Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1850-03-02 · Heft 9 (2.3.1850) · p. Seite 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 9 (2.3.1850)
Date
1850-03-02
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2360092-2360634-2360644--7021-3535589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Berichte, Studien und Kritiken Mer Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift, erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zweiBoaen, und zwar an stdem Dienstag regelmäßig. M ». Leipzig, den 2. März 1850. Inhalt. Deutschland München. Das traurige Ergebniß in der Reichsrathe-Kammer. Altbaiern! und Pfaffen Habe.n gesiegt. Franks, a. d. O. Betrachtungen über Mischehen. Anstellung des Dr. Lewysohn. Glogau.. Dr.. Arnheim. Berlin. Die Gesellschaft jüd. Gewerbtrerbender. Die Armen. Berlin. Das Konstitutionsfest in der Synagoge. Berlin. Versuch zur Heizung der Synagoge. Das Seminar — Oesterreich. Prag. Verschiedenes. Betrachtungen, — Der Dorfaeher. Eine Ghetto- Novelle von Leop. Kompert. (Forts.) — Notizen. — Personalchronik und Miscellen. Leipzig. Dessau. Wöllstein. — LB. d. Or. Deutschland. München, 16. Febr. Ueber dje Mitteldinge zwischen dem Beschluß der Kammer und dem endlichen Beschluß der Reichsräthe wollte ich nichts berichten, um nicht leeres Stroh zu dreschen; nun aber ist der Beschluß der Reichsräthe-Kammer erfolgt, die Emancipation ist zurückgegeben worden, ist verworfen. DicJuden Baierns sind also rl l ch t emaneipirt; die Pfaffen Baierns, mit denen die Reichsräthe gehen, das mittelalterliche Gespenst, dein sogar drei Prinzen zugcstimmt, hat gesiegt. Nun Baierrr ist ein großer Staat, wie ein Abgeordneter gesagt, nämlich groß genug, um, das Gute zu verhindern, aber klein in seinem widrigen Partikularismns. Die Juden sind in Preußen, in Oesterreich, in ganz Deutschland emaneipirt, aber Baiern ist ein großer Staat und Hr. Sepp ein gelehrter Mann und beide haben ihre eigene Meinung. Was wird. Hr. v. d. Psordtm machen.? Wird er den Verstand der baier'- schen Reichsräthe retten, oder wird er die. Inden fallen lassen? Wer weiß es! Wir werden es zeitig genug erfahren. Ich konnte es kaum begreifen, wie unser guter Rabbiner Dr. Aub es nur im Ernst glauben konnte, daß der Talmud an allem Schuld ist; die Erklärung der 40 Rabbiner sich gegen den Talmud zu retten, hat, wie er nun steht, nichts geholfen; Hr. Sepp und Gelichter haben nur den Talmud so aufgegriffen, wie ein Gassenbube einen Stein, um ihn den Juden an den Kopf zu werfen, aber man will nur die Juden nicht, und kümmert sich gar nicht um den? Talmud.. Die Juden werden aber doch emaneipirt,. weil sie sich, bereits selbst emaneipirt, das ist eben so gewiß, als die. Reaktion besiegt werden wird. Nur eins haben jetzt die Juden zu thun, daß ihre Rabb.inen und Vorsteher zusammenhalten und unablässig ihr Recht ohne Kriecherei fordern. Frankfurt ff-. d. -O., im Febr. Vor einigen Tagen verlobte sich hier eine jüdische Dame mit. einem Christen.; wie dieser Schritt von den verschiedenen religiösen Parteien irr der hiesigen Gemeinde beurtheilt wird, können Sie sich wohl vorstellen —; wir glauben jedoch im Sinne aller §u sprechen, wenn wir behaupten, daß man diesen. Fall in näherer Beziehung, zum. Judenthum. nicht mit. freudigem Herzen begrüßen kann. Die Ehe war. bis jetzt das. Palladium alles dessen,, worin das specifische Judenthnm sich abspiegette: die israelitische Erziehung der Kinder, das im engbegrenzten Kreise der Ceremonie waltende Familienleben, die israelitische Ehe im Allgemeinen, in ihren vielfachen Beziehungen zum positiven Judenthum, dies Alles trug bis jetzt das Gepräge der Religion, oder diente vielmehr als Substrat derselben, die in der Familie einerseits und andererseits im Gotteshause ihren Ausdruck fand; dahingegen entrückt man jetzt dem religiösen Leben den nothwendigen Boden und behält höchstens den Namen noch zum Aushängeschild seines Bekenntnisses. Diese und ähnliche Erscheinungen der Gegenwart sind aber unverkennbar die Folgen der vernachlässigten religiösen 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.