Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1850)
- Date
- 1850-02-09
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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tudien u Mer Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für und Li Herausgegeben von Nr. Julius Fürst. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt rnitgcrechnet, zwei Bogen, und zwar an ftdem Dienstag regelmäßig. elpzrg den 9. Februar Inhalt. Deutschland Frankfurt et. M. Sieben Israeliten im gesetzgebenden Körper her Bürgerschaft. Breslau. Geiger's Vorlesungen. München. 19 Adressen gegen die Judenemancipation. Cirkular der Regierung. Sepp's Interpellation. Wallerstein's Interpellation in dieser Sache. Jesuitische Schriftstellerei und der fauleKatholicismus — Oesterreich. Krakau. Die Niederträchtigkeit des Stadtraths abgewiesen. Pesth. Die Judenbrandschatzung. Wien. Umbau der Synagoge. Aus Mahren. Vermischte Nachrichten. Boscowitz. Zwei jüd. Gemeinderathe. — Dan em ark. K op enhagen. Gesetz über die Mischehen. — Die Juden im östlichen London. LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt a. M., 18. Jan. Durchschnittlich sind hier die .Israeliten gegen den neuen gesetzgebenden Körper, indeß da sie ebensowenig als die Demokraten die Konstituante wieder wahrhaft lebendig machen können, so bleibt uns nichts weiter übrig, als die Ereignisse auzusehen und für Sie das die Juden betreffende aufzuzeichnen. Die Gleichberechtigung hat nicht aufgehört; wie unter den 100 städtischen Mitgliedern der Konstituante, so sind jetzt unter den 45 der Bürgerschaft zu dem legislativen Körper sieben Israeliten. Breslarr, 21. Decbr. 1849. Wie alljährlich so hält auch Geiger in diesem Winter Vorlesungen über jüdische Geschichte von 1830 bis auf die neueste Zeit, zu denen vorzüglich das schöne Geschlecht sich nicht spärlich einfindet. Wenn wir jedoch diesmal, wie wir sonst bei Geiger gewohnt, ein großes Auditorium bei seinen Vorträgen nicht an treffen, so ist es dem Umstand beizumcssen, das; die Wahl seines Stoffes nicht eine glückliche zu nennen sei, indem die Geschichte der Juden von 1830 bis in die neueste Zeit so wenig dramatische Momente bietet, daß sie für einen großen Kreis der Zuhörer nicht von bedeutendem Interesse sein kann. Wir würden eher von Geiger, der einen richtigen Blick in unsere jetzigen Verhältnisse zu geben im Stande ist, erwartet haben, daß er die Tagcsfragen, die bis in das vorderste Gebiet des Lebens gedrungen, doch durch die sich durchkreuzenden Gedanken und Meinungen getrübt, zur Besprechung gebracht hätte, und bei richtiger Darlegung unserer Verhältnisse zu zeigen, wa§ den Juden in heutiger Zeit Roth thut. — Freilich würde ein Rückblick auf die frühere Zeit, um die jetzige in ihrer wahren Bedeutung würdigen zu können, gewiß nicht au§- bleiben dürfen, aber dann würde es sich wohl zeigen, wie die jetzige rein der frühem Zeit ganz' entgegengesetzt für den Juden sei, das Interesse solcher Vorträge würde sich ungemein geltend gemacht haben. Jedenfalls gebührt G. das' Verdienst, daß er gegenüber Tiktin, dem Champion der Orthodoxie, doch immer das Interesse für's Judenthum anznrcgen sucht und wir bekennen, daß er beim Reflex der Geschichte, den seine Vorträge nur immer sein können, doch immer viel Interessantes entgegenbietet. Eine nähere Besprechung über sämmtliche Vorträge behalten wir uns nächstens vor. München, 21. Jan. Bei der Kammer der Reichsräthe sind neuerlich wieder 19 Adressen gegen die Judenemancipation eingelaufen, darunter eine von Mitgliedern des Handels- und Gewerbstandes in Augsburg 1 München, 23. Jan. Von der Regierung ist folgendes Circular ergangen: „An die Gemeinde-Vorsteher. Die politische und bürgerliche Gleichstellung der Israeliten betreffend. Auf Befehl der königl. Regierung ist bis zum 20. Januar anznzeigen: 1) ob in ihrem Bezirke Adressen gegen die Judenemancipation an die Kammer der Reichsräche abgesendet wurden; 2) von wem diese Adressen angeregt und resp. gefertigt wurden; 3) ob sie von den Gemeindebehörden oder einzelnen Ge- 6