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Der Orient · 1850-04-13 · Heft 15 (13.4.1850) · p. Seite 57

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 15 (13.4.1850)
Date
1850-04-13
Page
Seite 57 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Ldlr. Man abonm'rr bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Mry. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litcraturblatt rnilqerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1350, eipzig, den 13. April Inhalt. Central;Behörde in Berlin für jüdische Gemeinden des preußischen Staats. Plan des Vorstandes. — Deutschlau d Berlin. Vormärzliches iri der Gegenwart. Berlin. Eine Predigerstette in Brandenburg. E. Cohn. Berlin. Auflösung des jüd. Seminar's. Ein treues Institut. Berlin Leichenbegangniß des Wilhelm Beer Prenzlau. Predigerftelle. Dr. Lazarus. — Friedrich der Große und die Bürger von Neu-Ruppin. Von L. Weyl. — LB. d. Or. Central- Behörde in Berlin für jüdische Gemeinden des preußischen Staates. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde, A.H. Heymann, A. As her, Burg, I. Benda, H. Jacob, Ph. Meyer und Mich). Salomon, geht mit dem Gedanken um, in Berlin für sämmtliche Gemeinden des preußischen Staates eine Central-Behörde zu gründen, etwa in der Weise des Central-Konsistoriums zu Paris, und sie fordert zu diesem Behufe drlrch Misstve die Gemeinden auf, ihre Beitrittserklärung in möglichst kurzer Zeit einsenden zu wollen, indem er stch in einer ausführlichen Darlegung über Nothwcndigkeit, Wichtigkeit und Zweck ausspricht. Wir erlauben uns, diese Darstellung hier zur größeren Verbreitung vollständig mitzutheilen/ und zwar ohne alle kritische Besprechung, da der Gegenstand für sich selbst spricht. Die Darlegung lautet: „Die veränderte Stellung unserer Glaubensgenossen im Vaterlande, das die bisher aufrecht erhaltene AnSnahmegesetzgebung für die Juden als eine dem Geiste der Gegenwart, so wie die dem Wesen eines konstitutionellen Staates widerstrebende Anomalie beseitigt hat, kann nicht ohne den entscheidendsten Einfluß auf die inneren Verhältnisse der Gemeinden auftretcn. Wenn die frühere Gestaltung unserer Zustände, nach außenhin fraglich und unentschieden, ein festeres und aus einem entschiedenen Pnnzipe hervergehcndes Zusammenfassen unmöglich machte , und die bewegte Ströunrng in dem Staatslebeu während der vergangenen zwei Jahre eine Wahrnehmung unserer religiösen Angelegenheiten gewaltsam abwies, so scheint die festere Haltung , zu welcher die Verhältnisse im Allgemeinen zurückkehren, eine Verständigung über das, der Erhaltung der jüdischen Gemeinden Noth thnende nicht bloß zuzulassen, sondern dringend zu fordern. Seit mehr als einem halben Jahrhunderte haben stch innerhalb der jüdischen Gemeinden Einflüsse verschiedenster Art geltend gemacht, die, wie sie aus verschiedenen Quellen entsprungen, auch die maunichfachsten Richtungen einschlngen. Die Einwirkungen der Kultur, der Gesellschaft, der geänderten Stellung zu der Umgebung hatten das religiöse Leben und den religiösen Sinn tief ergriffen, das früher einzige und einigende Band gelöst, und die hergebrachte Physiognomie der Gemeinde bis zur Unkenntlichkeit verändert. Nur das Herkommen und äußerer Zwang hielt die Gemeinden zusammen. Die in den letzten Jahren hervortretenden Differenzen drängten endlich was innerlich' längst vorbereitet war in die Wirklichkeit hinaus, und doch bei aller inneren Divergenz der Ansichten mußte die thatsächlich gespaltene Einheit äußerlich als eine noch bestehende aufrecht erhalten werden. Dieser abnorme Zustand hat seine Eudschaft erreicht durch die als Prinzip anerkannte Trennung des Staates von den konfessionellen Interessen. Aber es ist 15

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