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Der Orient · 1850-03-02 · 9 (2.3.1850) · p. Spalte 143-144

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
9 (2.3.1850)
Date
1850-03-02
Page
Spalte 143-144 (sequence 8)
Language
German
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143 Ankündigungen. 144 Ich halte nämlich dafür, daß nayta hier nicht Eigennamen, sondern Bezeichnung eines Weibes ist, welches sich dem Dienste des orgiastischen Kultns des vorderasiatischen Sabäiömus gewidmet, womit die Bedeutnng des Wortes, dessen Nadir Ez. 23, 3 in diesem Sinne gebraucht wird, übcreinstimmt. Bekanntlich bestand jener schändliche Kultns in Prostitution und Phallusdienst (s. Eckermanns Äehrbnch der Religionsgeschichte und Mythologie S. 141); daher 1 Kön. 15, 12 DN OJP mmb nateo rwy -w« rrrcuta rrvo'i )m nayD. „Auch seine Mutter nayD entfernte er (ndn) als Vorsteherin, als welche sie geleitet hat den Phallusdienst 1 der Astarta." Was das D&ttfGN na betrifft, so soll D^GN eine Benennung für äWcrfnt sein, welchem in dem ReLigionsfysteme des Sabäiömus die Stellung als das die Gegensätze in der Natur vermittelnde Prinzip gegeben ist. Sonne und Mond werden in Moloch und Astarta (mn&yy) verehrt, darstellend die Gegensätze de§ Männlichen und Weiblichen, Heißen und Feuchten (in Bezug auf die einwirkende Kraft des Mondes auf die Gewässer); Merkur dessen Bahn von der Sonne nicht sehr entfernt aber auch in der Nähe der Bahn des Mondes wird eine aus Feuchtigkeit und Trockenheit gemischte Natur Leigelegt und sein Einfluß in der Natur als vermittelnd, ausgleichend und anssöhnend angesehen, weshalb hier auch sein Name ofttPGN. (Man lese Sam. Hirsch's Netigionsphilosophie der Inden .§. 30.) Der Kultus 1) Schon der Talmud faßt n*6sO in diesem Sinne auf. Co heißt es fy f. 44a: mm mn\ aa -)ÖN D^DD ’ND nrvni r\h nmy nnar poa tpv aTOJma Nnu^N^DD DP toa b vbjps* dieses Merkur, von assyrischen Völkern Nebo smJ genannt, bestand aber in einem solchen orgiastischen Phallusdienst (man vergleiche Eckermann an oben angeführter Stelle) weshalb denn die Vorsteherin eines solchen Kultus sich na nayra nannte. Der Verfasser der Chronik, welcher wie bekannt im Interesse des von Gott gewählten davivischen Königsstammes schrieb, und daher bemüht war, alle Schattenseiten desselben möglichst fern zu halten, läßt zwar den Dyam, welcher als gottlos bezeichnet wird (12, 1) eine Frau unter dem Namen GlbtCQN na nayD heirathen, verwandelt aber ihren Namen nach dein Regierungsantritt ihres Sohnes TON, welchen er im Gegensatz^ ju 1 Kön. 15, 3 als frommen gottergebenen Regenten schildert, Ln ^ng?n na ITO'O, gleichsam dieDcmüthige (von Radix stQ) von Gott Erleuchtete. Nach meiner gegebenen Erklärung über nayD möchte ich veranlaßt sein, den Ortsnamen nayD nG i?2N 1 Äon. 15, 20 als Name eines Ortes zu deuten, Ln welchem orgiastische Trauerfeste'des Adonis gefeiert wurden. Merkwürdig ist, daß für nayD . hg bas* in 2 Chr. 16, 4 Dna baN steht, in Rücksicht, daß jene Traunftste beim Wasser in welchem die Mythe den Adonis umkomiiim ließ, gefeiert wurden. S. Eckermann ib. S. 109. ' Rawitsch. S. Braun. 2) Dieser Widerspruch wäre dabin zu lösen, daß m3N erst nach seinem Siege über vyan'' übermülhig und gottlos wurde, wie dieses auch die Chronik 13, 21 andeutet und fo hat er auch in Folge dieser Vielweiberei das Heidenthum wieder in sein Haus gebracht und wir treffen nun unter seinen 14 Weibern wiederum eine TO&GN na rpJJO die Mutter des folgenden frommen Königs non, derem Amt er sammt allem heidnischen Wesen seiner Umgebung arrfhob. Ankündigungen 4- An dielen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen t-l. Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen.' Die Stelle eines Kantors bei dem hiesigen israelitischen Bruder-Vereine, mit welcher ein festes Jahrcögehalt von 250 Thlr. verbunden ist, wird mit dem L. Juli c. vakant. — Erforderlich ist eine gründliche musikalische Bildung, die Fähigkeit zur Ausbildung und Leitung eines Sängerchors, sowie ein sittlich religiöser Lebenswandel. •— Geeignete Bewerber wollen ihre Anmeldungen, unter Beifügung der Qualifikationsatteste, portofrei uns baldigst zugehen lassen. — Posen, den 27. Januar 1850. Das Komite des isr. Brüdcr-Bereins. [21] Bei C. L. Fritz sche. in Leipzig ist zu haben : Rabbkrnsche Cerenionialgebräuche in ihrer Entstehung und'-geschichtlichen Entwickelung daraestellt von Moses Brück. Heraba. Preis 10 Rgr. brosch. Vortrag bei der am 13. Jan. 1850 stattgehabtcit Säkularfeier der israelit. Kranken-Verpflegungs-Gesellschaft undder Beerdigungs- Brüderschaft zu Dresden, im Namen und gur Weihe der Beerdigungs-Briiderschast, gehalten von'Dr. B.-Beer. Dresden, brosch. 3 Ngr. Druck von I. H. Nagel. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Verlag von C. L. Fntzsche.

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