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Der Orient · 1850-09-28 · Heft 39 (28.9.1850) · p. Seite 153

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 39 (28.9.1850)
Date
1850-09-28
Page
Seite 153 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Mer —- jüdische Geschichte Vas' Abonnment auf an Jahr ist 5 Lhlr. ' Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern unv allen solid. Buchdandlungen auf ein Jahr. Jahrgang. und Literatur. — Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mit* gerechnet, zwei Bogen,, und zwar 'an stderrr Dienstag regelmäßig. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. 1350 Ieinzig, den 28. September Inhalt. Deut sch l q n d Berlin. Israelitische Zustände. A'us Baden. UeberDr. Frie blander., Leipzig. .Bericht über die Wiener Blätter.' Berlin. Hebräisch-Literarisches. — Oesterreich. Pesth. Die Reformgenofsenschaft - Das-Kokef'sche Zttstitut. Pläne und Vorschläge. Triest. Luden als Gernemderathe. Juden in der Marine. - Prag. Das neue Stadtverordnete^ Kollegium. Pefth. Kommission für Rabbinatsprüfungen. Tepli tz. Gemeinderatbe. P esth. — Jtalie n. Ankona. Rückschritte. - LB. d. Or. ' Deutschland. Berlin, im Sptbr.. Die neuerrichtete Interims- Synagoge hat den Hoffnungen Mancher auf einen Fortschritt im Kultus nicht entsprochen; der alte Schlendrian machte sich geltend und an eine wirkliche Besserung ist kaum zu denken. Vor einigen Jahren beabsichtigte bereits der damalige Vorstand eine neue große Synagoge zu erbauen und nach damaligen Mittheilungm wären bereits 100,000 Thlr. dazu gezeichnet worden; jene Synagoge sollte das Alte mit der Reform ^ermitteln und in der Gemeinde wieder eine Einheit ^erstellen. Die politischen Stürme kamen aber dann Dazwischen, die Politik nahm Alles Interesse m An- Hruch, und unser neuer Vorstand, .obgleich er im Schulßkche mit großer Energie begonnen, scheint den Kultus Picht anrühren zu wollen und so blühet der alte Schlendrian fort. Von Hrn. Oettinger ist natürlich ein Leben in der Synagoge nicht zu erwarten; er ist eine Mumie, die selbst ine gelebt, und Hr. Sachs soll so Mannigfachen Verdruß haben, daßer sich nach einer anderen Stelle sehnen soll. Wie man sagt, beabsichtigt Ir nach Frankfurt a. d. SD. zu gehen, um'vielleicht Pann als Rabbiner nach Hamburg zu kommen. Unter Pen hier weilenden jungen Rabbinats-Kandidaten, auf Pe gleichsam Israel seine Hoffnungen für die Zukunft Mt, herrscht ein solcher Jndiffcrentismus, eine solche Zerfahrenheit, ein solcher Mangel an Sinn und Jnte- Psse für Juden und Judenthum, zum Theil auch eine solche Unkenutniß des Judenthums, daß man wenig oder nichts von ihnen zu hoffen hat. Das ist der hiesige Zustand, und Sie mögen entschuldigen, wenn er so kurz ausgefallen , da ich in der That nichts mehr zu berichten weiß. Aus Duden, im Sptbr. Der in der vorigen Nummer erwähnte'Dr. Friedländer, der zu drei Jahren, Zuchthaus verurtheilt wurde und jetzt endlich für erlegte 1000 Gulden vom Herzog insoweit begnadigt wurde, daß ihm gestattet wurde, nach Amerika auszuwandern, ist nun endlich, seiner Hast in Bruchsal ent- Lassen und mit Bewilligung der preußischen Behörden ist es ihm vergönnt worden, einige Wochen bei seinem Vater in Brilon zu verwerten, um dann für immer Deutschland zu. verlassen. Hr. Fr. war Docent der Jurisprudenz in Heidelberg, hat sich durch einige juristische Schriften einen Namen, gemacht und sein ganzes Verbrechen bestand darin', daß er einige Artikel in die Karlsruher Zeitüüg einrücken ließ, während dort eine provisorische Regierung bestanden. Man kann sich kaum auswärts einen Begriff' von der Barbarei und von der Rachsucht machen, die hier das scharfe Schwert führen; ein unzurechnungsfähiger Fürst, der die feige Flucht aus .seinem Lande nicht vergessen kann, eine rachsüchtige Bürcaukratie, die zur Zeit der Gefahr den Verralh leitete, cm entarteter Richterstand, der nicht nach dem Gesetze, sondern nach den Nützlichkeitsprinzipien der Minister verurtheilen zu Tod und Kerker, das ist der Zustand in Baden und wir Haben Hrn. Fr. innig be- 39

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