Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 16 (20.4.1850)
- Date
- 1850-04-20
- Page
- Seite 61 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Bnchbandiungen auf ein Jahr. kür jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Boaen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1§50 Inhalt. Central - Behörde in Berlin für jüdische Gemeinden des preußischen Staats. Plan des Vorstandes. (Schluß.) — Deutschland Ob»erschlesken Bemerkungen zu den Vorschlägen des Berliner Vorstandes und Vorschlag einer andern Formel. Berlin. Völlige Abtrennung der Reformgemeinbe. Bruch innerhalb der Reform. Wien. Nachricht von einem proselytischen Jesuiten. — Großbritannien. London. Nachricht von einem jüd. Märtyrer in der Mitte dieses Jahrh.'s. — Polen und Rußland» Neuer Usas über die Juden, die Auslieferung betreffend. — LB. d. Or. Central-Behörde in Berlin f u r jüdische Gemeinden des preußischen Staates. (Schluß.1 Ein solches Ziel scheint in der Einsetzung einer jüdischen Central-Beh örde gefunden, welcher die Wahrung jüdischer Interessen ausschließliche Aufgabe und Angelegenheit ist. Vereinten Kräften, die mit Ausdauer und Eifer der Lösung derselben sich hingeben können, ist eine Befriedigung der virlartigen Ansprüche, die hier angedeutet worden, keine Unmöglichkeit. Ein Kollegium von Männern, zlt deren Wahl die Gemeinden des preirßischen Staates stch vereinigen, um sie als Vertreter und Wahrer ihrer religiösen Bedürfnisse, alö Ordner ihrer Institute , als Organe ihrer Interessen, verkommenden Falls den Behörden gegenüber, wirksam zu sehen, — in welchem mit wissenschaftlicher Bildung und bewährtem religiösem Sinne und Streben, mit der speciellen theologischen Fachgelehrsamkeit erprobte Tüchtigkeit aus anderen Lebenskreisen sich vereinigt, wird — wir hoffen es — die Schwankenden und Gleichgiltigen, so wie die aus Mangel an Haltpunkten dem einen oder dem anderen Extreme sich Zuneigenden in eine Bahn theilnahmvoller Bcthätigung religiösen Sinnes und Gemeingeistes, der Versöhnung und Verständigung zu leiten die Kraft haben, so wie die vorhandenen lebensvollen Elemente zu schützen und znsawmenzuhalten. Ein solches Centrum wird der Regierung ein willkommenes Organ sein, da es ihr die Bürgschaft eftrer einfachen und sachgemäßen Darlegung fraglicher jüdischer Verhältnisse bietet, die Verständigung über Differenzen und Zweifel leichter vermittelt, und die Nächstliegende Konsequenz der Gleichberechtigung der Kulte, so wie die mindeste, wird eine Anerkennung einer solchen Behörde als einer offieiellen sein. Ohne einer solchen Behörde etwa eine ausschließliche Gewalt, eine Suprematie beilegen zu wollen, wird sie bei dem schwankenden Zustande, in dem sich zur Zeit alle unsere Angelegenheiten finden, eine unwillkürliche Anziehungskraft üben, und für eine Ordnung und die wirksamsten Antriebe geben können. Mit ihr werden die Vorstände der Gemeinden, die Rabbiner, Prediger, Schul-Direktoren in allen fraglichen Angetegenheiten, Synagoge, Schule, Gemeinde betreffend, gern in Korrespondenz treten, und nächst der Verständigung wird es gewiß ein hoher Gewinn sein, wenn daö durch solche Erörterung klar gewordene ein Organ sindet, das es in weitere Kreise trägt und dort zur Geltung bringen kann. Die Leitung des Schulwesens, die Feststellung des für das religiöse Wissen der Jugend Röthigen, die Förderung der Ausarbeitung zweckmäßiger Bücher für jüdischen Unterricht, die Vorbereitung wenigstens von einem Studienplane für die der jüd. Theologie Beflissenen, denen zunächst eine geordnete Anleitung und Gelegenheit zur Aneignung des talmudischen Wissens gewährt werden muß, — die Prüfung der Lehrer 16