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Der Orient · 1850-10-19 · 42 (19.10.1850) · p. Spalte 657-658

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
42 (19.10.1850)
Date
1850-10-19
Page
Spalte 657-658 (sequence 1)
Language
German
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MeratsrrdlM des Orients.^ Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. 42« Leipzig, den 19. Oktober 4850« Inhalt. Kritiken. Kurze Uebersichterr. Wort zu seiner Zeit rc. von Dr. Pleßner. Beurth. von L. Weyl. — Studien. Zur Konigslehre des Talmuds. Zweiter Artikel. Von Dr. Lewysohn. — Ueber das apokryplsische Buch Esra. Von Dr. Treuenfels in Weilburg. (Forts.) — Zur Ge schifte der Juden an den Usern des Bodensees. Von £. Schott. (Urkunden), — Kultur-Historische Miscellen von L. Dukes. — Ankündigungen. Kurze Uebersichterr. 28) Wort zu seiner Zeit, oder die Autorität der jüdischen Traditionslehre als des mündlichen Gesetzes. Von Sal. Pleßner. Breslau, 1850, 8. (Schluß.) Dann folgen einige Stellen aus dem Koran, die Herr Pl. auf die Tradition bezieht." Nachher Rekzius mit zwei Citaten aus „Adnot. ad Thum. Goodwini Moses et Aron‘% welche beide für den göttlichen Ursprung der Tradition zeugen. Am letzten und am längsten verweilt Herr Pl. bei Surerchuys; er giebt einen Auszug aus einem Briefe, den dieser Gelehrte seinem Fürsten schrieb, als er demselben sein Werk „Mischna, sive totius hebr. juris etc.“ überreichte. Sur. hielt in diesem Briefe der Mischna eine Lobrede, wie sie nur aus dem Munde des streng-gläubigsten Juden kommen könnte; er ist von der Göttlichkeit der Tradikion ganz durchdrungen, von dem hohen Geist, der darin 10) Koran oder jpiD^N (von dem chald. p"D) meint Hr. Pl. — bedeute nichts Anderes, als das „Buch der Unterscheidungen (des Guten und Bösen, oder des Erlaubten und Unerlaubten)".und so werde auch unsere Tradition von den Muhammedanern genannt. Er citirt aus Kocan, S. H die Stelle |pi9^Nl DNTD'PN 't&no Int jnnnn D1?^ nebst der hierhergehörigen Bemerkung von Muhammed ben Achmet .... nmniw DNro^N PN*id!?n IN N1TO, ferner (Koran, Sura 21) ' und will m diesen Stellen eine ,,offenbare Hindeutung" auf das schriftliche Gesetz (^ittD'ihtt), wie auf das mündliche, oder die Lradition 0Np1O7N) ausgedrüüt wissen. waltet, fast hingerissen, und für Moses, als den ersten und besten Ausleger der heil. Schr." förmlich begeistert. Es ist erstaunlich, einen Nichtjuden also sprechen zu hören. Hätte es der Raum gestattet, so würden wir hier das ganze CitaL aus Surenh. wörtlich wiedergegeben haben. Auf Auszüge aus dem Auszug mögen wir uns diesmal nicht beschranken 12 und verweisen daher den Leser lieber auf das Pleßnersche Schriftchen selbst, das schon das Surenhuys'schen Briefes wegen allein von Jedermann gelesen zu werden verdient. Diese Zeugnisse alle begleitet Herr Pl. mit dem talmudischen Spruche: Nrcm ND’orf? ■>! „dem Weisen genügt eine Andeutung" und schließt alsdann mit der Hoffnung, daß, wenn seine Schrift auf die Gegner des Talmuds auch Nichts vermögen sollte, so dürste sie doch 11) Als Beweise hierfür werden von Surenhuys die Bibelstelle: -);rp i&ttD DVD btt MD DIPD btt 'n TTT) injn WH und nn'ra ttbi nN-tra d -o-in dd btt dd Dm;n rtflDfi) Citirt / indem er aus diesen Worten folgert: „daß Gott den Moses in den Vorschriften auch belehrt, die schwierigen ihm verdeutlicht, die dunkeln beleuchtet, die kurzen durch mehrere erweitert, und Den einzelnen Gesetzen auch einzelne Auseinandersetzungen hinzugefügt habe." 12) Eine Stelle jedoch möge hier noch Raum finden: „Immer laß die Griechen sich rühmen, die Römer mit ihren Gebräuchen sich brüsten; keinesweges darf sich das Ans.ehen dieser mit der Vorrrefflichkeit jener (der Israeliten) messen — Denn wer ist der Urheber der hebr.Ritualgesetze? Gott. Wer der Ausleger derselben? Moses. Wer ihr Vertheidiger und Verfechter? Jo sua. Wer ihr Bewabrer und Beweisführer? Der Senat und das hebräische Volk. Wer ihr Erweiterer? Das I e r u s a l e m i r i s ch e S y n e d r j u m. Wer ihr Vergrößerer? Der König Salomo. Wer endlich ihr gar nicht abgeneigter Verehrer? Christus. (Wer auch sein eigenes Test. Mat. 23, 3 vorschreibt: „Alles, was sie euch sagen, das ihr halten sollt, das haltet und thut.)" — 42

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