Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1850)
- Date
- 1850-09-14
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mm Berichte, Studien und ritiken Elfter Das Abonnment auf -in Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern unv allen solid. Buchbandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. * Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an ft-d'-m Dienstag regUmäßrg. Leipzig, den 14. September 185 V. Inhalt. Deutschland Frankfurt a d. O. Beschwerde über einen judenfeindkichen Professor. Dr. Lüpschütz. Berlin. Einweihung einer Synagoge. Aus dem Badischen. UnterstützunKskasse für Rabbiner-Relikten. Aus dem GH. Posen. Ueber die freien Gemeinden. — Oesterreich. Turnau. Dr. Fleckeles. Wien. Opfer der Ungar. Revolution. Wien. Das zünftige Privilegium wieder in aller Glorie aufzurichten. Lemberg. Robb. Kohen. Todtenfeier. — Polen und Rußland. Rekrutengesetz nach pharaomfchem Zuschnitt. — Personalchronik und Miscellen. Prag. Berlin. Warschau. Wien. Hamburg. — LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt a. d, O., 1. Sptbr. Da Prof. Heydler, Redakt. des hiesigen Kreisblatts, neuerdings bei Gelegenheit der Verwerfung der Judenbill im englischen Unterhause seine ganze fromme Galle auf die Juden in extenso allsgegossen, hat der hiesige israel. Vorstand eine Beschwerde beim Schulkuratorinm eingereicht, m welcher darauf hingewiesen wird, wie eine ansehnliche Anzahl jüd. Schüler das hiesige Gymnasium besuchen und wie die Leitung eines dermaßen judenfeindlicheu Lehrers über die Bildung der erstem zu mannigfachen Besorgnissen Anlaß gebe. Wie auch der Erfolg dieses Schrittes von Seiten des Vorstands sein mag, so verdient doch seine Energie die vollste Anerkennung. — Gestern predigte der auf seiner Durchreise hier verweilende Dr. L üpsch ü tz, Rabb. zu Landsberg a. d. W. Nachmittags in der Synagoge. Aus Sanitätsrücksichten ist diesmal neben der Synagoge ein Bctsaal für die bevorstehenden Feste eingerichtet worden, und wird der Eintritt zu beiden Lokalen nur gegen Vorzeigung einer Einlaßkarte gestattete Berlin, im Sptbr. Am 1. Sptbr. Vormittags erfolgte die feierliche Eröffnung der provisorischen jndisch e n G e m e i n d e sy n a g o g e. Dieselbe ist in der sehr kurzen Zeit voll noch nicht sechs Wochen angelegt und zweckentsprechend ausgeführt worden. Die Feier wurde durch Einführung der Torä's (Gesetzrollcn) eröffnet , welchen die drei Rabbiner, im Gefolge der Gemeinde- und Syuagogenvorsteher, in die heilige Lade brachten. Dazu wurde eine, von dem Hm. Louis Levy gedichtete, von dem wacker» MusikerLewandowsky in Musik gesetzte Cantate mit großem Orchester ausgeführt. Der Rabbiner Dr. Sachs hielt die Weihepredigt. Der Bürgermeister, der Vorsteher und Protokollführer der Stadtverordneten, andere Vertreter der Staatsbehörden und ein sehr zahlreiches, auch christliches Publikum wohnte der Feier bei. Aus dem Badischen. In einer Beziehung suchen jetzt doch viele Rabbiner dieses Landes sich von einem der vielen ungünstigen Verhältnisse ihres Standes selbst zu erlösen. Schon vor vielen Jahren waren dieselben in einer gemeinsamen Petition bei dem Großherzoglichen Oberrathe dafür eingekommen, daß .ihnen gestattet werde, sich einer Staatsdiener-Witwenkasse anzuschließen; allein es wurde ihnen nicht willfahrt, ohne daß sie die Gründe davon erfahren konnten. Doch soll der Großherzogliche Oberrath selbst der Sache nicht abgeneigt gewesen sein, er drang jedoch nicht durch, was um so auffallender war, da für die israelitischen Lehrer in Baden eine Witwenkasse besteht. Jetzt haben sich viele Rabbiner der auf Anregung des Hm. Dz. Formstechcr zu Offeubach und Hrn. Rabbiner Stein zu Frankfurt a. M. sich bildenden Ullterstützungskasse für Rabbiner-Relikten augeschlossen, was allgemeine Anerkennung verdient. Denn es handelt sich hierbei nicht blos um die nothdürftige Versorgung einer ihrer einzigen Stütze beraubten Familie, sondern die Bedeutung eines ■ , .. . . 37