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Der Orient · 1850-09-28 · 39 (28.9.1850) · p. Spalte 621-622

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
39 (28.9.1850)
Date
1850-09-28
Page
Spalte 621-622 (sequence 7)
Language
German
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621 Studien. Literarische Miscellen. K22 nicht gefunden n. Verborgen ist sie vor den Rügen aller Lebendigen re. Gott kennt den Weg zu ihr und er weiß ihre Stätte. Und zum Menschen sprach er, siehe Furcht des Herrn, das ist Weisheit und das Böse meiden, Erkeuntniß." Hiob 28, 12. 14. 23. Hingegen sind die Gesetze, die dem Menschen zur Richtschnur seiner Handlungen dienen sollen, perpetuell und unerschütterlich. Der Psalmist sagt daher: „Wahrhaft sind alle seine Gebote, unerschütterlich, ewig und immerdar, gemacht mit Weisheit und Redlichkeit. Ps. 111, 7. 8. In Ewigkeit steht fest dein Mort im Himmel, auf Geschlecht und Geschlecht deine Wahrheit, in Ewigkeit werde ich nicht deine Befehle vergessen, denn durch sie belebtest du mich. Leuchte meinen Füßen ist dein Wort und Licht meinen Steigen. — Deines Wortes Gipfel ist Wahrheit und ewig alle deine gerechten Gesetze. Ps. 119. 89. SO» 93. 160. Abgesehen davon, daß die Ausnahmegesetze nicht als Norm angesehen werden, so verlierensie doch bei reiferer Ueberlegung und Nachforschung Vieles von ihrer geheemmßvollen Unverständlichkeit * z. B. über das Gesetz, betreffend die Vertilgung der sieben heidnischen Völker, bemerkt Maimuni mit Recht, daß das Gesetz zum Anknüpfeu von Friebensunterhandlungen vor der Kriegserklärung auch auf sie anwendbar war, sowie es heißt: „So sollst du sie aufrufen zum Frieden", welches ich auch im Deut. 20 begründet finde. Zn dem Verse 10 und 11 ist das Gesetz ausgesprochen, hingegen von 12 bis 14 die Art der Behandlung des Feindes und die Schonung, die ihm avzugedeihen ist. Der Vers 16 bestimmt nur, daß die schonende Handlungsweise nicht bei den sieben Völkern angewendet werden soll, aber keine Erwähnung geschieht, daß. auch der vor dem Kriege zu machende Aufruf zum Frieden, der in Vers 10 enthalten ist, nicht an sie erlassen werde. Maimuni bemerkt daher mit Recht, daß auch diese friedlichen Unterhandlungen bei ihnen angeknüpft worden sind. Cs sollen auch einige Völker, die bei der Eroberung nicht erwähnt worden sind, davon Gebrauch gemacht und Palästina auf friedlichem Wege geräumt haben (Girgaschi re.). Spuren dieser gegründeten Vecmuthung. finden wir im Zosefus, der die Aufschrift einer Säule in Carthago anführt, die diese bestätigt. Auch ist zu berücksichtigen die Aussage großer Kriminalisten, daß es unverbesserliche Verbrecher in der Urarsiage giebt, die durchaus der Vertilgung anheimfallen. Wenn dieses' also, bei- Individuen der Fall ist, warum sollen wir negirm, daß eine Möglichkeit obwalte, es könne dies auch bei Nationen stattfikden? Jene^ Karthager find durch dke Hände der Römer vertilgt worden. Noch jetzt bemerken wir, wenn civilisirte Nationen sich den Wilden oder Halbwilden nähern, 3) Sabari bemerkt, daß einige arabische Horden in dortiger Nähe, sich ebenfalls in einem unverbesserlichen Zustande befinden. daß diese ihnen zu einer sehr gefährlichen Nachbarschaft werden, indem sie nickt allein durch Krieg, sondern auch durch Krankheiten die Unmöglichkeit der Aneignung der vollkommnen Civilifation an den Lag legen. Es war eine große Dreistigkeit von Schriftstellern, daß sie der israelitischen Nation auch einige solche Eigenschaften zuschreiben wollten, sie wagten es, dieselben mit den Zigeunern zu vergleichen, dis noch jetzt auf derselben Bildungsstufe, als zur Zeit ihrer Einwanderung in Europa stehen. Die israelitische Nation hingegen hat ihren Beitrag zur Civilisation in allen Welttheilen geliefert. Die Sagen des Talmuds sind noch heute im Munde der Völker in Arabien und mildern ihre Wildheit. Wortsetzung folgt). Literarische Miscellen. „Ich bin die Wahrheit" — rmv] — Die Geschichte des menschlichen Geistes in seinen verschiedenen Wendungen ist für den Forscher sehr demüthigend. Man wollte das Wesen der Dinge und ihren Zusammenhang mit dem Urwesen erkennen, aber es ist dies dem menschlichen Geiste versagt. Es ist ihm nur vergönnt Worte hinzustellen, deren Inhalt fehlt. Die Gegensätze, die sich in dem einzelnen Menschen so oft berühren, und welche den größten Theil der menschlichen Bestrebungen bilden, bilden auch dm innersten Kern der. Geschichte der Menschheit im Großen. Folgende Stelle giebt uns Aufschluß über eine Ansicht, die, wenn auch im Tollhause entsprungen, etwas Erhebendes ha-t, es ist der Wahn, welcher die Träger dieser Anschauung mag glücklich gemacht haben, und dieser Wahn ist es, insofern er andere nicht zwingen wollte, sich dazu zu bekennen, -um den wir dieselben beneiden;- denn nur der Wahn macht glücklich. Die Stelle die wir hier geben wollen, findet sich in dem eben so seltnen als schätzbaren Buche des Alghazali, betitelt DTidi nniNH rrOu^D, worüber wir bald ausführlich sprechen werden, und lautet so: D^nDxn *sbö2' 'byw □*jnrrr löwn* DHD DJÖN - VlDNn n»D INI '2 jn\w nsrcn nrr n^nMnNnVrrnw bi) bio mN-irr dhd ncn-inw '*? nn ^nnv noto ■q nbztarüi wdü 'ncNnmrpo no-nrv ioo nnbp ~)i)b ::nn onb *oj *tb\ a^nuj vn& onjn 1) Diese kleine Notiz so wie wie die in Nr. 31 schließen sich den früher iw diesen Blättern gegebenen an (1850. S. 352 Note). 2) Dieses Wort als die Stufenleiter der menschlichen Erkenntniß kommt of bei den jüdischen Philosophen vor. 3) - Zeitweise Gegensatz von ton beständig.

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