Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1850)
- Date
- 1850-06-29
- Page
- Seite 101 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter für Jahrgang. — jüdische Geschichte und Literatur. — Das Abonnment auf Von dieser Zeitschrift cm Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Herausgegeben erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitlödl. Postämtern und allen solide Büchbandlungen auf ein Jahr. V0U gerechnet, zwei Dogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. vr. Julius Fürst. la«. Leipzig, den 29. Juni 1850. Inhal 1. Deutschland. Frankfurt a. d. O. Ein Äpoftellehrer der Kreiszeitung. Feier. Posen. Berichte aus Schneidemühl, Gnesen, Fordon. Au6 dem Posen'schen. Der Wirrsal und die jüdischen Gemeinden. Berlin. Die neuen oktroyirten Gemeinde-Statuten. — Oesterreich. Preß bürg. Das reizende Bild des Spießbürgerthums. — Personalchronik und Miscellen. Pesth. München. - LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt <S. d. O., 13. Juni. Große Entrüstung erregte in diesen Tagen ein, von einem hiesigen christlichen Gelehrten im hiesigen Kreisblatt erschienener Aufsatzder ganz in der Manier der Kreuzzeitung von Haß und Werfolgungssucht übersprudelt. Der Verfasser ist — auch der V Name eines Herostrats wußte sich unvergeßlich zu machen — der Verfasser ist ein am hiesigen Gymnasium fungirender 5 Jugendlehrer, Professor Hei dler. Der israel. Vorstand hat in Folge desselben eine, mit vielen Unterschriften versehene, schriftliche Anfrage an denselben gerichtet, und muß •man das Weitere erst abwarten« Wir bemerken nur noch, daß Prof. H. Preußenvereinler ist. Sie haben, wie es . scheint, daß letzte Referat nicht erhalten und berichten wir daher nachträglich, daß auch hier die Rettung des Lebens Sr. Majestät des Königs durch einen solennen Gottesdienst > gefeiert wurde. Hr. Dr. Lewyso hn hob die Tora aus der - Bundeslade und sprach zuerst ein von ihm versaßns hebräisches Gebet, und alsdann in den glühendsten Woeteen über die Wichtigkeit des Ereignisses. Hierauf wurde zwischen Borbeter, Hrn. Kantor Lewen Hain, und der Gemeinde der 61. Psalm versweise gesungen. — lieber die Mischehe, von ' der Sie vor einiger Zeit von hier aus berichteten, fügen wir ■i nur die Mittheilung hinzu, daß der Richter die Kopulation nicht früher vollzog, als bis die Braut die Erklärung von dem Austritt aus dem Judenthum abgab. Aus dem Großherzogthum Posen, im Juni. Wemg Neues — und das Wenige auch nicht gerade sehr erfreulich. — In Schneidemühl haben sich die Parteien noch immer nicht ausgesöhnt. Die Opposition von Seiten der „Alten" wird rm Gegentheil immer heftiger. An Exceffen soll es auch nicht fehlen. Schöne Wirtschaft! — Gnesen muß das „Wort Gottes" entbehren, weil Dr. G. von einer langen Krankheit angegriffen, den Sommer auf dem Lands zuzubringen genöthigt ist. Der so schön eigerichtete Chorgesang beim Gottesdienste wird wohl auch bald schlafen gehen, da der Kantor, einsehend, wie schwankend seine Stellung, bereits im Begriffe stehen soll, einen andern Posten anzunehmen. — Die Gemeinde Fordon ist von ihrem Rabbiner verlassen worden. Derselbe ist einem Rufe nach Hamburg gefolgt, um daselbst eine sog. Klause zu übernehmen. Die Fordoner haben Ursache, diesen Verlust zu bedauern; denn Herr Jaffe hat in jeglicher Beziehung seinen Platz ausgefüllt. — Sonst nichts für heute. Aus der Provinz Posenim Jum'. Wir haben in diesen Blättern schon mehrere Mal von dem „bunten Chaos" gesprochen, in welches die Angelegenheiten sämmtlicher Gemeinden des Großherzogthums durch die stürmischen Ereignisse des Jahres 1848 gerathen sind. — Die Stürme sind NUN vorüber, es ist ruhig geworden im Lande, Alles ist wieder in das alte Geleiö zurückgekehrt. — Alles, Alles — nur nicht die kleinen zweiräderigen Wagen, von welchen unsere Gemeindeverhältnisse forlgezogen und vorwärts gebracht werden sollen. Diese wilden Maschinen schwanken noch immer hin und her, taumeln bald rechts, bald links und sind noch in jedem Augenblicke in Gefahr, zusammcnzustürzen und Achse und Rad zu brechen. Woran liegt das? 26