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Der Orient · 1850-02-02 · 5 (2.2.1850) · p. Spalte 67-68

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
5 (2.2.1850)
Date
1850-02-02
Page
Spalte 67-68 (sequence 2)
Language
German
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67 68 Studien, lieber den Bibelkarion des Fl. Josefus. "Es ÄeibtUsomurübrig änzünehmen, daß Josefas zwar "das echte Buch als kanonisch gekannt, aber nichts destowemger das apokryphische Buch benutzt hat. Die Folgerungen von einer einstmaligen Vorlesung des apokryphischen Buches und dessen späterer^VeMavHUrM'Mn" es ist'doch-Wohld - zunehmen, daß dann aber, als das echte emgeführt ward, für den zweiten, bestimmt wurde, um dem alten jnJD auch sein Recht zü 1 lassen; besonders wenn , wir uns erinnern, daß in Griechenland die Bibel griechisch vorgelesen Wltffcr ^8%$ -%S5,bi 184, die echte Stelle darüber , Novella 146, steht bei Eichh. Sml. Z. 166 Anm. q.). Noch will ich anführen, daß auch in dem Worte n\3ttfn (Esther 9, 29), welches gar nicht recht pchM 'wrll'Und in-der LXX fehlt (Anm. 150), eine Beziehung auf das apokryphische Buch gesucht werden könnte. Es könnte nämlich eine Glosse sein, die irrig das größere apokryphische Buch als die rjjBWin m.lN betrachtet hätte. Schließlich nun noch zwei Bemerkungen über den Namen ovg«ioe-bei'SofefuS und über die Bezeichnung Harnans als Macedoniers in der LXX, Der Name aniD ist auch in der I XX mit &Q0VQai gegeben. An einen alten Schreibfehler (wie Havercamp Anm. zur Stelle) ist gewiß nicht zu denken; vielmehr ist aus dem Zusammenhänge bei Jos. ziemlich klar, daß er dem Worte eine griechische Ableitung von cpQovgslv (bcn>a? 4jen=-DmpßO unterschiebt. Es folgt aber daraus weder, daß er das Wort wirklich für ein griechisches gehalten, noch daß er es aus der LXX genommen haben müsse. Es scheint vielmehr der Name oder die Aussprache $qovqccl bei den Juden, wenn sie ihre Feste griechisch bezeichnen wollten, gebräuchlich. gewesen-zu sein. Es gab aber für die meisten Feste (nvO ausgenommen) solche griechische Namen, (wie wir auch jetzt wieder Ostern, Pfingsten, Weihnachten, sogar Fastnacht im gemeinen Leben anwenden, und wie man damals die Personen-Namen ins Griechische übersetzte oder gräcisirte); so aH^voTtrjylcc (?j oder xcc) für ntöD, vrjatsia für Dwn> > so auch q)SvK für roilD (dieses Wort ist jedoch in den BB. der Makk. mit syKcdvcu wörtlich gegeben, daher war vielleicht neben rjDlin auch nrun in gebräuchlich; wie wir den Namen p-offl dp später durch »i"-) verdrängt und das rabbinische durch 'lyo&r wieder ersetzt sehen). Daß nun Josefus dem Namen cpqovq(xC oder cpQOVQctloi, gegenüber seinen heidnischen Lesern, für die das Werk bestimmt war, lieber eine griechische Ableitung geben wollte, als eine unbekannte persische, ist sehr natürlich; wenn nicht gar schon den Erfindern der Bezeichnung cpQovgcd das cpqovqslv vorschwebte. Sonst mußte dann Josefus die richtige Ableitung bekannt sein, da sie in der LXX ebenso angegeben ist wie im hebr. Text (9, 26; noch dazu mit dem Beisatz ort 8ux- XCktqs avxcSv nalovvvciL (seil, ot xItjqol) cpgovQcd: also wußte der Uebersetzer auch, daß das Wort nicht hebr. sei). Uebrigens kann das eingeschobene R auch auf einer Dialekt- Verschiedenheit beruhen, da sich Aehnliches