Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 13 (30.3.1850)
- Date
- 1850-03-30
- Page
- Spalte 205-206 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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205 Studien. Ueber die Offenbarung Johannis. 206 schlagen" O ffenb ar der fehlende achte Buchstabe, das Ajin. Ferner: „Aber die tödtliche Wunde wurde geheilt — NEH' 1DDD ffic — und alle Vteuschen wunrertcn sich des Thieres." M. s. unsere Erklärung des 17. Kap. d. Apok. namentlich V. 8, wo es heißt: ,,Das Thier, welches du gesehen, war gewesen, ist aber nicht mehr, u. s. w. und die Bewohner der Erde wunderten sich u. f. w. da sic sehen, daß es nicht mehr ist, et'gleich cs doch ist d. h. in dem Worte ist ja mi) W' (alles angestrengt zu einem Räthsel). Dieser Name d. L. kam in die Holle mit der Frau, die er Lahm trägt. Symbol ans die große Stadt Jerusalem. Die Wunde wird dadurch geheilt, da Joh. an selbiger Stelle zeigt, daß yw', als Abkürzung von yw der richtige Name ist und so ist in nuJ oder IM yw' cbtir tu nOHH ])W' der achte Kopf wieder da. — Johannes will sich in Räthsel erschöpfen, da er das Wort im Ez. buchstäblich nimmt als Räthsel, wie es bei MOT vorkommt. Nach nnserm jetzigen Geschmack muß jene Regel' jnu .FpDiDH b2 mehr beachtet werden, auch in Räthselaufgaben. V. 4. ,,Man betete den Drachen an. welcher dem Thier Macht gab; und man betete das Thier an und sagte: wer ist wie das Thier und wer vermag mit ihm Krieg zu führen." d. h. es gab Leute, die cs mit den Pharisäern hielten und andere, die es mit Christus hielten. So heißt cs ausdrücklich im Ev. Joh. 9, 16 und 10, 19, daß nämlich die Meinung über Christus gctheilt war. So ib, 11, 37: Einige von ihnen sagten: Christus, der die Augen der Blinden heilt, kann auch machen, daß dieser, Lazarus, nicht sterbe. So ih. 10, 41. Dahingegen waren natürlicherweise andere, die weder übernatürliche Wunder glaubten, noch an En-, gelerschemungen im Traume. Die Zaddukäer z. B. glaubten nicht an Auferstehung, auch weder an Engel noch an Geister; die Pharisäer bekannten beides, Apostelgesch. 23, 8. NB. Christliche Erklärer der Apok. philesophiren hier zu viel. - B. 5. „Es wurde dem Thier ein Mund gegeben, Lästerungen ausznstoßm." Vergl. Ev. Joh. 10, 33: Die Juden antworteten ihm: „Wir wollen dich nicht Einigen ob dem Guten, das du wirkst, sondern ob der Lästerung, weil du dich zu einem Gott machst und — du bist ein Mensch." So Mt. 26, 65. „Aber — W Johannes — cs wurde ihm die Macht gegeben, Krieg zu führen zwei und vierzig Monate", d. i. 3^- Zeitm des Daniel. NB. Die Namen der Sprechenden und Antwortenden kommen auch z. B. im Hochliede nicht vor. V. 6. „Das Thier öffnete seinen Mund, um Gott zrt lästern, seinen Namen und seine Wohnung zu lästern, Md altdie im Himmel wohnen." NB. Mt. 26, 65: V. 7. „Aber es wurde dem Thier — dem Messias — gegeben Krieg zu führet! mit den Heiligen." Diese Ironie soll eine Parallele sein zu Daniel 7, 21. Ferner: „undsie zu besiegen". Mit diesen „Heiligen" meint er die Pharisäer „die da sagen, sie seien Inden und sind es nicht: Apok. 3, 9 also Scheinheilige. Ferner: „und es wurde dem Thier die Herrschaft gegeben' über alle Stamme und Zungen und Völker." Vergl. Dan. 7, 21: „aarjy p-. «oipi rnn nm pr6 nbm pjt/np-oy mp." NB. Mit Zungen und Völker meint er die Heiden, die Christen wurden. W. 8. „Und alle Bewohner der Erde beteten das Thier an." ib. V. 27: pn^D' nb ttwkw hl). — Ferner : „alle die, wessen Namen nicht verzeichnet sind in dem Lebensbuche des Lammes, welches vor Begründung der Welt war und welches geschlachtet worden ist." Da es Apok. 21, 27 heißt: „das Lebensbuch, welches das Lamm bat", nvh -itcw. Auch ib. 3, 5: „Ich werde seinen Namen nicht ausstreichen aus dem Buche des Lebens"; so sieht man, daß Christus diejenigen, die ihm folgten in einem Buche vcrzeichuete, welches er „Lebensbnch" nannte, wie cs bei David heißt: Ps. 69, 29 LwN ">E)D. Johannes sagt nun, daß viele Menschen Christus anbeteten, die nicht in seinem Lebeusbuche stehen, da ja nicht alle Menschen und Stämme und Zungen in diesem Buche verzeichnet sein können. Mit andern Worten: „se l b st diejenigen, die nicht in dem Lebensbuche verzeichnet sind. — Daß es hier heißt „vor Begründung der Welt" gründet sich auf rni D'nbtf N“ü DWD. Heißt es doch vonRabbi Mei'r: „rnmuL/ b'D &rn tnd m>". . Z. B. D'DUsT) I b:in. ' V. 9. „Hat jemand Ohren, so höre er!" d. h. sei aufmerksam ans die Strafrede im felgenden Vers, über jene Partei, die es mit'den Pharisäern hält! V. 10. „Derjenige , der jemand in das Gcfängniß führt muß selbst in das Gefängniß gehen." Der Ausdruck ist geflissentlich entlehnt von Habakuk, wo es Hab. 1, 9 so heißt von den DOTD und ontso fand Johannes nach Daniel synonym mit Hexenmeister als Scheltnamen für die Pharisäer. M. s. Dan. 2, 2: „D’TBobi ü^WDDb O'vvmb. vnb'bn ibtb „Die Chaldäer zogen bekanntlich gm Jcrnsalenr und in ihren Zügen kreuzten sie das Land durch und tyrannisirten die Israeliten, wahrscheinlich von den Krämern in Chaldäa verführt, aus Furcht der Konkurrenz der jüdischen Handelsleute und es hieß bei den Bischöfen der Chaldäer: die Juden seien keine rechtgläubigen Heiden, sic beten nur einen einzigen Gott an. — (Beschluß folgt.)