Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 43 (26.10.1850)
- Date
- 1850-10-26
- Page
- Spalte 673-674 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meratnrbtatt des Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte «nd Literatur. ,\r 43. Leipzig, den 26. Oktober 1*50. Sn fc alt. Kr i t ik en Kurze Ueberst'chten. Nork's System der Mythologie. Probe einer Symbolisirung der israelitischen VorgesäMte, Jdentisiürung des Phönicischen und hebr. Mythus. Von F. — Studien. Ueber das Verhaltniß der Juden zum Staate. Von E—n. — Ueber das apokryphische Buch Esra. Von Dr. Treuenfels in Weilburg. (Forts.) — Kultur-Historische Miscellen von L. Dukes. — Literarische Miscetlen. Horowitz« — Ankündigungen. Kurze Ueberfichteu. 30) Andeutungen eines Systems der Mythologie, entwickelt ans der priesterlichm Mysteriosophie und Hierologie des alten Orients. Von F. Nork. Leipzig, 1800, 8. Dyk. X. 330 S. Bei einem großen Theile der Leser dieser Blatter istHr. N. als Antipode der modernen Historiker, der anstatt aus der Mythologie den historischen Kern herauszusuchen, das als Geschichte Geglaubte durch Symbolisirung zur Mythologie umschafft, hinlänglich bekannt, und in seinem Widerstreben gegen die Zeitrichtung ist es ganz natürlich, daß die Kritik, die vorzüglich von Einflüssen der gerade herrschenden Zeitrichtungen getragen wird, theils das Verständniß für diese Studien gar nicht finden konnte, theils aus Widerstreben lieber diese Arbeiten ignorirte. Jndeß ist es eine gerechte Forderung, die man an die Wissenschaft macht, von diesen Studien der Symbolik von Zeit zu Zeit, wenn auch nicht gerade kritisch doch wenigstens referirend, Rechenschaft abzulegen; denn der Wissenschaft liegt nichts abseit, ihr ist nichts zu klein und in der Berechtigung der Wissenschaft mögen Sie mir folgendes Referat über dieses Buch erlauben. Wenn die Leser voraussetzen, daß N., welcher bekanntlich schon in früdern Schriften, den von der historischen Kritik aufgestellten, und nun ziemlich allgemein anerkannten Satz: daß die Urgeschichte der Völker — weil ganze Nationen ebensowenig als Individuen des Anfangs ihrer Existenz sich bewußt sein können, und das Bedürfniß nach Aufzeichnung wichtiger Ereignisse nur in einem reflektiven Zeitalter entstehen kann, d. h. ein denkendes, der Reflexion sich hingebendes Volk bedingt einzig und allein aus mythischen Bestandtheilen zusammengesetzt sei, auch aus den Pentateuch anwendete, folglich in einem System der Mythologie darauf um so gewisser wieder zurückkommen werde; so haben sie sich in dieser Voraussetzung nicht getauscht. Was der Vers, über Adam (S. 24. Note 6), Kain (S. 25) Sem, Aram, Seth (S. 27—28), Noa (S. 27, 31 Note 10) zu Gunsten seiner kühnen Hypothesen vorbringt, wollen wir hier nicht ausschreiben, und nur — um doch unfern Lesern eine Probe dieses kritischen Verfahrens zu geben — das in Beziehung auf die drei Erzväter Gesagte in möglichster Kürze anführen: S. 29. Note 6: „Bei der Namenänderung Abrahams drängt sich die Frage auf: wo in C^ä ]l£n 2N das zu finden sei, welches auch bei der neuen Bildung dieses Namens nicht verloren ging? Liest man hingegen ]i&n DaN, und denkt dabei an das synonyme pftn (Herr der Sonne, Sonnen-Baal, Zeus Hammon, Jupiter Ammen), nach dessen Kultus eine Stadt in Palästina hieß, so wird begreiflich, warum tO1? d. i. die Finsterniß verbergen, verfinstern), also Ein Wesen mit Pluto (nlazu) und Xd&co bedecken , Lot, welcher in der Stadt der Sünder wohnte (1 M. 13, 14), wo die Leute mit Blindheit geschlagen sind, wo es Feuer und Schwefel regnet (1 M. l9, 24), Lot also mit Abraham, als dem Lichtwesen, eben weil sein Name Nacht bedeutet, nicht zusammen wohnen konnte; ihre Heerden, nämlich die Sterne müssen sich trennen, weil die eine Halbkugel des Himmels immer unsichtbar ist. Diese unsichtbare Hemisphäre ist Lot." Lot's Identität mit Pluto weist der Vers, .in einer Note nach: „die Pirke de-R. Elieser nennen Lot's Frau : Ada d. i. die Brennende (rnN-MlN, wovon “IN Brand), und seine Tochter, mit welcher er im berauschten Zustande Blutschande trieb — wie in der Ovid'schen Fabel Nykteus (der Nächtliche) mir seiner Tochter Nyktirmne — hieß Pl u- 43