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Der Orient · 1850-02-02 · Heft 5 (2.2.1850) · p. Seite 18

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 5 (2.2.1850)
Date
1850-02-02
Page
Seite 18 (sequence 3)
Language
German
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fmlgirendcr Hospikälaiz tmet 'MMtf'? feiltengelten I Willen und seine Kräfte. Äiag in seinem gottgefälligen Wirken seinen wohlverdienten Lohn finden! Dresden, 21. Jan. Dem. kürzen Berichte Mer "die Säkular-Feier unserer Bruderschaft erlaube ich mir noch den von Dr. Landau bei dieser Gelegenheit gedichteten Choral mitzutheilen, der nach der Predigt gesungen wurde. Ich wünschte, daßHr.Dr. Beer seine kurz skizzirte Geschichte der Beerdigungsgebräuche, die er bei dieser Gelegenheit vorgetrageu, in Ihr Literaturblatt gebe, da sie auch von allgemeinem literarischen Interesse äst. Der erwähnte Choral lautet Heit uns, die heute fröhlich Hier eint ein doppelt Liebeswerk! Es ist die Lieb' im Leben, Dem Kranken zugewandt, Durch Stütz' und Trost zu heben Ihn von des Abgrunds Rand. Schon hundert Jahre zeugen Vom Sinne, der es schuf, Und späte Enkel neigen Sich treu dem Liebesruf. Der gläub'gen Liebe Denkmal, Steht ein Jahrhundert unser Bund, Der Liebe übt beim Scheiden Aus Erdenlust- und Pein Au hehren Himmelsfrcuden Im wahren, ew'gen Sein. Ja Lieb' und Glaube siegen E Wohl über Grab und Tod; Auf ihren Schwingen fliegen Wir hin zum Morgcnroth. Dir, Urquell aller Liebe, Sei heute unser Dank geweiht! Von Dir, o Vater, kommet 1 Uns aller Liebe Luft, . ' , Dem Liebeswerke frommet Der Glaube in der Brust. Einst waren Glaub' und Liede Jsrael's Trost im Drück; O, daß es sie nün übe Als schönsten Freiheitsschmuck! Beschützer alles Guten! Auf Deinen Beistand hoffen wir. Uns rüstet Deine Gnade Mit. Kraft und Zuversicht Auf dem becret'nen Pfade Der edlen Bruderpflicht. Der Liebesquell der Ahnen Ward uns ein Segensfluß; Cr werd' in weitern Bahnen Den Enkeln Stromerguß! Aus der Provinz Posen, im Jan. Als erste Nachricht int neuen I ah re haben ich Ihnen mitzutheilen, daß in Sarne, einem Städtchen bei Rawiez, ein Jude, der Kaufmann B. Ephraim, zum B ü rg e r m e i st e r erwählt worden. Das ist der erst e Bürgermeister im ganzen preußischen Staate. — Das lichtvolle neunzehnte Jahrhundert hat bereits eine MizeMälfte zmüchgelegt, 'undin.ganz Preußen, dem Staate der Intelligenz/ erst -Ei n j ü d t sch erB ü rg er- Meister! — Traurig genug! — Was wird aber die Krellzzeitlmg dazu sagen, daß in Preußen ein Jude an die Spitze 'der städtischen Verwaltung -gestellt worden, und noch dazu im Groß Herzog sh um Posen, wo es vor jüdischen Demokraten nur so wimmeln soll? — Nicht wahr sie wird sich freuen? Und um ihre Freude zu vergrößern, wölten wir ihr noch saget:, daß wir in unserer Provinz auch schon jüdische Kreisphysici und jüdische Gymnasiallehrer auszuweisen haben. — Indische Stadtverordnete hat es in unserer Provinz schon vor der März-Revolution viele gegeben. — Der aus der Polen-Insurrektion von 1848 den Lcsertl bekaturte Just.-Komm. Krauthofer-Krotewski hat in seiner Verteidigungsrede vor den Poscner Asfiscn am 17. Decbr. ~v. I. auch der Juden erwähnt, indem er die Behauptung aufstetlte , die Juden Ms. Großherzogthuttls seien Polen und nicht Deutsche. — Behaupten läßt sich so etwas leicht, aber beweisen? — Ja bewiesen hat Herr K. es ebensowenig, als er beweisen konnte, daß er selbst (der von cütem deutschen Vater gezeugt ist und Jahre lang als Deutscher gesprochen und gehandelt hat)1 2 kein Deutscher, sondern ein Pole sei. Wir behaupten dagegen: Die Juden un- : fe r e rDrovi n z s i n d D e u t f ch e u n d ke i n e P olen — und werden den Beweis hierzu nicht schuldig bleiben. Heute geben wir ihn noch nicht, aber eS geschieht nächstens in einem Aussätze, den wir in den Spalten dcS Orients diesem Gegenstände ganz besonders widmen wollen. Denen aber, welche K.'s phrasenreiche Rede''gelesen mit» von derselben vielleicht begeistert wurden, sagen wir, daß cs eine empörende Lüge ist, wenn Hr. K., von den Juden sprechend, in seiner Exaltatiot: auSruft: „und als wir (die Polen) unterlagen, bewarfensic uns mit Keth und mordeten imö." — Die Inden des Großherzogthnms haben wohl, wie Jedem bekannt, durch die Insurrektion so manches theure Leben verloren, das man aus vandalische Weise vernichtet hat; aber ihre Hände haben sic niemals mit Blut befleck t, trenn — sic find ja keine Polens — Auch von dem Vorwurf der Undankbarkeit, den Hr. K. beit Juden des GroßherzogthümS tnacht, werden diese nicht im Entserntestetl getroffen, wie wir ebenfalls in dem bereits erwähnten, nächstens zu liefernden Aufsätze gründlich nachzuweisen unS bemühen werden. — Das g änz lich zcrri'l tte te Gem ei n dewc sen in Posen ist ans dem allen Jahre mit in das neue hinübergcttemtnen worden. Und wie in P., so in fast 1) 23etcjt, Posener Zeitung Nr. 298 v. I. (Bemerkungen über das Verfahren im Krauthoscr'schen Prozeß). 2) Auf die oben angeführte Aeüßerung K.'s ist auch/ wie 'gebührlich, ein Verweis des Präsidenten erfolgt.

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