütze der Frankfurter Nationalversammlung verloren hat, so hat die Regierung dadurch dieses. Prinzip zu festigen gesucht, daß sie die Gleichstellung als/ Grundsatz in die revidirte Verfassung eingeschoben. Hier scheint also dieser Sieg bei allen Wechselfällen der deutschen Frage festzustehm. Wie es jetzt in Meklenburg, inWürtem-. berg, in Kassel sich noch gestalten wird, muß man abwarten. , * * * W ien. Theodor Mannheimer, ein Jurist, ist als Praktikant Leim Kriminalgericht emgetreten und hat bereits den Eid abgelegt. — In den Gemeinde-Verband werden doch pon Zeit zu Zeit neue israel. Mitglieder ausgenommen, ob» Rttlag von C. 8; Fritzsche« III' gleich' das Gemeindegesetz, indem es die Gemeinden mehr aisW sonstautonom gemacht, der Intoleranz rwd dem JudendajsiM einen großen Vorschub geleistet. In die Handelskammer |t werden wahrscheinlich auch einige Israeliten hineinkommen. W * * - * ll " || B er l i n. Der hiesige Gemeinde-Vorstand, der rücksichls- M los und eigenmächtig Institute geschloffen und die Lehrer wit»^ beispielloser Dreistigkeit entlaffen, ist nun endlich zur Freur>r der Gerechtigkeit von dem Ministerium kafsirt. Bei aller IL Langsamkeit des preußischen Ministeriums konnte man bo^ IfS erwarten,. daß es diesem Treiben nicht lange-zusehen werdr. §! Es wird nun ein neuer Vorstand gewählt und da kein neuer Wahlwodus vorliegt und die Orthodoxen auch einen überwie- Dutzenden Einfluß der.'Reform- Gemeinde fürchten, so bestehen IN sie auf den lächerlichen Wahlmodus von 1750.-— Dr. Skljz l'l Cassel ist-Mitredakteur der deutschen Reform geworden. «4 Berlin. Den diesjährigen Mich ael - B'eer'schn I Stiftungspreis von 500 Thalern erhielt der jüdische Malct I -1 Mey er Isaak Michael aus Hamburg, Neffe des dr- I rühmten Bibliophilen Heim an Josef Michael, aufdchn I Kosten er in Dresden sich ausbildere. Das Bild, wofür cr | den Preis erhaltenstellt vor: Hagar mit ihrem verschmach- I tenden Sohne in der Wüste. Der Künstler lebt jetzt in Pc- I . ris und geht später Mach Italien. I 1 Lemberg. An der hiesigen Hochschule sind zwei'jüdl- « sche Dvcenten, beide lesen über semitische Sprachen. Der I' Eine heißt E. Blücher, der sich durch eine hebt. Uebu:; I sctzung des Fürst'schen Lehrgebäudes bekanat gemacht — nicht I durch eine syrische Grammatik oder durch sämaritanische Slu- I dien, wie die W. Bl. berichten, da er von diesen Sachen noch U nie Proben gegeben -— der andere ist Dr. Igel, der unter L Luzzarto eine gute Schule durchgemacht. — Der hiesige tzan- L desadvokat Dr. Blumenfeld, unser Glaubensgenosse, hat 1 das Verdienstkreuz mit der Krone des Franz^-Josefs-Ordens « erhalten, bei welcher Gelegenheit er auch zur Tafel res « Statthalters gezogen wurde. ' ' I; B a j a sin Ungarn) Die israel. Lehranstalt hier, welche « Dr. L e w b e r g e r als Direktor vorsteht, ist so in Aufnahme, daß auch die Christen ihre' Kinder hinschrüen. Brünn. Die Hrn.'S. Kern und Em. Drucker wurden von der Kreisregierung als Vertrauensmänner gewählt, um bei der Reparation der Einkommensteuer behilflich zu sein. Den'28. Oktbr. war in unsirem Bethause feierlicher Gottesdienst zur Inauguration der Gemeinderarhswahlen. Die Nationalgarde wohnte der Andacht bei; Hr. M. Stößel hielt die Rede über die Bedeutrmg des Tages. — Der Großhändler Hr. Kafka wurde als Bürger beeidet, was hier von Bedeutung ist. Druck von I. H. N ag e l.