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Der Orient · 1850-01-26 · Heft 4 (26.1.1850) · p. Seite 16

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 4 (26.1.1850)
Date
1850-01-26
Page
Seite 16 (sequence 7)
Language
German
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- 16 U durch die unaussüllbare Kluft von Alter ihn m und Jetztzeit, durchaus nicht mehr angepaßt werden kann; nicht mehr fortgejagt werden zu können von der Scholle, die zu bearbeiten ich mir das Recht wohl erworben und sie mein nennen zu können; nicht mehr „seit achthundert Jahren" (?) eingeschlichen zu sein —. wie sich ein gewisser H. am 7. August vorigen Jahres ausdrückte — in dein Lande, wo seit achthundert Jahren meine Ahnen gelebt — welche beseligenden Gefühle! Wie weit schöner, wie herrlicher kommt mir Alles um mich her vor! Selbst die Lust, die ich athme haucht' mich so rein, so ätherisch an,- als kante sie uumittelaar aus der Hand des Allgebers mir zugesandt. Jetzt sehe ich mich auch als ein Ring in der großen Kette der gesellschaftlichen Verbände eingenietet, .anstatt daß ich früher als ein Stück Rost daran fressend betrachtet ward, daß man immer abzuschenern sich mühcte. Wie erweitert sich mein Herz, wie möchte ich alle Menschen umarmen, selbst meine erbittersten Feinde, selbst die p r e ß b ü r g e r Burger!! — wenn diese es mir nur ermöglichen möchten, die alten Ungeheuern Kränkungen vergessen zu können! — Vaterland! achtzehnhundert Jahre entbehrten wir dieses süßen Gutes, und nun es uns geworden, wollen und werden wir auch zeigen, daß wir dessen würdig, würdig gleich den ältesten Völkern in ihren weiten Gauen; würdig unserer Ahnen, der Makkabäer, die für ein Vaterland zu streiten und es zu befreien wußten; würdig jener Helden, die gegen das weltbezwingende Rom elf volle Jahre mit einem Heldenmuthe kämpstcn, deren die Geschichte nur wenig kennt, und nur ihre Leichen öffneten den römischen Legionen, ein Land, daß selbst eine — Leiche ward. Daß aber die Emaneipation kein leerer Schall, bürgt unS das Wort unseres Monarchen und zeigen die Resultate bei unfern Brüdern in den Rachbar- Kronländcrn, die bereits in den verschiedenen Branchen der kaiserlichen Aemter ehrenvolle Stellen bekleiden. Die ungarische Revolution, hervorgegangen aus der großartigen Erhebung der wiener Akademie, hat, nicht wie diese, der alles Eigenthum und jedes Vermögen heilig war, leider mit Schande begonnen — denn unstreitig war die hiesige Plünderung, das unter den Augen einer bewaffneten Bürgerschaft, die es wehren konnte, wie sie es später, als sie ihr eigenes Wohl gefährdet sah, wirklich that, in Beassen an fremdes Eigenthum sich vergreifen, an von der Majestät geheiligte Gesetze und Institute , der erste Akt der Auflehnung gegen Gesetz und König — und mit Schmach geendiget. — Die Regierung unter deren Augen eine so große, das Jahrhundert schändende Unthat begangen worden, die den, durch einen Hrmyady, Mathias, Bathyauy re. so berühmt gewordenen ungarischen Rainen mehr schändete, als je ein ti Raubzug der ersten Ungarn vor der Schlacht am Lech Ljf sie in den Augen der Welt herabsetzen konnte, sollte H doch wenigstens sich bestreben in Etwas gut zu machen , wenn einmal die Schaicde selbst nicht abzu- ' H waschen! Dieses würde aber nur durch die schleunige -.8 Emaucipation möglich geworden sein.' Roch empörender erscheint uns diese schnöde Undankbarkeit, wenn man bedenkt, daß in der ungarischem Armee, wie es all gemein heißt und auch wahr zu sein scheint, nahe an den fünften Theil Inden kämpften. — Aber „Ende gut, * jf alles gut" -- auch in dieser Beziehung war ihr Ende';;:;f schmachvoll. Erst acht Tage vor dem Fa ll ,;'| emaneipirte der ungarische Landtag die In- Z den, und das unter dem heftigsten Widerspruche ge- J wisser Tablo biros. (Schluß f.) , Polen und Rußland. Kcrlisck), im Deebr. 1849. Unsere Gemeinde, i ,. in der seit der Abdicirung des bei uns allgemein geachj teten und geehrten Hrn. S. Eg er, jetzigen Oberrabbis) nerö zu Posen, an gar keinen Fortschritt — selbst tu Li unsrem Sinne — zu denken ist, hat nun leider in der [j letzten Zeit wieder einen harten Schlag erlitten. Ihr!) würdiger Oberrabbiner Hr. Elia Regaler, ein Mann, 1 der sich ganz besonders durch vielseitiges Wissen im Ge- Lj biete des Talmuds die Achtung Aller, die ihn näher [ j kannten, erwarb, und der sich vorzüglich durch Besehet- / ' den heit, Humanität und Toleranz vor allen feinen Vorl j gangern anSzeichnete, ist hier leider in der schönsten Blüj, :i the seiner Jahre durch den Tod dahiugerafft worden. - Die ganze Gemeinde beklagt schmerzlich diesen herben \; Vertust um so mehr, da das Bestreben des Hrn. Re-stl galer, seligen Attdenketts, lediglich dahin ging, stets« i von jedem Makel der Hab- und Ehrsucht rein zu sein; [L] ein Umstand, den die Rabbiner in unserem Lattde nur höchst selten beachten. — Gleichzeitig kann ich es hier nicht unerwähnt lassen, daß so manches schöne Institut in unserer Gemeinde, dessett Entstehen sich noch ans der i $ tüchtigen und eltergischen Verwaltung-des Hrn. Eger! herschrcibt, seine fernere Existenz' lediglich dem eifrigen Bemühen unseres zeitigen Vorstehers, des Hrn. L. M amr o t h, seine jetzige Existenz verdartkt. — Dies würdigste und achtbarste Gemeiitdemitglied hat sich, ganz besonders s i durch seine treffliche Verwaltung als Präses am Israelijvi tischen Krankenhause, das, nächst dem Warschauer daS |L schönste in Polen sein dürste, nicht nur die ihtn gebührende Achtung der ganzen Gemeinde, sondern auch dü ultserer.Stadtbehörden erworben. — Es will dies, zumal in Russisch-Polen, viel sagen, wenn ich hier beispielsweise erwähne, daß durch Verwendung des Hrn. Mamroth, der Magistrat zu Kalisch dem israelitischen! Hospital aus den städtischen Wäldern eine bestimmte! Anzahl Klafter Holz jährlich bewilligte und außerdem in Bezug auf die finanzielle Beisteuer dem christlichen' Hospitale gegenüber gar keinen Unterschied macht. Es ist dies jedenfalls ein erfreuliches Zeichen der Humanität und verdient verhältnißmäßig vielleicht mehr Beachtung, als die neulich nach harten Kämpfen erfolgte Emancivntion der Jndeit in Baiern münden bekannten humanen. Modifikationen. n. Verlag von C. L. Fritz sehe. Druck von I. H. Nagel.

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