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Der Orient · 1850-05-18 · Heft 20 (18.5.1850) · p. Seite 78

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 20 (18.5.1850)
Date
1850-05-18
Page
Seite 78 (sequence 3)
Language
German
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und der Wissenschaft wahrgenommen habe, die§ jedoch von der Kritik des Fr. Werkes nicht ganz und von der „Antidorrüana" gar nicht sagen kann? Keineswegs aber mißfällt mir letztere, ich wiederhole es, meinetwegen, weil Sie mich darin angreisen; I sondern Ihretwegen, weil Sie da eine Kränkung finden, wo Ihnen wahrlich keine zugedacht war; und mich da einer Parteilichkeit zeihen, wo ich mir es bewußt bin, die größte Unparteilichkeit gegen die Person ans- « geübt zu haben.! Haben Ihnen die vielen Beispiele, die ich darin von vielen Jahren her zusammengetragen, wie das von Rosas aus dem Jahre 1842, von Schonlein und LB. von 1843 u. m. nicht den Beweis geben können, wie ich hier keinen Einzelnen, sondern die ganze sich wieder sehr breit machende christlich-germanische Richtung zurück- und zurechtweisen will? Als Einzelner dem Einzelnen gegenüber, dürste gewiß kaum Jemand schonender verfahren als ich; —- den ungezogenen Gassenbuben, der mir „Jude" nachschreit, suche ich zu belehren, oder gehe ihm, wenn es nicht nützt, lächelnd aus dem Wege; — und nur solche Fälle meint auch der Talmud in der von Ihnen angeführten Stellen; wo aber die Angriffe einer ganzen: Gesainmthcit gelten, da halte ich jede Nachsicht für eine Schwäche, wenn nicht gar für ein Verbrechen, dessen ich mich nicht schuldig machen will, und beruft mich eben auf den Talmud, der oft sagt: piny )n *)N hn;rvb oder Makkot 7a: ’ddw pmo;n avn\ — Um nicht wieder Veranlassung zu Misverstäudnissen zu geben, will ich mich der Worte eines beredeterea Mundes , des Hrn. Dr. Philippso n bedienen und. aus dem Leitartikel der mir eben vorliegenden Zeit. d. Judenth. Nr. 10 folgendes (ans einer Sabbal-Sachor- Predigt) niederschreibell. „Nicht der kleine Beduincnstamm in der Wüste blieb Amatek. sondern bald hieß er so, bald so, bald Assnr, bald Babel, bald Rom, bald Spanien, bald Baiern; sie Alle aber waren Amalek; — nicht Agag hießen fürder, sondern bald Titus, bald Haman, bald Eisenmenger, bald Sepp — aber immer waren sie Amalek." (Hier möchte ich Fricdreich, Menzel re. einschalten.) „Verstehen wir also diesen weit tonenden Namen Amalek, begreifen wir ihn von vom herein als das Symbol jenes Kampfes, den Israel damals in der Wüste begann und bis heute fortzukampfm hat, des Kampfes der Wahrheit gegen die Lüge, des Rechtes wider die Unterdrückung, der Freiheit wider die Knechtschaft, des Lichtes wider die Nacht der Heuchelei, des Vorurtheils, des Aberglaubens — dann wird Alles klar in der Erzählung der Schrift und was sich an sie knüpft." — Freuen soll es mich, wenn Ihnen Hr. Wunderbar diese Antwort genügt, da icöfce? keine Kampfeslust beseelt, gewiß kein Verlangen spüre, ein Gladiatorenringen, vielleicht zum Ergötzen vornehm darein schau Herren Professoren fortzusetzen. Sollten Sie jedoch noch immer sich berechtigt glauben, von mir eine Satisfaktion zu fordern, will ich Ihnen auch diese geben, wiewohl ich Herrn Friedreich gegenüber mich ilicht der Ausdrücke n i e d e rtr ä ch t ig, u n m o r a l i sch g e f ü h rt e s S t u d e n t e n l e b e n rc., wie Sie m i r vorznwerfen scheinen, bedient habe. Die Art, wie sie ein junger Körnet fordert, wird sic wohl nicht sein; eher schon nröchte ich einen Ehrenrath Vorschlägen; — ich erkläre mich aber, falls Sie verlangen, bereit den Nachweis zu führen, wie das, nach Ihrem Urtheil „abgerechnet der darin enthaltenen Verwerflichkeiten gegen das Judenthnm, mit vieler Mühe und Umsicht geschriebene Werk, mit dem der Verfasser eine sehr würdige (?!) Monographie geliefert hat, welche in dieser Beziehung gewiß vielen Dank verdient", — nicht mehr und nicht weniger als aus vielen, zumeist judmseindlicheu Büchern kompilirt ist. Ich hatte es bald bei der „Nachlese" gethan, wenn mich nicht die Furcht, allgemein Bekanntes vorzubringen, davon abgehalten. Für mich wenigstens war bei einer ganz gewöhnlichen Belesenheit in Herrn Friedreichs Werke nichts Neues, als der ganz nackte nicht einmal ein Bischen jesuitisch maskirte Judenhaß. Dieserhalb und »veil man nicht gern, wenn man nicht muß im Koth hernmwühlt, habe ich zumeist, eben auch aus übertriebener Delikatesse, die stärksten Stellen, wie z. B. über rupD, oder über Hrn. Fr. „tägliche Beobachtlingen bei den jüdischen Weibern, die meistens erdfahl, blaß, mager und mehr oder welliger geschwächt ausschen" n. a. nr. unterdrückt. Wenn Sie es also verlangen, will ich, so lieb es mir wäre es nicht mehr vornehmen zu müssen — dieses Alles erschöpfend nach bringen. Daß der Ihnen unbekannte E—n Ihnen ferner so unbekannt bleiben wird, wollen Sie, Hr. Wunderbar, damit entschuldigen, daß ich ans Grundsatz nie meinen Namen unter meine Arbeiten setze. Keineswegs aber aus Scheu vor der O essen tlichkeit — die Redaktion kann auf Befragen immer meinen Namen nennen — sondern nur um bei etwaigen Widerlegungen von mir selbst die gekränkte Anloreneitclkeit fern, und mir mein unbefangenes Urtheil zu erhalten. Müßte ich nicht fürchten, Sie durch einen harmlosen Scherz vielleicht in Harnisch zu bringe::, würde ich —- sens comparaison — wie der Engel zu Manoach (Jnd. 14, 18) sagen: „Was fragst Du nach meinem Namen? ist er Wunderbar?" — So aber schließe ich, Ihnen den Abschiedsgruß.znrusend mit Gettcftö 32, 3: Dt? ihn? wb Wn ni no. — E — u.

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