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Der Orient · 1850-08-24 · 34 (24.8.1850) · p. Spalte 529-530

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
34 (24.8.1850)
Date
1850-08-24
Page
Spalte 529-530 (sequence 1)
Language
German
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des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. «r eipzig, den 24. August 1850. Inda!t. Kri tiken. Kurze Uebersichten. Israel und die Heiden rc. von Js. da Costa. Das Sefer ha-Zaschar mit einer hochdeutschen Uebersetzung von 2s. Kausfmann. Angez. von I. Fürst. Luzzatto's Werkäien über Kalenderkunde. Angez. von Dr. Aipser. Geschichte der Gelehrtenfamilie Jbn Jachja rc. von Dr. Carmoly. Angez. vonJ. Fürst. — Studien. Ueber einige populär-moralische Werke von Leop. Duke6. — Literarische Miscellen. Von Jul. Fürst. — Ankündigungen. Kurze Uebersichten« 17) Israel und die Heiden, ein Beitrag zur Geschichte der Juden von den frühesten Zeilen bis auf die Gegenwart. (In holländischer Sprache.) Von Dr. Isaak Da Costa. Amsterdam, 1850, 8. Nisbet u. Co. Dieses Werk, welches wir noch nicht gesehen, zeigen wir nur um deßwillen hier an, damit irgend ein Leser dieses Blattes in Holland, etwa Hr. Gabr. Polak oder Hr. M u lder, uns darüber ein ausführliches Originalreferat zuzusenden veranlaßt werde. Denn welcher Art auch die Tendenz dieses neuen Buches sein möge, so sind doch die den jüdischgeschichtlichen Stoff behandelnden Werke noch immer so selten, daß man auch untergeordnete gern zur Anzeige bringen möchte; biä dahin aber erlaube ich mir das schöne Referat darüber mitzutheilen, welches das vielseitige und mit großem Geschmacke redigirce ,,Magazin für die Literatur des Auslandes" (Nr.-83) gegeben. Es lautet: „Der Verfasser, ein Abkomme jener Juden, die im 16. Jahrhundert vor den blutigen Verfolgungen der spanischen Inquisition in den Niederlanden ein Asyl fanden, und wahrscheinlich auch ein Verwandter von Uriel Da Costa, dessen Name von Gutzkow und Anderen nach seiner lateinischen Benennung in Acosta verwandelt worden, hat, wie er versichert, von frühester Jugend die Geschichte seiner Vorfahren zum Gegenstände eifrigen Studiums gemacht. Vorzüglich habe ihn das Problem beschäftigt': Welchen Zweck hatte die Vorsehung mit der Zerstreuung dieses Volkes über den ganzen Erdboden, und welchem künftigen Ziel geht es entgegen? Auf. dem Wege dieser Forschungen kam er endlich dahin, dem schlaffen Judenthume, in dem er erzogen worden, den Rücken zu kehren und sich dem protestantischen Christenthume zuzuwenden. Seine Anschauungen des Judenthums von dem protestantisch-christlichen Standpunkte aus sind nun in diesem ,,Beitrage" niedergelegt, von welchem es dahingestellt bleiben mag, ob ec als Bereicherung dieses Literarurgebietes zu bezeichnen sei. Ob seine Lösung des Problems: „Die Juden seien in der Zukunft berufen, zur Fahne des Kreuzes zu schwören und in ihrer Urheimat Palästina ein christliches Reich zu gründen", richtig sec, bleibe eben so ununtersucht; neu wenigstens ist sie nicht. Jndeß dürfte doch Einzelnes das Interesse unserer Leser ansprechen, und besonders, was die sogenannten fefardischen Juden betrifft, die der Verfasser mit sichtlicher Vorliebe in den Vordergrund stellt. Die Sefardrner, Abkömmlinge der in Spanien und Portugal naturalisirten und 1492 — 97 zur Auswanderung gezwungenen Juden, bilden gewissermaßen die Aristokratie in diesem Volke. Im Verlauf des Mittelalters nämlich, wahrend ihre Brüder in den anderen Ländern die schmachvollste Erniedrigung duldeten, genossen jene auf der Halbinsel fast volle bürgerliche Rechte. Diese höhere Stellung flößte ihnen eine Selbstachtung, ja, einen Stolz ein, der sogar ihr späteres Unglück lange überlebte. Das Auffallende dieser Erscheinung erklärt der Verfasser mit folgenden Worten: „Schon in den ältesten Zeiten hatte sich dem celt-iberischen Kern der spanischen Bevölkerung manches orientalische Element beigemischt. Lange bevor Rom nach der Beherrschung dieser Küsten trachtete, hatten phönizische Ansiedler sich hier festgesetzt. Die Gothen, über die Pyrenäen eindringend, brachten allerdings eine Beimischung nordischen Blutes herzu; allein sie hatten hier mehr ein Feldlager aufgeschlagen, als eine Niederlassung gegründet. Ihre Könige führten nicht den Titel: Könige von Spanien, sondern : Könige der Gothen in 34

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