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Der Orient · 1850-01-01 · 1 (1.1.1850) · p. Spalte 15-16

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
1 (1.1.1850)
Date
1850-01-01
Page
Spalte 15-16 (sequence 8)
Language
German
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15 Ankündigungen. 16 Kurze Ueberfichte«. 1) Die Bürgschaft. Kohelet, Sehn David's. Zwei Kanzel-Verträge gehalten am 30. Decbr. 1343 und am "'8^ Öktbr. 1849, von Ad. Jellnrek, Prediger rmd Religiönölehrer der israel. Gemeinde zu Leipzig.. Leipzig, 1850, 8. C. L. Fritzsche. Mit dem Motto aus dem M idrasch Rabba nn OnWDOIj; (siehe, unsere Kinder sind unsere Bürgschaften) und mit dem aus Kant: „Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen, sondern dem zukünftigen möglich bessern Aussande des menschlichen Geschlechts, das ist der Idee der Menschheit und deren ganzer Bestimmung angemessen, erzogen werden" üb'ergiebt Hr. I. zwei gehaltene Reden der Oeffentlichkeit, welche über die hohe Bedeutung der Kindererziehung sich aussprechen. 2ri der 1. Rede schildert Hr. I. zuerst in einem begeisterten Proömium die hohe Bedeutung der Jugenderziehung mit ihren keimenden und sprossenden Hoffnungen, die Stelle in 105, 15. „Rühret nicht an meine Gesalbten, und füget kein Leid zu meinen Propheten, nach dem Talmud erklärend, die Jugend, die Kinder als die Gesalbten des Herrn, denen die Zukunft gehört, zu lieben. Die ganze Betrachtung iss eine Mosaik der schönsten und wahrsten Sätze, welche obgleich von der Pädagogik längst bewährt doch immer neu sind und man liest sie in dieser edlen und anziehenden Darstellung immer gern. Zum Texte ist der Satz des Wochenabschnittes gewählt: „Dein Diener bürgt für den Knaben" (Gn. 44, 32), anlehnend wird hier außgeführr, wie der Vater eine Bürg, fchaft mit der Erziehung des Kindes übernommen, Die er der Familie, der Gemeinde, dem Staate, der Menschheit und Gott verantwortlich ist und diese verschiedenen Bürgschaften werden in höchst gelungener Form und in psychologischer Wahrheit ausgeführt^ — Die 2» Rede ist über die Aufschrift des Buches Kohelet: „Worte Kohelet's, des Sohnes David's" und aus dieser Aufschrift, nach der homiletischen Interpretation des Midrasch, sucht Hr. I. die Sätze herzuleitm: a) daß gottgefällige Eltern ihre Kinder schützend ins Leben ein: führen z b) daß sie sie durch's ganze Leben mahnend, stärkend und schirmend führen; c) sie aus dem Leben erfreuend und beruhigend führen. Der einfache Text ist hier nach Anleitung des Midrasch mit großer Meisterschaft homiletisch bearbeitet und wir möchten beide gehaltvolle Reden vielen Ettern zur Beherzigung empfehlen. Nun noch ein Wort über die Widmung an Hrn. Dav. Fleisch! in Pefth. Hr. Fl. hat in einer schweren Zeit des Schreckens die Vorstcherschaft der dortigen jüdischen Gemeinde geführt, in einer Zeit, wo man in dem Einftehen für die Gemeinde Gut und Leben eingesetzt, und ein solcher Maiin verdient die Hochachtung und die Liebe aller derer, die für ein musterhaftes Gemeindeleben einen Sinn haben, und rv r begreifen den begeisterten Redner, wenn er ihn mit dem Wunsche verehrt, daß aus der aufkeimenven Jugeno solche Gemeindevorstcher auferzogen werden mögen. Ankündigungen. An diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte vnd Literatur betreffen, gegen J| Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [13 Bei C. L. Fritz sch e in Leipzig ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Bürgschaft. Kohelet, Sohn David's. Zwei Kanzel - Vorträge gehalten am 30. Dccbr. 1848 und am 6. Oktbr. 1349 von Ad. Jellinek, Prediger und Religionslehrer der israelitischen Gemeinde zu Leipzig. gr. 8. brosch. Preis ü Ngr. [2} Bei C. L. Fritz sch e in Leipzig ist erschienen: ORA91MATICA ARAB1CA IN USUM SCHOLARUM ACADEMICARUM. SCHI PSI T camojj rs jpjlvmiwrs CuMSpjlbx. ACCIiDn' BREVIS CHRE3T0MATHIA EX CODI». MSCR. CONCINNATA. 8 maj. Preis 2 Tlilr. Briefkasten. Hrn. M. D—d in L—k: Diesen Q. betreffenden Aufsatz kann ich nicht ausnehmen, so gern jeder andere willkoml men ist. rforr b>. V«lag von C. L. Fritzsche. Ridaklrur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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