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Der Orient · 1850-08-03 · Heft 31 (3.8.1850) · p. Seite 121

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 31 (3.8.1850)
Date
1850-08-03
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. kür Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Für-. Jahrgang. Won dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an sedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 3. August 1350. Inhalt. Deutschland Aus dem Großherzeglhum Sachsen. Deutsche Gebete und Zusammenlegung der Schulen. Aus Franken. Revision des Kirchen-Edikts Breslau. Zahlung jüd Einwohner Berlin. Anfrage der Schuldepulation. Armenschule. Mischehen. Gutachten darüber von Oertinger und Holdheim. Berlin. Die neuen Gemeinde-Statuten. Frankfurt a. M. Witwen- und Waisenkass« für Rabbiner, — Oesterreich. Krakau. — Miscellen. — LL. d. Or. Deutschland. Aus dem Großherzogthum Sachsen, im Juli. Im Jahre 1833 erschien für unser Land ein Gesetz, welchem zufolge die Juden gehalten waren, ihre Gebete in deutscher Sprache zu verrichten. Von 1348, namentlich von der Publicirung der Grundrechte ab, ließen die Juden jene Verordllung, mit welcher sie stets als einer Verletzung der Gewissensfreiheit sehr nnzufricden waren, außer Acht und die Behörde trat dem auch nicht entgegen. In diesen Tagen ist jedoch den jüdischen Gemeinden vom Landesrabbinate aufgegcben worden, die deutsche Gebetsweise unverzüglich wieder aufzlrnehmen. Die Gemeinden haben jedoch dagegen Protest eingelegt und sind entschlossen, - zur Wahrung ihrer Gewissensfreiheit bis zur Unienögewalt zu gehen. Der bei uns eiugeführten politischen Emancipation der Juden folgt jetzt auch Seitens der Bevölkerung die sociale, durch welche Erstcre erst zu einer vollen und wahrhaften Emancipation wird. Nachdem.bisher in unserm Lande Juden und Christen getrennte Volksschulen hatten, haben sie sich jetzt, namentlich in Lengsseld, dahin geeinigt, daß beide konfessionelle Schulen zu einer verschmolzen werden sollen. Die Regierung gab hierzu nicht nur ihre Zustimmung, sondern unterstützte dieses Vorhaben auch mit pekuniären Mitteln. (Voss. Z.) Ans Franken, im Juli. Es ist den Israeliten in Baiern wieder die Hoffnung gegeben, daß bei der demnächst vorzunehmenden Revision des allgemeinen Kirchen-EdiktS in den Kammern der Abgeordneten auch ihrer Kultus- und Gemeinde-Angelegenheiten gedacht werde. Zu diesem Behufs stellte das Staats-Ministerium an verschiedene Rabbiner mehrere Fragen, in Betreff der Gestaltung der Kultus-Gemeinden, der Autorität der Rabbiner, Herstellung eines künftigen Organs zur Leitung religiöser und diseiplinarischer Verhältnisse u. dgl. Welchen Erfolg die Beantworiungcn der aufgegebeneu Fragen haben wird, läßt sich gegenwärtig nicht bestimmen; daß über einige der wichtigsten Fragen aber manche sehr verschiedene Ansichten geltend gemacht werden, unterliegt keinem Zweifel, da die zur Begutachtung ausgeserderten Rabbiner in mancher Beziehung sehr divergirenden Prinzipien angchörcn. Die uns bekannten ansgcforderten Rabbiner sind : in den 3 fränkischen Regierungs-Bezirken Adler in Aschassenburg, Dr. Aub in Baireuth, Dr. Lonni in Fürth; von Oberbaiern Aub in München und von Schwaben und Neuburg Dr. Feuchtwang in Dettingen und Gugenheimer in Kriegshaber. Einige der hier erwähnten Rabbiner kamen zur Berathung über die Art der Beantwortung mancher Fragen in Bamberg zusammen, welcher Versammlung auch manche gur Begutachtung nicht aufgeforderten benachbarte Rabbinercms den fränkischen Regierungs-Bezirken, beiwohnten. Breslau, im Juli. Im Regierungsbezirk Breslau waren nach der vorjährigen Zählung 11,?20 jüdische Einwohner, worunter 1721 schulpflichtige Kinder. Von diesen besuchten 1361 geistliche, und nur 33h 31

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