Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1850-09-14 · Heft 37 (14.9.1850) · p. Seite 148

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 37 (14.9.1850)
Date
1850-09-14
Page
Seite 148 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2360092-2360634-2360672--7164-3535984
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

148 das zünftige Privilegkiirn wieder in aller Glorie anfzurichten, und um so größere Besorgniß erregt es, d» der Wicepräsident ihm ftmen Namen verlieh. . Statt Thüren und Thore weit zu öffnen, damit die Kapacitäten Hereinströmen und der versickernde Bach gewerblicher Anstrengung durch die Konkurrenz mächtig anschwelle, fähig gieße Kauffartheischiffe zu tragen, legt man wieder Balken vor und verrammelt den Passanten den Weg. Wir hoffen, daß die neue Gewerbeordnung kein Gewerbezwanq, keine bürgerliche Raubritterbmg gegen die Konsumenten, kein Sundzoll oder Dardauellenschloß für einpassireude Staatsbürger, keine chinesische Mauer rings um das Interesse der Gewerbetreibenden sein werde; uird eben deshalb muß die hohe Staatsbehörde schon'jetzt die'Bitte des Gemeinderathes unstatthaft finden. Wird die Bitte jedoch genehmigt, so erleiden die Israeliten, welche das Gesuch um die Zuständigkeit noch immer zurückhielten, eine Strafe für ihre Bescheidenheit und ihre Rücksichten; und Kapitalien, Talente und Projekte, welche sich bereits hieher wandten, müssen wieder zurückwandem Ln ihr altes Nest. Solche Anträge sind keine Ermunterung des Gewerbsgeistes, sondern eine Begünstigung der alten Gcwerbsindolenz. W. Bl. Lemberg, Sptbr. Den 15. Ang., dem Jahrestage, an welchem 1848 Rabbiner Abr. Kohen so gewaltsam seinem Wirkungskreise entrissen wurde, feierte die hiesige Gememde eine Trauerandacht zum Andenken. Diese Todtenfeier fand nun zum zweiten Male statt und Noch nach zwei Jahren ist es als wäre die Wunde frisch geschlagen. Die. Schute dieser Gemeinde, welche 6. 900 Kinder zahlt, deren Direktor Dr. Beruh. Sternberg, der Nachfolger Kohn'o im Predigtamte, Dr.Löwenthal und die ganze Tempelgemeinde nahm Antheil daran. Es ist dem Hingeschiedenen in dem Tempel ein Denkstein zur Erämierung gesetzt. Polen und Rußland. Von der polnischen Grenze, 26.Aug. Ein neuer Ukas ist über die Militär Verhältnisse der Juden erschienen^ Es heißt darin: Man. habe sich überzeugt, daß die Rekruten mosaischen Glaubens aus' Polen, welche nut Beginn des 21. Lebensjahres zu unscrm Militär ausgehoben werden, sich ün Innern des Reiches nicht aeetimatisiren können. Es sollen deshalb alle militärpflichtigen Juden vom 13. bis zum 36. Lebensjahr dienen. Vom 13. bis 18. Jahre sollen 'sie in besonderen Kantonistenschulen erzogen werden, vom 18> bis zum 25. kommen sie zur Flotte und von da ab dienen sie in der Linie. Kantonistenschulen sind bereits eingerichtet in Kijew, Ormburg, Astrachan Hi,};,) vielen andern Orten. Die Ausführung dieses Ukascs^ kommt einer Ausrottung der Juden ziemlich gleich. Di, H Knaben im 13. Jahre dem elterlichen Hause entrisst,,, vergessen bis zum Ende der Dienstzeit die Eltern tm* die nationalen Sitten, die Sprache und die Religsti, der Väter. Personalchronik und Miscellen. Prag, 1. Sptbr. Die Wahlen sind bei uns beendig,, i; die große Betheiligung ist hinlänglich bekannt. Unsere FrA- Zosefstadt hat am 29. v. M. gewählt: Landau, Dr. Giischin, Frankl, Kubknsky und Dr. Wiener. '-> * 4- Berlin, 2. Sptbr. Hier wurde neben der befand p alten Synagoge auch noch eine zweite errichtet und ^eftm s} feierlich eingeweiht. Der bekannte gute hebräische Sich, Louis Levy (aus seinen Tekufot ha-Schana bekannt) dichci? £ zu diesem Zwecke eine schöne hebräische Kantate, welche btr >r Chasan Louis Lewandowsky in Musik fetzte und dieser und einem Programm war die Emweihungsseier m gezeichnet. * * 54 Warschau. Die englische Missionsgesellschaft hier h^> dem jüd. Lehrer an der Rabbiner-Schule, Hrn. Büchner, u 10,000 Gulden ausgesetzt, damit er gegen den Talmud schM, i, Er hat dieses bereits in 3 Heften gethan. Wien. Der jüd. Arzt Dr. Herm. Beer aus Tribitzsch hat vom Kultusministerium den Auftrag erhalle«,^ die Irren- und Heilanstalten dos Auslandes zu besuchen uni Bericht über dieselben zu erstatten. Zur Reise, auf 10 W?.• chen berechnet, erhält er 5000 fl. [ * * Aus Mähren. Der Rabbiner Fasse! in ProM soll in Gr. Kanischa das Rabbinot antreten; einWerk von ft® 1 über jüdisches Recht läßt das k. k. Ministerium aus Staat-- - kosten drucken. — In Holle schau hat sich ein LeseoeB \ß gebildet, woran Orthodoxe wie Aufgeklärte Theil nehmen. Hamburg. Die Tempel-gemeinde hat wie alle re>iB } Institute an Theiinahme od^r vielmehr Betheiligung veck ren. Die Räume des schönen Gotteshauses sind außer in w ’j hoben Feiertagen leer, mehr als sonst sind die Plätze ge^' digt, und im sinanciellen Stand ist ein steigendes Des^' Doch wurde dieser Zustand schwinden, wenn es ihr geling sich förmlich als besondere Gemeinde zu konstüuiren. j! Verlag von C. 8., Fritzs ch e. Druck von I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.