Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1850)
- Date
- 1850-07-13
- Page
- Seite 112 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Jelgava 1× ep/1000666
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112 schüfe zu Willi?., und der gleichfalls als Lehrer daselbst Schisma anszufulleu — so wird sich die praktische Gestaltung schon mit der Zeit ergeben. — Für isr. Arme in Paris ist, wie alljährlich , auch diesmal eine Lotterie veranstaltet worden. - Sie ergab 17,334 Fr.; cs zeigte sich dabei eine erfreuliche allgemeine Betheiligung. — Aus Algerien. Diese mehr als zwanzigjährige Beigabe Frankreichs' ist nun endlich mit Frankreich so verschmolzen, daß auch das moderne Kultnslebcn sich dort'"recht freundlich gestaltet. -Algerien hat gegenwärtig 3 Großrabbmer, in Algier, Oran.und Eonstan- Nue wohnend, und welche die Beziehungen mit Frankreich gewissenhaft erhalten. Die isr. Schule in Algier, unter Anleitung des Hrn. Weil, erfreut sich des herrlichen Fortganges. Der Großrabbiner besucht sie zweimal wöchentlich und wendet Alles an, um sie zu crmu- Ihigen und zu heben und Prof. Weil selbst ist unermüdlich. Eine junge algierische Jüdin ist bereits Lehrerin. Polen und Rußland. Riga, 15. Mai. Nach einem ziemlich langen Stillschweigen, erlaube ich mir, Ihnen hier aphoristisch einige Notizen über hierländischc jüdische Angelegenheiten und Personen zudem men zu lassen. Bon dem dirigirenden Senat sind in den Stand der erblichen Ehrenbürger erheben worden: die Kaufleute 1, Gilde in Witebsk, Herr Gabriel'Herzikow Ginsburg,' dessen Kinder: Sohn Jewsei Gabriclew und Tochter Beile und Elke, so wie die Ehefrau des erwähnten Sohnes: Rasja und deren Kinder: Sohne Süßkind und Ura nebst Tochter Martle. Ferner in den Stand der persönlichen Ehrenbürger: der Banqnier und Kaufmann 2. Gilde, Hr. Moses Sundel Stern in Mitau, und der Kaufmann 2. Gilde zu Witcbsß, Hr. Moses Hirsch Barainin z endlich der Bürger ju Brest, Hr. Israel Japhalowitz. — In Folge einer Beverwortnng des Minister - Komitees, haben Se. Majestät der Kaiser dem bei dem Censur-Konnte in Kiew für die Eensur hebräischer Bücher angestellten Hebräer,' Hrn. S e i b c x i i n g, emo goldne Medaille am Annen-Bande, mit der Aufschrift „Für Eifer" zum Tragen am Halse, Attergnädigst zu verleihen geruht. —- In der Gouvernementsstadt Cherson ist jüngst eine jüdische Mädchen-Elementarschule, so wie in den Gouv. - Städten W i t e b s k und K o w n o eine hebr. 'Kronsschule für Knaben errichtet und bei ersterer Herr Kaplan, bei letzterer aber Herr Mappa als Lehrer augestellt worden. — Die hiesige (Riga'schc) Hebräerschnle hat eine Lehrer-Personal-Veräuderung erlitten. Der au derselbe!: angestellt gewesene Lehrer, Hr. L. Hurwitz, ist im vorigen Jahre als ältester Lehrer (Starschi Ulscliitel) der Religion und hebr. Sprache an der hebr. Krons¬ Verlag vom C. L. Fritzschc. angestellt gewesene Hr. R. I. Wunderbar (als Mitar- <\ beiter dieser Zeitschrift den Lesern bereits bekannt) , ist als Haupt-Neligionslehrer bei der so eben errichte- - tcn hebräische Kronsschule zu Mitau berufen worden. Ueber die Eröffnung dieser ebengcnannten Schule ent- ° halt die' hiesige Gouv. - Zeitung folgendes Spccielle: ,,Der N. April d. I. war für die hiesige (Mitau)'che> israelitische Bevolkerang ein seltener Festtag, indem an st dernselbeist die feierliche Eröffnung der hiesigen hebräischen Krcnsschrlle (bis hierzu die erste im kurländischen Gen-! vernement) stattfand. Nach geschehener Einladung, versammelten sich im Schullokale um 12 llhr Mittags die Honoratiouen und Autoritäten, dieser Stadt nebst den ' Depntirtcn Und Netabeln der hebr. Gemeinde, sowie . auch die Zöglinge dieser Schule stimmt ihren Eltern. Nachdem nun der hiesige Gouvernement Schulen-Diree-; tor, Herr Eollegienrath und Ritter von Belage den st allerhöchsten llk'aö an den Herrn Minister der Volkey Aufklärung, die Organisirnng der hebr. Schulen über- [" Haupt und die Acte über die Gründung dieser eben er-; wähnten Mitansehen hebr. Kronsschnle insbesondere betreffend verlesen und die wohlthätige Absicht 'unseres st allergnädigstcn Kaisers und Herrn näher beleuchtet hatte, sprach der hiesige Rabbiner, Herr Jacobseh», in hebräist scher Sprache über die Zulässigkeit der Vereinigung des S Unterrichts der israelitischen Religion mit den allgemeinen 'y' Wissenschaften, vom Standpunkte der israelitischen Orst thodoxie aus, und bewies, daß auch schon die Altväter \ der israelitischen Nation und die ältesten Rabbinen diele \ t Vereinigung nicht nur gestattet, sondern sie nachd rück liehst -st empfohlen hatten. Hierauf hielt der nunnrehr bei dieser Schule angcl. i stellte Haupt - Religiouslehrer, Herr R. I. Wunderbar, eine Rede in deutscher Sprache, worin er gleichfalls die so große Wohlthat unseres Kaisers durch die Gründung j obiger Schule näher beleuchtete, die Zöglinge zu Fleif und Sittsanrkeit, so wie zur Liebe und Treue gegen ' ihren erhabenen Wohlthäter, unseren allergaadigsten Mei narchen, ermahnte, und schloß mit einem inbrünstigen \ : Gebete für das Wohl des Herrn und Kaisers, der Kai- I . -setin und des Thronfolgers -sammt dem ganzen kaiserlichen Hause, wie auch für die sämmtlichen hohen Reichs- . Autoritäten und Ortöobrigkeiteu, welches den lebhaftesten Eindruck auf die Zuhörer.machte, und ein Jeder verlief; der: Saal, begeistert für das Wohl unseres allgcliebten! ) Landesvaters und Herrn Nicolai L —" Ich bemerkt nur noch, daß die eben erwähnte Schule aus 2 Klaffen, j jede aus 2 Ordnungen besteht, gegenwärtig eirea 90 Schüler zählt, die in der hebr., russischen und deutschen Sprache; irnd Schrift, in der Arithmetik, in ucit dem CctN< mentar VS in Vtischna imfc dem Wesenttichsten auS l “]ny |r6w, in der Uebersetzung der üblichen Gebete (Vsn) : : so wie in der israelitischen Religions - und Sittenlehtt von drei Lehrern Unterricht erhalten werden. — Druck von I. H. Nagel.