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Der Orient · 1850-09-21 · 38 (21.9.1850) · p. Spalte 605-606

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
38 (21.9.1850)
Date
1850-09-21
Page
Spalte 605-606 (sequence 7)
Language
German
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605 Studien. Literarische Miscellen. 606 dßiv und nächmäls zuo Constanz gefangen« Lindow, tfavenspurg brauten di iren üf des künigs erlöben.6 Anno 1430 üf mittwochen vor Barlholom&ei dö ward j^noi zuo Uberlingen üf ain rad gesezt in bisin der Juden. Die vvurdend darnach glich des selben tags oueh veibrant. Deren wären zw elf. Künig Sigmund bevalch hernach das kindle zu verbrennen und das zusamen gelesen guot, halb gün Wintergarten und das ander dem spital zuo Ravenspurg ze geben, und gebot herren Jacob Truchsaessen, das er die wallfart gänzlich abstalte, und nit mer bi schwerer straf seilt gestatten zu der Tannen ze gen, uf der der knab funden ward. III. Juden werden gefangen. Uf frttag vor der wihenacht tag in dem 1429 jär nach der tagmess in dem tuom1 ze Costanz dö beschloss man alle tor, und graif man zuv den Juden, und vieng* man si all jung und alt, frowen und man; und-'beschloss man si in iren hüsern, und gab man inen hiieter zuv, die irer hiietend; und lügend also das höchzitlich fest üss. Darnäch dö tribend die Juden gewerb an ain burgermaister and rät, das man si vieler ledig liess, und die hüeter von inen nam. Doch nuiesstend si schweren, weder lib noch guot von der statt ze entfremden. Das täten si, und also wurden si wider ledig; doch giengent si nit vil für die lüt, und hieltend sich gar inzogen in allen iren handlangen. Es ward gssagt, clie Juden hetten sich erboten, so man si aller ding ledig zalte, das si dem künig dipfand (von des conciliums zit har) weiten loesen, und die Schuldner (creditöres) bezalen« Ob das wär2 sie, ist ain zwiftl; doch wären vil Schuldner, die deshalb etwas tröstes hatten. Schulhais Chronik 1. 119. (Fortsetzung folgt.) 5) O gnädigster Sigmund! Das Brennen der Menschen erlaubtest so gern! S. 1) Dome. 2) Aus den folgenden Urkunden ersieht man, daß es >vahr gewesen. Und warum nicht.? Das Leben war ihnen, bet allen Leiden, doch noch lieber als das Geld, das man ihnen widerrechtlich abdrucke, daher sie sich mich erlauben mochten, es widerrechtlich wieder zu erwerben. Gilts dir, lo gilts auch mir! S. Literarische Miseellen. Unterschied zwischen Tannai und Amorai. Die Morte.eines Amora, sobald auf ein Halachisches Resultat (jn) abgesehen ist, können nur nach dem einfachsten Verständnis erfaßt werden, weil mit Recht die Verpflichtung des Amora vorausgesetzt wird, auf halachischem Gebiete sich klar und deutlich auszudrücken; ganz anders ist es auf dem Gebiete der Haggada, wo es uns frei steht, die entferntliegendsten Erklärungen zu suchen und er auch nicht die Verpflichtung hat, sich deutlich auszudrücken (Scherira in feinem ©2C, angeführtPachad Jizchak, Art. Amora; Schne Luchot ha-Barit. Absch. Lora sche-Baal Pe). Das Midrasch Ehachamim. Was durch 13 hermeneutische Regeln als Halacha eruirt wird, nennr man „Midras.ch Chachamim" d. h. das Resultat der Gelehrten (Kidd.24b), oder blos ,,Mi drascht (j. Kidd. c. 1), keineswegs aber „rabbinisch" (wonach Sota 10 a ^211)2 in 'Y7D d. h. zu korrigiren ist). G e m a r a. Schon zur Zeit der Lannaiten gab es „Gemara" oder „Talmud" d. h. Kommentationen und diskussive Erläuterungen über schwierige Mischna - Gegenstände (Raschi zu Baba Mezi*a 33 b; Nidda 7 b; Samuel b. Meir zu Baba Batra 130 b), und es kommt vor, daß man sich um eine solche Gemara, zum Verständniß einer schwierigen Stelle, an einen wandte (Sota 20 Raschi); aber wir finden keine Spuren, daß diese Gemara's ausgezeichnet waren, wenn wir sie uns nicht unter Megillat S e t a r i m denken wollen. Das eigentliche Geschäft der Mischne - Erläuterung beginnt jedoch erst mit den Amoraim, die davon ihren Namen haben. Haggada. Die Haggada's, welche sich dem Bibeltexte anschloffen, wurden schon unter den Tannaiten durch „Merke" (Simanim) am Rande des Textes angemerkt; es waren Glossen, die bald an irgend einem Worte, zuweilen an einem Buchstaben gehängt wurden, ohne daß man deßhalb die Haggada's ausschrieb. „Diese „Merke" hielt man zur Jnuewerdung der Tora für nothwendig und verdienstlich; „das Gesetz kann nur durch solche Merke ganz erworben werden t^Erubin 54 b)", weil ohne die haggadische traditionelle Auffassung der Schrift man diese nicht gut zu verstehen glaubte. Wenn es in der Schrift heißt: Er lehrte Erkenntnis; dem Volke, so meint man damit nach alttalmudischer Auffassung, daß man ihm die Schrift mit diesen Merken (Simanim) d. h. mit den haggadisch-traditionalen Auslegungen mittheilte ("Erubin 21 b Raschi), und wenn man es nur bei „Merken" bewenden ließ, ohne die Haggada's auszuschreiben, so lag der Grund in der Befürchtung, man könnte die Gloffen entweder zum Texte hinüberziehen oder sie der Lora gleichachten. Von dem Tannaiten Meir wissen wir, daß er ein solches durch Merke glassirtes Schrift-Exemplar gehabt, das man „die Schrift

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