Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 20 (18.5.1850)
- Date
- 1850-05-18
- Page
- Spalte 305-306 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fileratnrblatl des Orients. Berichte,, Studien und Kritiken ' 'fürjüdische Geschichte «nd Literatur. m so. Q, > i Up zig, den 18. Mai 1830. Inhalt. Studien. Der Natur-Philosoph, nach Perek Schira, von Nabb. M. Zipfer. (Forts.) — Zur Erforschung der ersten Sammler der Psalmen Davids von H. PH. Nee. — Aur Charakterisirung der Hillel'schen Schule. Von M. Zipfer. — Heber die Formel Am wedu, von R«e. — Poetische Mittheilungen von Dr. Carmotp. — Kulturhistorische Mi stellen von L. Oukes. Neues über den Astrologen Elasar. Weitere Notiz von I. Fürst. Ankündigungen. . ' Der Ratur-Philosoph, nach Perek Schira von M. Aipser, Rabbiner. (Fortsetzung.) Oft sehen wir im Weltenlaufe, wie gerade der Fromme lind Gerechte von der eisernen Gewalt des Verhängnisses unterdrückt wird und im Kampfe mit des Schicksals Mach-- m als Opfcr fällt. Nichts 'betrübender für den Menschen als dieser Anblick; nichts abschreckender für die auf dem Wege der Tugend noch Ungeübten, als diese 'Wahrnehmung. Da blickte ich hinauf zum gestirnten Himmel, bemerkte da picht selten dasselbe Schauspiel. Oft erhebet sich da auf einmal ein trübes Gewölk; düstere Dunkelheit überzieht den strahlenden Himmel; schwarz Donnerwolken, den Tod als Bundesgenossen mit sich herbeiführend und Feuerströme aus ihrem Schooße ausschültend, scheinen den herrlichen Glanz des Firmanentes zu verhüllen und ihn auf immer zu verdüstern. Doch bald zerstreut sich das düstere Gewölk und heiterer und klarer gehr die Sonne am Horizonte auf; die Stürme zerstieben wie ein Nichts, und desto herrlicher zeigt sich der Sternenhimmel dem Auge dxs Beschauers in seinem neuen Pracht- und Glanzesaufzuge. Wie des Firmamentes Strahl, ruft mir diese Erscheinung zu, so leuchten auch die Frommen endlich, so sie murhig den Kampf bestehen, und die auf der Lugendbahn Andern als Muster und Beispiel voran- 5) jrpSn md rpnr D^oporp , dddd "iJJl. D^y1? DDDDD ODM D’HyOl. Wie die Sterne nur in dunkler Nacht strahlen, ebenso bewährt sich echte Tugend in trüber Nacht der Versuchung. gehen, erscheinen wie die Sterne für und für. Denn auch Leiden sind wie die Stürme Boten Gottes, und Gram und Kummer sind die Vollstrecker seines Willens. Wie die Natur nach einem schauervollen Regenwetter nur um so schöner lächelt, und Alles auf den Fluren um so lieblicher sprießet und blühet, so erhöhen auch vergangene Leiden den Genuß des Lebens, der Sturm entflieht, die Nebel schmelzen, ein heiterer Himmel breitet sich über unser ganzes Wesen aus und der Genius der Ruhe kehrt mit Glanz umflossen in das bewegte Gemüth wieder ein. Sehet wie das Vöglein dort, von Jagers Schuß aufgeschreckt, in seinen zarten Gliedern erzittert, aus dem Gebüsche, dem einzigen sichern Zufluchtsorte, zu entfliehen genöthigt wird, und seinen Flug dem Gebirge zunimmt. Dies ist mir nicht minder eine Mahnung, daß wir, wenn Menschenhaß und Tyrcmnendruck über uns Herstürzen und schwer auf uns lasten, nicht gleich verzagen und allen Muth verlieren sollen, sondern uns im geistigen Fluge emporrichten, * unsere Blicke ebenfalls nach der Höhe wen- 6) , nry nu’’ onrjn bx ^y npa. pNI DW nfc'y J1 DyQ D?y. Stelle scheint eine Anspielung zu sein auf Ps. 11, 1: „Was sagt jbr zu meiner Seele: Flieh', einem Vöglein gleich, zu jemn Bergen hin", woraus erfolgt, daß der unter verstandene Vogel seine Zuflucht in den Gebirgen sucht. Die Sept. und nach ihr alle übrigen Kommentare verstehen darunter den oder Sperling; oder wären also nach der Analogie von und mit dem lateinischen Worte verwandt. Nach Andern ist das Grundwort das chald. -0g „Morgen" und bedeutet das Gefieder im Allgemeinen, weil es im Gegensätze der vierfüßigen Miere (Ps. 104, 20—24-), sowie der Mensch die Nacht zur Ruhe gebraucht, und früh Morgens uns mit seinen lieblichen Gesängen oder seinem Zwitschern erwecket. Aus der Vergleichung der folgenden Stellen jedoch, scheint die erste Behauptung die richtigere zu fein. Mt. 10, 29 20