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Der Orient · 1850-01-26 · Heft 4 (26.1.1850) · p. Seite 13

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 4 (26.1.1850)
Date
1850-01-26
Page
Seite 13 (sequence 1)
Language
German
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Berichte. Elfter Das 2Cbonnment auf Ml Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lödl. Postämtern und allen solid. Buchhand- Lungen auf ein Jahr. für UNi Herausgegeben von Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 4» Leipzig, den 26 Januar 1850» Inhalt. Deutschland Dresden. Hundertjähriges Bestehen eines Instituts. Festfeier. München. Besorgnisse wegen der Emancipation. München. 270 Adressen gegen die Emancipation. Berlin Vorlesungen des Dr. Sachs. Die jüd. Studirenden. Neue Rabbiner in Prenzlau und Potsdam. Berlin. Das Seminar — Oesterreich. Krakau. Endresultat über die Vergiftungsgeschl'cbt«? in Lemberg. Preß bürg» Betrachtungen über die neue Halbgarantirte Emancipation und überschwengliche Phrasen. — Polen und Rußland. Ka lisch. Vermischtes. LB. d. Or. Deutschland. Dresden, 14. .Jan. Gestern hat ein Theil der hiesigen Gemeinde ein sehr humanes Fest gefeiert. Es war nämlich der Jahrestag des hundertjährige n Bestehens der Brüderscha ften , ,B i k k u r C h o (i m und Gemi lut Chasad i m^. Ein Säknlum. war verflossen seit den Institutionen der Liebe und Milde, welche das Jndenthum hier auszeichnen. Hr. Oberrabbiner Dr. Frankel hielt eine sehr schöne Rede im Tempel, Dr.' Landau, unser wackerer Schuldirektor, dichtete eigens sehr schöne Choräle für das Fest, man versammelte sich dann zu einem Festessen, bei welchem ein Vortrag des menschenftenndlichcn Dr. B. Beer die allgemeine Aufmerksamkeit fesselte. Derselbe entwickelte mit literarischer Gründlichkeit die Geschichte der Beerdigungsgebräuche bei den Juden von Abraham bis aus unsere Zeit und skizzirte dann die hundertjährigen Erlebnisse der Ehebra Kadischa. Auch Hr. Boudi, Vorsteher der Brüderschaft für Bik knr Ch olim, schilderte den Verein und gab eine klare Darstellung der Kassenverhältnisse. Wahrscheinlich wird dev' eine oder der andere Vortrag im Drucke erscheinen; wir enthalten uns daher einer fernem Mittheiluug, und bemerken blos, daß solche Feste geeignet sind, den Sinn für humane Bestrebungen unter den Israeliten von Neuem zu kräftigen. S. Miincheu, 10. Jan. Voraussichtlich viel herbem Kämpfen als über das Jagdgesetz sehen wir bei der Em a neip a ti on Sfrag e aus der ReichSrathskammer entgegen. Und daß diese Frage entschieden werde, thnt wahrlich noth. Es wäre darum sehr übel, wenn sich bewahrheiten sollte, daß die Reichsräthe ihre Berathuug darüber hiuauöschiebeu möchten. Die Agitationen der ultramontanen Partei, welche sich mit dem landrichterlichen Bnreaukratismns enger zn verbinden scheint, da die Ccntren der Kammer für deren Interessen (endlich!) nicht mehr arbeiten, ruft in mehren Landestheilen bedenkliche Erscheinungen hervor. Die eben hier stattfindende Dreikönigsdnlt zeigt eine Menge leere Stände, und wenn man nach der Ursache fragt, so erfährt man, daß dieselben schwäbischen und altbairischen Israeliten angehören, welche nicht wagen , ihre Heimathsorte zu verlassen, da sie ihr Eigenthum und ihre Familie während ihrer Abwesenheit vom fanatisirten Pöbel bedroht glauben müssen. Wenn man allerdings Reden gehört hat, wie die der HH. Sepp, Alioli, Rulandt, Schmidt und dgl. bei der Emancipationöfrage, und wenn man das Organ dieser Partei, den Volksboten, für maßgebend erachten muß, daun können wir in Baiern die mittelalterlichen Scenen grausamer Judenverfolgung tagtäglich erwarten; besonders wenn, wie vielfach behauptet wird, die Landrichter ebenfalls nicht geneigt sind, den armen Opfern der'ultramontanen Wuth durch energische Mittel Sicherheit ihrer Person und ihres Eigeuthumö zu verschaffen. Ntunchen, 8. Jan. Gegen das Juden emancip a tion sg efetz sind bis heute 270 Adressen bei der Reichsrathskammer, die demnächst das Gesetz zu berathcn 4

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