Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1850)
- Date
- 1850-05-11
- Page
- Seite 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Abonnment ouf ein Jahr ist 5 Mr. Man abonnirt bei allen löbU Postämtern unö allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. kür jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeben voa Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Non dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Linraturblatt nütaerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Inhalt. Offene Antwort an Hrn. Wunderbar in Riga. — Deutschland Lissa. Schulverhaltnisse. Nekrolog. Die Synagoge. Posen. Gutachten, die freie Gemeinde betreffend. Schneidemühl. Fi lehne. Aus Posen. Bericht über die östlichen Gemeinden. — Die Gesellschaft der hebräischen Literaturfreunde. Bild aus dem vorigen Jahrhundert. — LB. d. Or. 1850 eipzig, den 11. Mai Offene Antwort an Hrn. R. I. Wunderbar in Riga. „Statt des Dorns entsteig' die Myrte." Jesaja 55, 13. Obgleich ich, geehrter Herr — wie Sie beim Beginn der „Anlidorniana" selbst sagen — Ihnen Veranlassung gegeben, daß Ihr lang ersehnter Wunsch,, auch mit einem polemischen Aufsätze austreten zu können unverhofft in Erfüllung gegangen; — also statt der ganz unverdiellten und ungerechten Verwürfe von Ihnen eher eine Dankadresse zu erwarten berechtigt wäre; — will ich denn doch nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, und Ihnen ohne jede Empfindlichkeit offen und ehrlich antworten. Sie mögen daraus entnehmen, wie es mir keineswegs darum zu thun ist, ,,cine Sauce mit leerenl Gewitzet au fzu.ti sch e n". Da ich Ihre Schmeichelei, mit der Sie mir in diesem Dirn in die Prophetie beilegen, wo also der Zuruf 'd iTD^Dn mir gewiß nicht gelten soll! belächle, ohne mich „in den Harnisch jagen zu lassen"; und mir es glauben, wie ich nur d a, und dann erst nothgedrnngen und mit Widerwillen die Waffen ergreife, wo es mir unumgänglich nöthig erscheint, als gerechter Richter auch ein strenger zu sein, um das unverbesserliche Uebel auszurotten Dy Inn n!?i! Im Uebrigen bin ich mir es ernstlich bewußt, wie ich nie daran denke, irgend Jemand zu ärgern, —mein Bestreben ist vielmehr danach gerichtet, mich und Andere zu bessern — am allmvcnigsten aber dachte ich daran, Sie zu kränken, Ihrer Ehre zu nahe zu treten oder gar den Stab über Sic zu br e ch e n l Es ist mir wahrhaft Ihretwegen leid, daß Sie da eine Kränkung fanden, wo Ihnen wahrlich keine zugedacht war. Ais ob das Leben des Juden nicht in der Wirklichkeit Kränkungen aller Art genug darbvte, daß man noch zu fingirten greifen müßte! Mich aber kränkt cs mit Recht, daß Sie, nachdem ich mich selbst einem Wolfgaug Menzel gegenüber dagegen verwahrt hatte, wie ich keineswegs die Person, sondern die Sache bekämpfe, mir dennoch Anzüglichkeiten gegen Ihre Person zutrauen können! Hätten Sie meinen Wahlsprnch: dem Reinen rein, dem Tücke vollen unversöhnlich, mit Ruhe und Ueberlegung gelesen, Sie hätten Sich und mir diese Kränkung erspart; so aber scheint Sic der Zorn zu sehr hingerissen zu haben, mit> cot? jvd oyD bW? lehrt auch der Talmud. — Ob Sie jedoch zu diesem Zorn gerechte Ursache haben, mögen die verehrten Leser des Orients entscheiden. In der ,,Kritischen Nach- und Dornenlese" begann ich nämlich : „So ausführlich die Kritik des Fr. Werkes von Herrn Wunderbar war, blieb die Haupt¬ oder Schattenseite, desselben: „die daraus hervorgeheude Aufgeblähtheit und Gesinnungslosigkeit, wenn nicht richtiger: Gemeinheit der Gesinnung, des Vers, fast ganz unberührt. Hrn. W. können wir insofern deshalb keinen Vorwurfmachen, 19