Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1850)
- Date
- 1850-11-16
- Page
- Seite 184 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Istanbul 1× ep/1044827
- Riga 1× ep/1000826
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*cn> Aufträgen -bei den Gcneralgouverneuren, geprüft) und hiernach beschlossen:. 1) Bei jedeM Genemlgouverueur, in dessen Verwaltungskreise Hebräer.ansässig ft»b> Werden aus ihrer Mitte einer oder zwei, wo es nöthig sein sollte, Mit. besonders einzuholender Ertaub»iß des Ministers des Innern , ^auch drei angestellt, um Aufträge in solchen Angelegenheiten anszüsühren, welche -eine genaue Kenntniß aller. Vorschriften und Gebräuche des mosaischen Glaubens erfordern. Das Verbot des Aufenthalts in Kiew für Hebräer und in Riga für nicht . daselbst ansässige Hebräer erstreckt sich nicht auf die bei den Getteralgouvernemen angestellten, solange sie in diesem Amte stehen. 2) Die bezeichneten Hebräer werden von den Generalgouvernenren vorzugsweise unter den 'Rabbinern gewählt, welche das Vertrauen der Regierung verdienen, und unter ihren Glaubensgenossen einen guten. Ruf haben. 3) Behufs ihrer Anstellung bei den Generalgouvernenren wird den Hebräern ein Diensteid in der Synagoge abgenommen, und zwarvin. Gouvernementsstädten in Gegenwart eines Raths der Gouvernementsregiernng, Ln Kreisstädten in Gegenwart des Stadtbefehlshabers. Sie treten nt diesen Dienst aus unbestimmte Zeit, und werden entweder auf ihre eigene Bitte, den allgemeinen. Vorschriften gemäß , öder ans Verfügung des Generalgouverneurs entlassen. ' 4) Diese Hebräer sind durchaus von den GeneraLgonverneuren -abhängig, welche unmittelbar über ihre Dienstleistungen 'verfügen, und dürfen unter keinen Umständen mit irgend -Jemanden in irgend welche amtlichet Beziehungen Ln ihrem eignen 'Namen und. ohne besonder» Befehl der Meneralgouverneure treten, sondern vollführen nur die von dem Oberdirigirenten des Gouverments ihnen gewordenen Aufträge; 5) die in dieser Weife angestellten Hebräer genießen folgende Vcrtheite: a) sie beziehen Mehalt aus den Summen der Korbstener bis zum Betrage von 900 Silberrnbel jährlich, worüber ein Uebereinkommen zwischen dem Minister des Innern und den Generatgouverneurett näher bestimmt; b) sie sind, je Mach ihrem Stande, von allen persönlichen Abgaben/ der Rekrutenpflicht und anderen Naturalleistungen, so "lange sie diese Stelle bekleiden , befreit; e) für Eifer und Auszeichnung im Dienste erwerben sie sich Ansprüche aus Belohnungen mit Medaillen und persönlichem Ehrenbürgerrecht, jedoch erst nach dreijähriger Dienstzeit. Diesen Beschluß hat Se. Majestät der Kaiser bestätigt, jedoch mit der Abänderung, daß die in erwähnter Weise angestellten Hebräer erst, nach fünfzehnjähriger Dienstzeit Ansprüche auf die genannten Belohnungen haben sotten. . - (Pet: Ztg.) . Türkei. Konstmrtinopel, 12. Oktbr. Bereits vor eim- ' -Verlag von C. L. Fritzsche. ger' Zeit' ist in. diesen Blättern, eines preußisch Jnd en Erwähnung', gemacht'worden,.der in DamaskM auf Befehl von Said. Paschas Kiaja eine BastonnW erhielt, weil er beschuldigt worden war, daß er iiM Sinne hatte,, einen Türken zu ermorden. Es ist angedeutet worden, daß. man sich der . Sache des UhJ! glücktichen, welcher leider in Folge der Exekution staürk mmahm und daß die nöthkgen Schritte bei der Pfochk gethan wurden. Die Pforte ihrerseits verspricht geilW». Untersuchung und dieser gemäß unparteiisches Verfahre,!.§, Wirklich ist auch Herr Besgiovich, Dolmetsch der pW-k ßischen Gesandtschaft, nach Beyrut gegangen , um nril; .Emm Effendi,. dem. Präsidenten des dortigen Munici-U: pattribunales, nach. Damaskus zu reisen und den zeß an Ort und Stelle einzuleiten. Emin Effendi ßkals ein ebenso eifriger als gerechter Manu bekannt nM - die Pforte.hat durch die Wahl desselben einen sprechen-D, deir Beweis geliefert, daß sie. auch in dieser Angelegen-k heit, der Wahrheit auf die Spur kommen und dem RechteL^ seine Geltung verschaffen wolle. » Personalchromk und Miscellen. London, im Okt. Auch hierher bnligen die deck I schm Israeliten ihre inneren 'Kämpfe. In jüngster 3cü 1 sind, mehrere Meetings gehalten worden , und eö biltci 1 sich» ein Kahal, das sich von der Autorität des Dr. Mi« losgesagt, sich ,,deutsches Kahaln nennt, und sich einen 1 eignen Rabbinen üut? Chasaü anstellen will. » '« * « * t Paris, 15. Okt. Die Mächtigkeit, mit welche I sich die Geistlichkeit, nach dem neuen Unterrichtsgesetze Schulwesens bemächtigt, ruft auch die hiesigen Israelin », aus ihrem Schlummer auf, und läßt sie an die Gulii-I düng neuer, jüdischer Schulen denken. Jnsonders ist cs» der Großrabbme von Paris, der diesem wichtigsten. Gc-1 genstandc. den größten Eifer widmet. Jetzt wird cinr» neue Kinderbewahranstalt .für 200 Kinder wieder el-U. öffnet. Ebenso wird bald eitle. Abendschule für den hc-» bräischen Unterricht eröffnet. L .(Nach, teil Aich. isr. «de Fr.) 1 <- *- . m . . » . I ' Konstantinopel, 10. Oktbr.. Der.Sultan soll I sein Bedauern, über die Mißhandlung des jüdischen Dr. I Romano in Damaskus ausgesprochen und dm Beschluß 1 gefaßt habe», seinen fanatischen Schwager, den I verneur von Damaskus abzuberufen. k Druck von I. H. .Nagel.