Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 37 (14.9.1850)
- Date
- 1850-09-14
- Page
- Spalte 587-588 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9891031-9891086--6538-3535990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 2× ep/1047559
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
587 Studien. Die Bibliothek des Rabbiners zu Hebron. 588 'b ebenso von der Bedingung abhängig ist, und nach ihm würde der Sinn sein: Und wenn Gott mich zu der Zahl der Stämme (meines Volks) stellt, wie meinen Vater und Großvater, so daß man sagen würde Gott Jakob's, ebenso wie man sagt Gott Abraham's und Gott Isaak's. Er nimmt dann nNTn'pNDl und;nn bl in demselben Sinne als wir. Ein anderer sagt, daß DNn pNHl von der Bedingung abhä'ngt, und nach ihm-wäre der Sinn: Und wenn Gott es für gut findet, daß dieser Ort eine Kibla werden soll, dann will ich den Zehnten bezahlen u. s. w. Aber diese beiden Erklärungen sind wegen des konjonktiven Waw unrichtig; denn es heißt nicht riNTn p^n (ohne Waw, wie man dann es lesen müßte) nach der ersten Erklärung,^ und ebensowenig heißt es nicht •fp jnn b (wie es hätte lauten muffen) nach der andern Ansicht. Wenn man uns jedoch einwendet, daß pprn doch ein Waw hat, so würden wir antworten, daß das Wäw in ppm keineswegs mit dem in ■■ pNHl oder -)^n toi zu vergleichen ist; denn das Waw in rrm 'Ment dazu, uin das Wort an die Stelle von nv? zu setzen, es ist nämlich ein (konversives) Wlw, um die zukünftige Form zu bilden. Ein Gleiches ist in Wiriro (Num.21, 2), das für nnriK, in "t> irm (Nicht. 11, 31) "das für nw und in vp rnriJl (1 Sam. 1, 11) das für viJnN ist- (Fortsetzung folgt). Palästina.* * Ans Wilsons Reise im heiligen Lande. L. Die Bibliothek des Rabbiners zu Hebron» John Wilson, der in seinem reichhaltigen Reisewerke: „The Lands of tlie Bible“1 sein besonderes Augenmerk 3) Salomo b. Isaak oder Raschi läßt den Folge-Ausdruck mit dem Worte p{*rp beginnen, wo das Wuw m der That den Sinn des arabischen 2, was Icfet nicht verstanden. Letzterer behauptet ebenfalls zu Ex. 13, 17, daß die Worte DfU fbl von den Vorhergehenden abhängen und daß der Folge-Ausdruck nur mit 30') an fangt, während Ilm ^Esra schon mit Recht sagt, daß das Wäw in jbl im Sinne des arabischen O zu nehmen ist. *) Aus dem „Magazin für die Literatur des Auslandes" theile ich diesen Aufsatz mit, in der Ueberzeugung, daß unsere Leser den Inhalt wie die Form ansprechend genug finden werden. Ich benutze auch diese Gelegenheit, um dieses trefflich redigirte Blatt, das stets interessante und belehrende Aufsatze bringt, meinen jüdischen Lesern zu empfehlen. Red. 1) Dieses merkwürdige, eben so gelehrte als belehrende Werk, ist zwar schon im Jahre 1847 erschienen, aber die kurz darauf hervorgetretrncn politischen Erscheinungen in fast allen Ländern Europa's haben die Aufmerksamkeit der gelehrten Zeitschriften sowohl, wie der Bücherleser überhaupt von so vielen anderen Seiten her in Anspruch genommen, daß das vortreffliche Werk Wilson's, wie so viele andere vortreffliche Werke, theils ohne Eindruck, theils ohneKenntnißnahme selbst an Fachgelehrten oorüderging. Wir können uns nicht erinauf die Kultur der Juden in Asien gerichtet, hat auf eben der Reise, welcher das Werk seine Entstehung verdankt, überall die Rabbinen und andere gelehrte Juden ausgesucht, und er hatte sich, wie er lobend gedenkt, ihrer Freundlichkeit und Toleranz en erfreuen, obgleich sie wußten, daß er Missionär war. Zu den gelehrten Freunden des Reisenden gehörte auch der Oberrabbiner der portugiesischen Gemeinde (Sefardim) in Hebron, von dessen Büchersammlung wir in dem Buche ein Verzeichniß finden. Der Rabbi fertigte es aufBerlangen Wilson's an, wohl ohne zu ahnen, daß es durch dessen Veröffentlichung der ganzen Welt bekannt wird, er hätte sonst mehr Sorgfalt auf die Ausarbeitung gewendet. Jedenfalls ist dieses Verzeichniß mitten in einem Reisewerke eine Merkwürdigkeit, ja vielleicht das erste dieser Art, von einer nicht öffentlichen Bibliothek. Aber nicht blos der Ort giebt diesem Verzeichniß ein gewisses Interesse, sondern auch die Sammlung an sich, obgleich sie nur 260 Werke enthält. Das acht Oktavseiten starke Verzeichniß (Band 13, 617) ist nach dm Namen der Bücher (nicht der Verfasser) alphabetisch geordnet, doch ist die alphabetische Ordnung nur im Anfangsbuchstaben des Wortes, nicht in den folgenden Buchstaben aufrechterhalten/ mit Angaben von Format, Druckort und Druckjahr dagegen wird bei keinem einzigen Buche der bibliographischen Selbstständigkeit der gelehrten Leser vorgegriffen, und es sieht so aus, als wären die Rücken-Aufschriften der Bücher unvermehrt und unverkürzt aus dem Studirzimmer des Rabbi in die Hand Wilson's übergegangen, denn nur . die Namen der. Werke und die Namen der Verfasser sind verzeichnet, was allerdings auch auf hebräischen Bücherneben so üblich wie genügend ist. Doch dieses Alles ist nur vom Verzeichniß in seiner Form zu sagen, wir sind aber verpflichtet, auch die von uns der Sammlung selbst beigelegte Merkwürdigkeit nachzuweisen: Die kleine Sammlung ist merkwürdig durch das, was sie hat, und durch das, was sie nicht hat. Bei einem Nabbinen und noch dazu bei einem Rabbinen in Palästina, wo der Talmud sein letztes Asyl hat, ist es voraussetzlich, daß der Inhalt der Büchersammlung zum größeren Theile dem Ritualen und der Kasuistik angehore; dieser Umstand würde also hier nicht auffallen; aber auffallend ist, daß in der kleinen Zahl so viele Seltenheiten sind. Unter den zweihnndertundsechzig Werken sind mehr als vierzig, die in der Michaelschen Bibliothek und an zweihundert, die auf der hiesigur Königlichen Bibliothek fehlen, und es sind diese desiderata nicht nern, irgendwo (außer in der nun eingeganqenen „Allgem. Literaturzeitung") Ausführliches darüber und daraus gelesen zu haben, und wir werden uns daher später bestreden, den Dank der Leser dieser Blätter zu verdienenindem wir größere Stücke daraus bearbeiten und hier mittheilen. 2) So z. B. lauten die ersten vier Werke ... rDDtf ... 'btt ... Nt7tt ... p32s* statt daß die Ordnung sein müßte: ... ... 'btt ... POnte ... pDtf. 3) Die hiesige Königliche Bibliothek hat seil zehn Iah'