Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 29 (20.7.1850)
- Date
- 1850-07-20
- Page
- Spalte 463-464 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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463 ober Berufung israel. Glaubensgenossen zu dem akademischen Wirkungskreise, wie die Würde der Wissenschaft es längst gefordert, und mit tiefer Beschämung sehen wir hierin den österreichischen Staat dem sogenannten Lande der Intelligenz vorangehen. Wenn wir die Vorgänge in Preußen, namentlich die judenfeindlkche Universität Breelau sehen, so ist es doppelt erfreulich, Oesterreich fest und klar auf der Bahn des Fortschritts zu sehen und bald möchte mau zu glauben versucht'sein, daß der Schwerpunkt Deutschlarid's, wie die Großdeutschen behaupten, in Oesterreich liege; die Zukunft ist nur da zu suchen, wo der Fortschritt sein Zelt auffchlägt. Indem wir daher diese Erscheinung im Kaiserstaate freudig begrüßen, indem wir mit inniger Anerkennung die Zulassung mchtchristlichec Bekenner in der Verwaltung, zu militärischen Chargen und an den Hochschulen begrüßen, leben wir der besten Hoffnung, daß auch tüchtige und berufene Docenten erstehen werden, wie' dies an Hrn. Kämpf sich schon zu bewähren angesangen, dcr mit der Wissenschaftlichkeit eines Norddeutschen seinen Lehngegenftand zu behandeln berufen ist. Was diese fließende und um sichere AM^tsrede anlangt, so hat Hr. K. schon sehr richtig b^M^^daß es sich hier weniger, „um Heranbringung neuer Momente, als um die Ermöglichung einer Uebersicht der bereits gewonnenen Resultate" handelt, wenn gleich hier immer noch Raum genug da ist, manchen neuen Gedanken einzuweben, und in diesem Betracht wird es wohl genügen, eine kurze Uebersicht dieser Rede mit einigen Worten in folgenden Hauptmementen zu geben: 1) Die semitische Sprachwissenschaft in ihrer Wich- 484 tigkeit als Schlüssel zu einer religiösen Weltliteratur, also in theologischer Beziehung. —.2) Diese Sprachwissenschaft in ethnographischer völkergeschichtlicher Beziehung, insofern die semitischen Völker die ältesten der menschlichen Kultur sind, wenigstens den klassischen Völkern gegenüber. — 3) Das Vocurtheit der Philologie bis gegen Ende des vorigen Jayrh.'s, und die Nachtheile dieses Vorurtheils für die specielle semitische Philologie. Ursachen des Vorurtheils. — 4) Ablegung des Vorurtheils und endliche Blüthe der semit. Philologie. Gründlichkeit mit Geschmack gepaart. Nutzen dieses neuen Anbaues für die Philologie., überhaupt. — 5) Umfang des Semitismus, ethnographisch und linguistisch. Die drei Hauptzweige desselben. Zeichnung des Neuhebräischen. — 6) Die Bezeichnung semitisch oder orientalisch. Ob die Bezeichnung genau. — 7) Das religiöse Interesse dieser Sprachwissenschaft, Hauptgruppirung der Schriften. — 8) Die ästhetische Seite dieser Literatur. Die geschichtliche Bedeutung. — 9) Der Universalismus der arabischen Literatur. — 10) Zeichnung der jüdisch-maurischen Literaturperiode. — li) Nutzen der semitischen Sprachwissenschaft zur Erweiterung unserer Anschauung über die Poesie und ihre Formen. Vergleich zwischen orientalischer Poesie und griechischer. — 12) Die klassische und semitische Philologie, der Semitismus nud Jefttismus ergänzen einander. — 13) Verdienste böhmischer Gelehrten um den SemitismuS. Das sind die hauptsächlichsten Jnhaltspunkte dieser Rede, welcher der Vers, literär-historische Anmerkungen folgen ließ. Möge Hr. K. seine Vorlesungen auf diesem Gebiete auch ferner mittheilen. Ankündigungen. Ankündiaunam. An diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so wert sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen i-j- Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [66] Bei I. Kaufmann in Frankfurt a. M. sind jetzt zu haben, und durch (5. L. Fritzsche in Leipzig zu beziehen : Iohlson, I., rnn Lehrbuch dcr mosaischen Religion, nebst Anhang, Cercm-onialgesetzc und Gebräuche, Schiitgebete und des MaimouideS Abhandlung von den Sitten. 4. Ausl. Frankfurt, 1839. 10 Ngr. --"py. Biblisch-hebräisches Wörterbuch, mit Angabe der entsprechenden Synonyma. Nebst Anhang: Erklärung der in rabbin. Schriften üblichen Abbreviaturen. Frankfurt, 1840. 25 Ngr. -- -nDN nn^n. Chronologisch geordnete biblische Geschichte in der Ursprache der heiligen Schrift. Nebst biblischen Denk- und Sittensprüchen und sieben Psalmen mit dem Kommentar von David ^Himchi. 2. Au fl. Frankfurt, 1837-15 Ngr. Zohlson, I., n>b\ Hebräische Sprachlehre für Schulen. Frankfurt, 1838. Preis 10 Ngr. D^roi DWDJ min. Die heiligen Schriften der Israeliten, nach dem masoretischen Text, neu übersetzt von I. Iohlson. Band 1 (enthält die fünf Bücher Mose). Baud 2 (enthält die Bücher Iesna, Richter, Samuel und der Könige). Feankfurt, 1831 und 1836. Preise 1 Thlr. 10 Ngr. Mannheimer, die Inden in Worms, ein Beitrag zur Geschichte der Juden in den Rheingegenden. Mit einem Vorwort von Dr. I. M. Jost» Frankfurt, 1842. brosch. Preis 5 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.