Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 4 (26.1.1850)
- Date
- 1850-01-26
- Page
- Spalte 63-64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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63 Ankündigungen. 64 den wollen. Es ist hier nur d«s Mindeste, überall Erreichbare bestimmt worden. Die Betheiligung der ehrwürdigen Herren Rabbiner an dem Jugendunterrichte der Religionsschule werden dieselben hoffentlich aus dem Gesichtspunkte würdigen, der uns bei dieser Bestimmung leitete, welche, wie alle übrigen die Rabbiner betreffenden Bestimmungen dieser Verfassung nur geeignet ist, diesen Dienern der Religion eine würdige und geachtete Stellung, und eine heilsame und segensreiche Wirksamkeit in ihren Gemeinden zu sichern. Daß der religiöse Unterricht der hohern Volksschulklassen der Würde und Stellung eines Rabbiners nicht unangemessen sei, braucht wohl keiner Erläuterung; daß auf diese Weise der Rabbiner die willkommenste Gelegenheit hat, Ln die empfänglichen Jugendgemüther den Keim der erleuchteten Gottesfurcht und des reinen religiösen Lebens zu pflanzen, ist wohl unbestreitbar; daß aber die ganze Stellung der Rabbiner nur gewinnen könne, je wesentlicher und augenfälliger der Nutzen ihrer Wirksamkeit, je unentbehrlicher sie selbst werden, ist gewiß einleuchtend, und eben so gewiß ist es, daß bei den vorhandenen beschränkten Mitteln, die Gemeinden nur eine möglichst geringe Zahl von Angestellten anständig und würdig zu besolden im Stande sein können. Alle diese Motive sprechen vereinigt dieser Bestimmung das Wort. Uebrigens soll auch durch diese Bestimmung keiner der jetzt fungirenden Herren Rabbiner, die ja kraft ihrer Anstellung nicht zu einer solchen Betheiligung an der Schule verpflichtet werden können, und deren Studien in den meisten Fällen gar nicht für eine solche Wirksamkeit berechnet waren, irgendwie zu einer solchen genöthiget werden. Es ist hier nur die Bestimmung für künftige Anstellungen getroffen. Jedoch hoffen wir, daß unsere würdigen, jetzt fungtrenben Herren Rabbiner, so weit sie Neigung und Beruf dazu in sich fühlen, und sich hinreichender Befähigung dazu bewußt sind, gerne zu ihrem und ihrer Gemeinde wesentlichem Heile sich erbieten werden, auch auf diesem Felde ihre segensreich! Wirksamkeit zu verbreiten, wenn etwa bei der Neuorganisation der Schule diese als wünschenswerth erachtet werden möchte. Ein Gleiches glauben wir hinsichtlich des Predigeramtrs bemerken zu müssen. Wir halten es für überaus wünschend werth, daß das zu Herzen dringende, aus dem Herzen ftr-r wende Wort des Religionslehrers den Gemeinden öfters als bisher, und zwar von den Rabbinern gesprochen werden möge; können aber auch diese Bestimmung als Pflicht nur für fünf* tige Rabbiner und Religionsweiser stellen, und ebenfalls von unfern jetzt fungirenden ehrwürdigen Herren Rabbinern die Hoffnung ausdrücken, daß dieselben, wo möglich auch auf die» sem eindringlichsten Wege die Saat der Gottesfurcht und Religion auszustreuen bemüht sein werden, so weit sie sich der Fähigkeit und des innern Berufes dazu bewußt fein mögen. Die Stellung der Vorbeter ist im Laufe der Zeiten weit unter die Stufe gesunken, die dem Scheliach Zibbur ursprünglich angewiesen war. Indem wir eine gehörige Heranbildung derselben für ihr Amt vorbereiten und zugleich die Bestimmung treffen, daß das Vorbeteramt in der Regel mit einem andern Synagogenamte verbunden sein soll, glauben wir zugleich die ganze Stellung des Vorbeters zu heben, und bit Gemeinde in den Stand zu setzen, ihren Vorbeter so zu besolden, daß er nicht genöthiget werde, nebenbei noch eine mit seinem Amte nicht wohl verträgliche bürgerliche Handtirung zu treiben. (Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. An diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Ge'chichle und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [9] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: * 3P'N : Hiob. Pr aktis ch e Philosophie oder klare Darstellung der im Buch Hiob oblvaltenden Ideell; nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliederter Uebersetzung und fortlanfendem Kommentar. Allgemein faßlich bearbeitet von Dr. Ntomtz Löwenthal. Dieses Buch enthält, rieben der von namhaften Gelehrten gerühmten Uebersetzung, einen sehr korrekten hebräischen Text, und dürste demnach auch jedem christlichen Theologen zu empfehlen sein. Der Preis für ein Lroschirtes Exemplar ist 1 Thlr. 16 Ngr. oder 2 fl. 42 3£. auf Druckp. und 2 Thlr. oder 3 fl. 30 A. auf feinem Maschinenpapier. Verlag von C. 8, Fritzsche. ) V'r d'dd-id1? mrpn -idkd.- Abharrdlrrng über die Einheit. Ans dem Arabischen des R. IWoses ben Maimorr hebräisch von R. Isaak bell Natan. Zum ersten Mal herausgcgeben, ncbjt sachlichen und sprachlichen Erläuterungen und eintt deutschen Inhaltsübersicht von 2SJ* Sternschnest der« Nebst einem Sendschreiben an den Herausgeber von Sr. Ehrw. Hru. Rabb. S. T« .Napaport. Brosch. Pr. .10 Ngr. Den Freunden der mittelalterlichen Philosophie, den Verehrern des großen Maimuui übergeben wir eine bis jetzt unbekannt gewesene Schrift des Cordovaischen Aristoteles mit interessanten Erläuterungen versehen. Redakteur: Dr. Zul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.