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Der Orient · 1850-05-04 · Heft 18 (4.5.1850) · p. Seite 69

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 18 (4.5.1850)
Date
1850-05-04
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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rwm Berichte, Studien und Kritiken Mm Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Tblr. Man abonnirr bei allen!öbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jalrgang. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literalm blart tritt* gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1850, Inhalt. Die Kreuzzeitmrg und die neue Gewerbe-Zeitung. Eine Geißelung judenfeindlicher Tendenz Von E. — Deutschland. Franks, a. d. O. Ueber den Eid mure jij'laico. Jüdische Demokraten. Gymnasialschüler. Berlin. Die radikalen Kuren des Vorstandes. Lostretun-z der Reform. Posen. Nachrichten aus dem Herzogthum. Kosten. Schmiege». — Oesterreich. U ngarn. Berichte über jüdische Verhältnisse in Ungarn. — LB. d. Or. Die Krerr;;eitmr§ und ihr Mftheckcherr, die neue Gewerbe-Zeitung für Preußen. (Schluß.l Was die Haupt-Anklage betrifft, die Stelle vj Hiyn — so schreibt nämlich Herr Falk, und wären wir durch die vielen Fehler hierbei fast veranlaßt worden, seiner Angabe, wie er mit der Kreuzzeicung in gar keiner Verbindung stehe, deshalb Glauben zu schenken z da ihn sonst Herr Wagener eines Besseren härte belehren können, wenn uns nicht anderes zu sehr wieder das Gegentheil oerrathen hätte — so ist es keineswegs: „Andersgläubige zu täuschen ist erlaubt! was aber auch so ausgelegt werden kann: Andere zu betrügen ist erlaubt", — sondern nur: Der Jrrthum des Heiden ist erlaubt zu benützen — zu übersetzen; und fordere ich jeden ehrlichen Christen, wie auch jeden ehrlichen getauften Juden, der des Hebräischen kundig ist, auf zu erklären, welche Uebersctzung die richtige sei? Der Talmud sag! sogar ausdrücklich: — siebe Chullin 94a — Es ist verboten selbst den Heiden zu täuschen; auch da wo es sich nicht um einen Betrug, sondern um eine nutzlose, gewöhnliche Täuschung handelt» Diese Stelle scheint dem gründlichen Talmudkenner, Hrn. Falk, entgangen zu sein, dafür bietet er auch uns wieder andere Neuigkeiten aus dem Talmud.: „Was wir aber von der Herrschaft der Juden zu erwarten haben, das mag sich Jeder selbst sagen, der da weiß, daß die Juden grundsätzlich kein Konigthum anerkennen, sondern durch die talmudischen Lehren geradezu zu einer Republik geführt,werden." Was nicht Alles so ein Regierungs-Sekretär a. D» weiß! Wollten Sie uns nicht aber auch den Dienst erweisen, Hr. Falk, uns genau nach Band und Blatt die Stellen anzugeben, wo diese talmudischen Lehren, die geradezu zu einer Republik führen, zu finden sind? Bis jetzt haben wir im Talmud noch vergebens danach gesucht, ebenso wie in der A. G. Z. nach dem von ihm angekündigten Zweck: „auf der sittlichen und bürgerlichen Grundlage fußend, und weiter Darauf bauend und daran knüpfend auf dem Wege einer friedlichen Reform, eine gerechte Ausgleichung der socialen Mißverhältnisse im Allgemeinen". — Sie können es daher nicht übel nehmen Herr Falk, wenn wir Ihnen nicht so geradezu aufs Wort glauben wollen. — Uebrigens hat Hr. Falk sich es sehr leicht gemacht und seine Gelehrsamkeit aus des berüchtigten Eisenmengers „Entdecktes Judenthum", das ja auch in Königsberg auf Staatskosten erschien, geholt. Herr Falk trauet seinem Gewährsmann aber ohne Weiteres und ruft aus: „dies ist der fürchterliche Satz, der die Juden zum Schrecken der Christen macht." — , Früher hat Hr. Falk einen anderen Popanz porgeführtr „Thatsächlich sind die Juden im Besitz der materiellen Macht, indem sie die Börse und duech die englische Bank (?) den Geldverkehr der ganzen Wels beherrschen." Welches ist nun der Rechte? Es soll wohl von allen Seiten versucht werden? Bei dem Beispiele aber das Hr. Falk bringt: wie in Berlin sich eine Menge ausländische Handwerker niedergelaffen und vielen von den Eingebornen das Brod benommen haben — vergißt er zu erwähnen, daß die Juden hierbei keine Schu»d 18

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