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Der Orient · 1849-12-29 · 52 (29.12.1849) · p. Spalte 823-824

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
52 (29.12.1849)
Date
1849-12-29
Page
Spalte 823-824 (sequence 4)
Language
German
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823 824 Studien. Literarische Miscellen. mm müssen, daß er neben der LXX auch das Hebräische vor sich gehabt, wie das bei mehreren Büchern der Fall ist; wir könnten auch vermuthen, daß er, da der hebräische Text des Buches Esther noch jetzt den meisten Juden ziemlich geläufig ist, die LXX an den betreffenden Stellen aus dem Gedächtniß verbessert habe; würden jedoch immer zu der Annahme berechtigt sein, daß er die LXX zu Grunde gelegt. Wir sehen aber 2) daß Josefus in dem ganzen Kapitel (wenige, später anzuführende Stellen ausgenommen) von dem Ausdruck der LXX abweicht.138 Während wir bei dem E. A. gesehen, daß aizr\GaGfrai ngog KoXaGiv naga rav ßaciXicog fUKgdv 'qytfactTO rö de sfrvog avzov disyvoa nav acpaviGai* — Ferner fehlt in der LXX die zweite Hälfte von 9, 1. '131 TCty HKW Josefus aber §►. 12: oiccog kcc&’ rjv yfisgav avzoi Kivdvveveiv IpsXXov, iv zavzy zovg i%frQOvg ano- XsGcaawi und obgleich er dies ex proprio gesetzt haben könnte, so zeigt doch der Zusammenhang jener Stelle, die Satz für Saß dem Texte folgt, daß er jene Worte da wo sie im Hebr. stehen, gelesen haben müsse» — B) An zwei von den Stellen, in denen die LXX aus Mißverständniß oder wegen einer anderen Lesart von dem. Hebräischen ab weicht, hat Josefus letzterem Analoges. LXX hat 1, 6 sechs Tage, Jos. jj.-l wie hebr. sieben; LXX 9, 22 der ganze Monat Adar solle festlich begangen werden, Jos. §♦ 13 wie der Text. — Man könnte freilich emwenden, daß die angeführten Lücken und Varianten nur unfern heutigen Texten der LXX z-ur Last fielen; einer einzelnen Stelle der Art gegenüber würde ich das unbedenklich zugeben, zusa m men ge no m men beweisen sie aber etwas, und die zuletzt angeführte Verschiedenheit insbesondere dürste eine solche Erklärung nicht wohl zulasten. Die Stelle lauter Kai TÖV [lijvcc-ttfTTn] ccyetv dXov rffiegag yd(i(ov Kai evq)go6vvrjs nz. X. Wie sollte hier eine falsche L. A. erst in unsere Exemplare der LXX gekommen sein? Der Uebersetzer hat ohne Zweifel in IN gelesen. — Uebrigens haben wir stärkere Beweise und könnten alle jene Stellen preisgeben.. 138) Man vergleiche nach Belieben einen §♦ mit der entsprechenden LXX, Als Probe stelle ich nebeneinander. LXX 7, 6—7. | Jost §. l. KsHOCpr}H8V7] (sc. avXfj ^9n) ßvGGivoig Kal KagnagIvotg zszafiivoig eni g%oivioig ßv6Givoig nah nogcpvgoig> eni nvßoig Kai agyvgoZg, ini GzvXoLg Ilaglvoig Kai Xifrivoig' KXivai XQvadZ, Kai dgyvgocl inl XifroGzgazov GpagaySizov Xifrov Kai TCivvvvov %a\ Tlagivov Xvfrov * [Kai Gzgcopvai diaepavslg nomiXiog dirjvfriofnsvai, kvkXo) §6da nenaGpeva.] Von Letzterem steht im Hebr. nichts. — .7. Uozrjgia. %gvcd. Kai dg yvga} Kai dvfrgaKivov kvXlkiov ngoKsifievov and za- Xavzoav zgig[ivgCoova (?) Ol vog noXvg k. t. X. 2KriV(Q(A0i nrj£d{i8vog sk. %qv6E(ov Kai agyvgicov kiovcov vcpT] XLvea Kai nogcpv- $ea Kaz avzcov dienizaGsv* Sgze noXXag jivgiddag KazauXivEGfrar. Jitjkovovvzo de iKnco{iaGi xgvGeoig Kai zoig dia Xlfrov noXvz eXovg s£$ zigipiv etfia Kai freav nenoiTjfievaig. er meistens die Ausdrücke ferner griechischen Urkunde beibehielt, ist hier die Verschiedenheit in Ausdrücken und Wendungen augenfällig. Und dies ist keineswegs hlos in den auch hebräisch vorhandenen Stücken der Fall, sondern ganz besonders bei den apokryphischen Edikten; hier gibt Josefus den Inhalt fast Wort für Wort wieder (vornämlich findet diesbei dem zweiten statt); ohne je im Ausdruck mit den LXX zusammenzutreffen. Wird es dadurch nicht sehr wahrscheinlich, daß Josefus aus einer anderen Quelle als der LXX geschöpft? Nun betrachte man noch 3) folgende zwei Parallelstellen: A. In dem ersten Edikte zu Anfang (Vulg, 13, 2). LXX. Jos. 11o?«X<üv inccQ^ag ifrvcSvKcä IloXXcov ifrvcov aggag kcu naGr\g iniKgaz7]Gag olmv(iinaGr\g 97 g i ß ov X rj' fr rjv vrjg, e ß ovXri frT]v (irj — Kgaz^aag oiKOVfitvrjg k. z. X.t z. X. B. Den kleinen Zusatz zu 4, 8 (nach auch bei Vulg. 15, 2). Mvr\GfreiGa fysgcov zan e iv 00 G scdg gov , cdg izQcccprjg iv %8igl pov. Kai GcazTigiag sveKa zov efrvovg firj adoi-rjcai XaßeZv 0%rj(Jia zonsivdv» Es ist handgreiflich, daß diese Parallelen nicht aus ein ander, sondern aus einer und derselben Quelle geflossen, d. h. übersetzt sind,m daß für dieselben ein Original vorhanden gewesen sein müsse, und daß Josefus entweder dieses Original, diese Quelle der LXX, selbst, oder eine von der LXX verschiedene UeVersetzung desselben vor sich gehabt haben müsse. (Fortsetzung folgt.) Literatur- und kulturhistorische Miscellen von Leopold Dukes. V. Das d■>D3n HDD von R» Nisfim. Dieses Werk befindet sich unter anderm auf der Pariser Bibliothek (Nr. 197 ancien Fonds, Folio, Papier, gut geschrieben, 113 Blätter stark) und enthält auch für die Geschichte mehre interessante Notizen. Der Verfasser nennt sich Damit vergleiche man nochmals die zum E. A. sub 1U*. 0 abgedruckte Stelle, in der auch allerlei einzelne Kostbarkeiten aufgezählt werden; wie treu giebt da Jos. sein Original wieder! . 139) Bei der ersten kam es dann auf eine verschiedene Konstruktion des dem ißovXrjfrr}v entsprechenden Wortes OniyH , \3l$n oder dergl.), bei der zweiten auf eine verschiedene Auffassung des ganzen Satzgliedes und hinzukommende Varianten an.

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