Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1850)
- Date
- 1850-08-31
- Page
- Seite 140 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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140 - in verschlossenen Körben aus den Scharren abzuholen hier verordnet; cs ist derselbe Holdheim, der irr einer gedruckten Traunngsrcde, das Brautpaar verwarnt eine koschere Küche zu führen. — Gewiß l Die Herren Berliner Reformer verdienen Bewunderung, die Inkonsequenz wird von ihnen köstlich belohnt. — Wie man hier erzählt, soll Hr. Octtinger gerade über einen speciellen Controvcrspunkt eine zustimmende Verfügung einer Behörde erhalten haben, worin seine Behauptung von empirischen Standpunkt als wahr erkannt wurde. Er ist sehr zu wünschen, daß Ihr geehrter Berliner Korrespondent hier das Nähere mittheilen wollte. — * * « * Personalchronik und Miscellen. Leipzig. Nach.einer Mittheilung in den W. Bl. wäre Wiener Kalender und Jahrbuch von Busch für das Jahr 1851 erschienen, nach einem anderen Berichte wäre auch der von Klein in Brieg erschienen. Allein diese beide habe ich weder für 1851 noch für 1850 zu Gesicht bekommen, so daß ich darüber nichts sagen kann. Hingegen ist mir zugekommen: ,,Deutscher Volkskalender und Jahrbuch u. s. w." Herausgegeben von M. Breslauer, den ich in jeder Beziehung empfehlen kann. * * * Filehue, imAug. Unser Rabbiner Dr. Stein hat das Rabbinat in Danzig in der Altschottländcr'schen Gemeinde erhalten, und geht schon zu den Festtagen dahin ab. * * * Posen, im Aug. Allgemeine Klagen hört man jetzt über die vor vielen Jahren projektirten jüdischen Ackerbau-Kolonien, wobei sich, so viel ich weiß, Dr. Hirschfeld und sein Schwiegervater Hr. Sal. Eg er, R. in Posen, stark betheitigten, da nicht nur die ganze Sache unverantwortlicher Weise ganz eingeschlafen, sondern von den zahlreichen Geldbeiträgen, die von allen Seiten eingegangen, haben weder die Geber noch die Nehmer je etwas weiter erfahren. * * * Aus Dänemark. Der in der neuen Schlacht bei Jdstädt genannte dänische General de Meza, der vorzüglich zum Siege der Dänen gegen Schleswig-Holstein beigetragen, ist ein Israelit aus Kopenhagen, der durch seine Talente und Bravour es als Jude bis zur Stellung eines Generals gebracht hat. Cr ist noch Jude und gehört zur sefacdischen Gemeinde in Kopenhagen. * * * Ans Breslau. Der „deutsche Volkskalender und Jahrbuch" herausgegeben von Breslauer bringt unter „Personal-Chronik" folgende Notizen, die ich hier den Lesern gern mitthcile: Herr Dr. med, Moritz Altmann zu Pol. Wartcnberg wurde, nachdem er das Phystkat \\ Jahr intcrmistisch verwaltet hatte, zum Königl. Kreis-Phyfikm ernannt. Die beiden Aerzte H. H. Dr. Dr. Ehrlich in Brscg und H. Friedberg in Berlin, erhielten das Prädikat „Sanitäts-Rath." Herr Dr. Jmannel Levy aus Breslau hat sich auch im Auslande durch sein Werk über die Heilung der Cholera einen Ruf erworben. Die Sociele medicalle in Paris erklärte in einer ihrer Sitzungen durch den Vorsitzenden, Herrn Barth: „Herr Levy habe sich um der Wissenschaft wohl verdient gcmacht." Die Societe medicopratiquc, f° wie der Verein deutscher Aerzte und Naturforscher ernannten ihn zum correspondirendeu Mitglieds. Dr. med. Neißer ist bei der medizinischen und Dr. pliil. F. Cohn bei der philosophischen Fakultät an der Uuiverstät zu Breslau, als Privatdocent habilitirt. Beide haben sich durch wissenschaftliche Arbeiten in der gelehrten Welt bereits einen Ruf erworben. Herr Cohn ist von der Botanischen Gesellschaft zu Regensburg und der Kaiserl. Car! Leopold Akademie der Naturforscher als correspondirendes Mitglied ernannt. In Breslau fungirt zum ersten Mal ein Jude, Herr Dr. Friedeuthal als Stadtrath. Schon in frühern Jahren wurde Herr Louis Milch hierselbsi zum Stadtrath gewählt, derselbe hatte jedoch die Wahl abgelehnt. Als Stadtverordneten-Vorsteher fungiren: In Breslau Dr. Grätzer; in Hainau Dr. Eger; in Kempen Dr. Born; in Ocls Herr Carl Baruch Oelsner. Zu Gewerberäthen in Breslau wurden ernannt: Die Kaufleute I. Fried enthal, B. Stern, der Schiedesmann und Stadtverordneter S. 8. Samosch und I. Wiener. Der Dr. meä. Jac. Scheyer in Neinerz erhielt den rothen Adler- Orden 4ter Klasse und wurde als Brunnen-Arzt in Neinerz angestellt. * * * Berlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.