Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 3 (19.1.1850)
- Date
- 1850-01-19
- Page
- Spalte 41-42 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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41 Studien. Der Bibelkanon des Fl. Josefus. 42 tp bub ’3 jnn tom , itoa ’O ts-’to cj noi , ab •Tp’n bs c”nyj& ~tywnb .'"in ma rn anV .IHND .ti Ueber den Bibelkanon des M. Josefus. Erster Artikel. (Fortsetzung.) Der eine von de Wette angegebene Widerspruch ist der, daß im zweiten Edikt (Vulg. XV\9 22) Ahasveros selbst den Juden ein Fest zu feiern gebietet; da sich dies aber nur auf die Tage, welche dem Purim feine Entstehung gaben, auf das erste Purim, bezieht, so kann dies nicht als rin Widerspruch gegen die Angabe, daß Mard. und Esther das Fest für die Zukunft ausschrieben, bezeichnet werden. Weiter haben wir oben (s. Anm. 134) die Angabe des vierzehnten Adar als inneren Widerspruch bezeichnet, und fügen jetzt als weiteren offenbaren Widerspruch hinzu, daß es im zweiten Edikt (Vulg. XVI, 18) heißt: Haman hänge schon avv zfj Ttavomiu (b. h. \D DJJ) während die Söhne erst nachher gerödtet und gehängt wurden (§. 7). "b Allein diese Widersprüche sind kaum im Stande die Unechtheit der betreffenden Stücke, geschweige des ganzen apokryphischen Buches zu beweisen; dagegen ist was de Wette von dem „religiösen Tone" sagt schlagend. Ich erläutere dies so: das ganze apokr. Buch"" hat eine bestimmte Tendenz, es will das kanonische Buch, so zu sagen, kanonischer machen, ihm den — oft gerügten, verschieden erklärten — Mangel des „thematischen Elements" nehmen. Darum sind die Gebete Mard. und Esther'6 (die, wie die in Esra-Nehem., größtenlheils Mosaik älterer Stellen sind) eingeschoben; darum heißt es: Mardechai befiehlt der Esther fromm zu bleiben u. s. w. 2, 20* sie soll Gott anrufen, 4, 8; der Herr entfernt des Königs Schlaf 6, 1; (auch Josefus hat dort eine religiöse Betrachtung,) Esther sagt in ihrem Gebere: sie verabscheue das Lager eines Unbeschnittenen, verabscheue die Krone, esse nicht von den Speisen des Königs u. s. w. Ueberhaupt ist der Name Gottes so oft angebracht als möglich, und von den eingelegten Stücken ist namentlich auch das zweite Edikt möglichst in religiösem Tone gehalten. Hiernach kann nicht bezweifelt werden, daß das kanoni- 148) Es ist auffallend, daß Josefus diesen Widerspruch nicht vermieden; nur das Tödten der 10 Söhne H. hat er i?. 13) allerdings ausgelassen, ebenso auch den Befehl Artarerxes das Fest zu feiern. 149) Also auch hier wieder ein Beweis, daß das ganze eins ist; die Tendenz findet sich durchweg, wie die Beispiele Leigen, im Kontext wie in den „Stücken." sche Buch das echte und ältere, bas apokryphische eine zu bestimmtem Zwecke vorgenommene, eine tendenziöse Umarbeitung desselben sei.li0 Dagegen ist die Unechtheit der beiden Edikte hiermit noch nicht erwiesen, und wir müssen hierbei umsomehr noch einen Augenblick verweilen, als von Einigen behauptet worden ist/" daß sie allerdings im Hebr. fehlten. Indessen fragen beide in den rhetorischen Einleitungen die Zeichen der Unechtheit an sich, und es ist diese rhetorische Färbung besonders im zweiten Edikt so auffallend und von dem Geiste der kanonischen Bücher so verschieden,'-^ daß man bei dem 150) Als Einzelheiten, die zur Beurtheilung des Buches etwas beitragen können, führe ich noch folgende Abweichungen an: 8, 9 steht statt dies stimmt zu der, bei den Alten allgemeinen Annahme, wonach die in Kap. 3—7 erzählten Begebenheiten unmittelbar auf einander gefolgt seien (das Fasten 3, 16 schon am riDD u. s. w.) so gut, daß die Variante dieser Annahme zu Liebe gemacht zu sein scheint. Ebenso ist das nw nftiro pprpl 12, 19) wahrscheinlich absichtlich ausgelassen, weil es überflüssig erschien; desgleichen fehlt — n~UN (9, 29) und e6 sind überhaupt die Verse 29—32 dieses Kap. ganz anders gegeben. (Die Lücke 2, 19 war schon im Original, siehe Anm. 134.) Aus 8, 10.. 14 ergiedt sich, daß dem Uebersetzer, wie Manchem seiner Nachfolger die ü\nnj£/nN und CPDETI dunkel gewesen sein müssen, denn er hat sie nicht übersetzt; oder es hat sie. schon der Bearbeiter des Buches aus demselben Grunde weggelassen (bei Jos. fehlen sie auch). — Erl äutern de Zusätze finden sich: ö, 4 „Esther sprach, ich habe heut einen Feiertag {7j[i£Qci snlerj^os) f wenn es nun dem Könige gefällt" u. s. w. — 6, 4. „Als der König nach der guten Gesinnung Mardechai's fragte, siehe da stand Haman im Hofe, und der K. sprach u. s. w." — 9, 25. „Und als er zum König kam (ijom | auf Haman bezogen), um Mardechai hängen zu lassen, da kam das Böse, was er den Juden thün wollte u. s. w." — Was sich sonst noch Abweichendes in der LXX findet, ist unbedeutend und beruht wie gewöhnlich auf verschiedener Vokalaussprache u. dergl., oder ist bloße Freiheit des Uebersetzers oder des Bearbeiters. — 151) So Michaelis (bei Eichhorn, Ein!. §.511), vermuthlich weil das 3, 14; 8, 13 vorkommerde pttfHD oder P&SHD in Esra sv gebraucht wird, daß das Dokument selbst folgt. Warum dann aber bei Eichh. nur von dem erster^ Edikt die Rede ist, begreife ich nicht. 152) Auch noch von den Aktenstücken des ersten B. d. Makkabäer; erst der Brief im 2 B. Makk. 1, 10 ff. bietet Aehnliches. Auf die Dokumente des B. Esra wirft dies-ein günstiges Licht. — Aber sollte diese rhetorische Färbung nicht mehr beweisen, als sich mit unserer Annahme eines hebräischen Originals überhaupt verträgt? In der Thal meint de Wette (!. 1.) aus dcr „schwülstigen Sprache" — und dabei muß er eben die Edikte im Sinne haben, wenn er nicht wieder blos an den Pro- und Epilog denkt —erhelle der hellenistisch alexandrinische Ursprung der „Stücke". Aber man lese das zweite Edikt in der I_.XX und man wird sicherlich km Gegen t heil auch daraus die Ueberzeugung gewinnen, daß es.