mehrfach sinder. Was die Bezeichnung Haman's als eines Mcc%z8(6v betrifft, so findet sie sich im zweiten Edikt (Vulg. 16, 10) Und * 9, 24. — De Wette will auch daraus den hellenistischalexandrinischen Ursprung der „Stücke" (aber es steht ja auch 9, 24 im Kontexte!) beweisen. Warum aber ein palästinensischer Jude nicht ebenso gut auf diese Idee gekommen sein könnte, ist, da man in Palästina die Macedonier auch kannte, gar nicht abzusehen. Ich erkläre mir den Ursprung dieses hieraus, wie aus dem, was wir über das B. Esra-Nehemia gefunden haben, werden wir im zwkiteir Artikel im Zusammenhänge betrachten. Somit habest wir nun diejenigen Bücher, aus welche MsesusMe MeschichVe Ißplieö bis auf Artaxerxes geschöpft hat, sammt denjenigen, die zwar nicht eigentlich historische Bücher sind, vou ihm aber doch citirt und deutlich als propheeische und von Propheten verfaßte bezeich- MtWM'n - gM'M ^'ÄV untersucht, und es wäre nun an der Zeit einmal nachzusehen, ob wir jetzt im Stande sind den Kanon des Josefus zu ko n sinn reu, oder ob uns noch Zweifel bleiben, und welche? Nachdem wir den Leser wieder daran erinnern, daß Jose fus 22 Bücher zählt, und zwar fünf von Moses, dreizehn prophetisch-historische und vier, welche ,,Hymnen und Lebensregeln" enthalten (d. h. lyrisch-didaktische), — zählen wir nochmals die bisher betrachteten und als zum Kanon Josefus gehörig erkannten Bücher auf: 1) Josua; 2) Richter mit Ruth; 3) Samuel; 4) Könige; 5- CH ro nik; 6) Jerem ias; 7) D a n iel) 8) Jesaja; 9) Ezechiel; 10) zwölf Propheten; 11) Klagelieder; 12) das apokryphische B. Esra;13j das apokr. B. E st h er. Auf den ersten Blick sollte mmi glauben, daß hier die „dreizehn Bücher" richtig beisammen wären; es würden uns dann aus unserm Kanon noch fünf fehien: Psalmen, Sprichwörter, Hiob, Hohes Lied, Kohelet. Nun sind die Psalmen in der HauptstelM selbst als v^ivot dg zov &sbv bezeichnet (s. Nt. 40. Sp. 6301:'7); ferner haben wir bereits Namens fo. Das (Josefus hat dafür nach -er Tradition, steht also auch hier von der LXX unabhängig), giebr die LXX 3, 1 und 9, 10 mit Bovycuo$. (und zwar ohne Variante) und ebenso steht auch im Prolog (Vulg. XII, 6 — diese hat dort ebenso; sonst im Texte Agag). Woher dieser Name gekommen? So wenig Wahrscheinlichkeit die Verwechslung des mit 3 hat, so muß die LXX doch v;.n oder gar gelesen baten, und dies Bovyalog stand ohne Zweifel ursprünglich auch 9, 24. Ein Späterer vermuthete in dem Worte eine Sinn-Verwandschaft mit dem Macedonier* und da sich die Stelle im 2. Edikt (Bulg. 16, 14) „Haman dachte uns zu überlisten und unser Reich an Andere zu bringen" sehr gut zu machen schien, wenn statt der „Anderen" bestimmter „die Macedonier" stiilrde, so setzte er so dafür und verwandelte auch den Bov• yotteg in V. 10 in einen Mansdeov. Josefus hat im zweiten Edikte, wo jetzt in der LXX sig Maxsdovctg (iszd^cu steht, dg äXlovg und das wird die ursprüngliche L. A. sein. 157) Als weiteren, wenn auch gewiß von Keinem noch für nöthig erachteten Beleg, daß Jos. unter 5 wirklich die Psrlmen verstehe, füge ich noch Anr. VII, 12, 3 bei.' ’ATiTjllaypsvog ö' fjdri noli^cov 0 dccvtörjg-- (o8ü$ *) Vielleicht ist an Bovueaa in Ph 0 cis, jedenfalls eiuk griechische Stadt, gedacht.

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