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Der Orient · 1850-01-19 · Heft 3 (19.1.1850) · p. Seite 9

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 3 (19.1.1850)
Date
1850-01-19
Page
Seite 9 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und - Mer S ' iji i Das Ztbonnment auf ein Zahr ist 5 Ltzlr. o Man abonm'rt bei allen i (öb(. Postämti'rn und allen solid. Buchdandlungen auf ein Jahr. W für und Literatur Herausgegeben von 16 en dieser AeitschMt e/cscbeinen wöchentlich das Literaturblatt mit» gerechnet, zwei Boaen, und zwar an jedem Menstag -regeMAßig, 181*0, Leipzig, den 19. Januar 1 Inhalt. D e u t schlan d. Berlin Das jüdische Seminar Baiern. Emancipationswesen. Dessau. Die Herzogin. Civilehe. Leipzig. Calkfornien. Berlin. Aunz über die Demokratie. Von der Oder. Aus den Papieren eines Doktors. — l Oesterreich. Prag. Erklärung von Dr Lowositz. Leipnik. Das „Offene Wor.tfJ Jefchiba und Bachurim. Wien. F,iffch- '? Hof. Sand ec. Judenfeindlichkeit. — Perso-nalchronik und Miscellen. Leipzig. — LB. d.Or. li Deutschland. Hl; 1 Berlin, 4. Jan. Wie verlautet, läge es in der Absicht, das jüdische -Seminar demnächst eingchen zu M lassen. Es heißt. daß dasselbe bei der gegenwärtigen;1 veränderten Stellung der .Juden zu den Christen als überflüssig erachtet werden könne. Andererseits scheint ■j| :es jedoch auch, als wenn politische Ansichtsvcrschiedeirj heit dabei zum Grunde lägen, namentlich da die provo-! - rirte Parteistetlnng des Vorstehers des Seminars'wohl!>; keineswegs auf allgemeine Zustimmung in .der jüdischen U; Gemeinde rechnen darf.!'-l Beriöin, im- .Jan. In München soll eine an \-:] die ReichstAKe gerichtete Adresse gegen die Jndencnian- \r] cipation trcnfi dem Verein für religiöse Freiheit ansge- : f gangen fein i — Der Verein ist ein Verein von Ultramontanen, die bekanntlich die Freiheit darein setzen, An- \ dern die Freiheit zu nehmen, und die so lange über! I Unterdrückung klagen, als sie nicht unterdrücken dürfen. :] Uebrigms braucht man nicht nach Baiern zu gehen, um Vereine und Parteien zu finden, die das Gcgentheil von H dem sind und bezwecken, was ihr Name besagt. : '1 Dessau, 8. Jan. Der.Tod der Herzogin ist ein bedeutender Verlust für die jüdischen Armen, da ihre * Wohlthätigkeit sich auf alle Atme. ohne Unterschied der Konfession, erstreckte. — Die Register für die Civil ehe 'sind noch immer nicht fertig. Es sind aber'bereits mehre Paare, 'die von der Eivilehe Gebrauch machen; wollen. ' j Sf;J Haurbuxg, 6. Jan. Ueber .die Besetzung der Chacham-S teste in unserer Gemeinde verlautet noch im^ .um nichts Bestimmtes. .Man spricht davon, ,daß.Dr. Frankel in Dresden und Dr. Sachs in Berlin in Vorschlag gebracht wären. Es hat aber den Anschein, als wenn man von einem Rabbiner vor der Hand ganz abseh.cn wellle. Leipzig, 4. Januar. Aus Californien melden die Zeitungen, daß daselbst sich bereits Gemeinden! eonstituiren und daß Synagogen errichtet werden. Berlin, 2. Jan. In einem trefflichen Schristchen: ,,Die Prinzipien der Dernokratie von Dr. Zunz^ heißt ,eS S. 4 über die Gleichberechtigung aller Conftssionen:! ,,Dcn .Glauben und die religiöstn Ueberzengüngen oder vielmehr daS kirchliche Bekenntniß hat man zn einem Maßstabe genommen., au welchem die Rechte der Gläubigen und der Ungläubigen gemessen wurden. Natürlich sind es auch hier überall die Stärkeren, die sich zu Gläubigen stempeln und als solche bereits auf Erden belohnen: also tritt wiederum das Recht des Stärkeren und zwar in der Gestalt von Glaubenssätzen mit dem Anspruch an ^das -Vorrecht auf. Um einen? Gedanken angeblich;u schützen, hat man tausend Gedanken verfolgt; um die Trefflichkeit seiner Religion zu beweisen, hat man nichts geringeres-als-ein Teufel sein..-zu müssen geglaubt. Ich verschone.Sie mit den Gefängnissen -der Inquisitionmit -den Scheiterhaufen fnrKetzer, mit /den Religionskriegen und MeligiouSbedrückuugen: aber das 6 .

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