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Der Orient · 1849-12-29 · 52 (29.12.1849) · p. Spalte 817-818

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
52 (29.12.1849)
Date
1849-12-29
Page
Spalte 817-818 (sequence 1)
Language
German
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Literatirrblatt -es Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JW ÄD. Leipzig, den L9. Decem'ber 184». Inhalt. Offenes Wort. — Stu di e n. Ueber -en Bibelkanon des Fl, Josefus. Von Nabb. 2C. Treuen fels in Weilbur§. (Forts.) — LiteranMe Miscellin. Sefer Ha-Nissim des R. Nissim. Von Dukes. — Jur neuesten Geschichte der Juden in Mahren. Entwurf einer Synagogal;V«vfassung. (Forts.)— Kritiken. Kurze UeLersr'chten. Tal-Pijot von Plungian. Angez. von Dr. Fürst. — Ueber einige seltene Zudische Ritualien. Von L. Dukes. (Forts.) — Ankündigungen. Offenes Wort an die Leser des „Orient" und die Freunde der jüdischen Wissenschaft. Ein volles Jahrzeh cnd hat unser Blatt an den politischen, religiösen und literarischen Fortschritten der Juden mitgcarbeitet; ein Jahrzehend, reich an Kämpfen nach Junen wie nach Außen, au Erschütterungen iuucr- und außerhalb des Judcnthums, hat es Vcrlänmduugen und Schmähungen über fleh ergehen lassen; ein Jahrzehend hat cs der Entivickclung des socialen und wissenschaftlichen LebcnS der Juden schwere Opfer gebracht! Opfer an pekuniären Mitteln von Seite der VerlagShandlnng; Opfer an geistigen Kräften, an Zeit und Mühcwaltrmg von Seite der Redaktion. Wer die selbstgefällige Apathie der reichen Juden, den ■ Mangel an Interesse für Jiideuthum bei jüdischen Zeitungslcscrn, den kleinlichen Neid und die neidische Kleinlichkeit kleinlicher Gelehrten, den wissenschaftlichen Terrorismus der jüdischeil Koryphäen, den selbstvergöttcriiden Egoismus so vieler Rabbineu kennt; wer da weiß, wie so viele Hände geschäftig sind, nicht um den stolzen Ban der jüdischen Wisscnschaft in Schöne und Pracht aufzusühren, sondern um mit wahrhaft fanatischer Wnth zu hindern, zu stören, einznrelßcu, damit kein geistiger Mittelpunkt des literarischen Strebend cristirc; wem es bekannt ist, >vie wenig Bcgci'stcrung, Hingebung, Aufopferung für jüdisches Wissen vorhanden ist, wie es leider an jedem edlen Gemein sinn fehlt, wenn es mehr gilt, als Bettler zu versorgen und Kranke zu pflegen; wer da erträgt, wie die meisten jüdischen Geistlichen vom modernsten Zuschnitte gerade, sich um Geschichte und Vergangenheit der Inden wenig kümmern: der wird es wohl begreifen, tvenn wir hier das offene Geständuiß ablegen, daß unser Blatt nur unter zahlreichen materiellen und geistigen Opfern bis jetzt erschienen ist; daß nur Liebe zu unfern Stamm- und Glaubensgenossen, Begeisterung für die GeschichtSerkenntuiß im Weilern Sinne und die Sehnsucht, die politische Lage der Juden zu verbessern und deren religiöse Entwickclmrg zu fördern uns vermocht hat, Zeit, Kraft und Mühe aus unser Journal zu verwenden. Und das können wir mit vollem Betvußtsein anssprechen: Keine jüdische Zeitschrift hat so tief in die religiösen Verhältnisse cmgegrlsfen, so kräftig die jüdische Wissenschaft in allen ihren Verzweigungen gefordert, so mächtig das wissenschaftliche Leben und Interesse imJndenthum, wie die vielen tüchtigen Kräfte jüngerer Gelehrten angeregt, als der „Orient." Noch sind wir nicht müde! Der „Orient" wird, trotz der bedeutenden Verluste, die er durch die Stürme der letzten zwei Jahre erlitten und dl« den großen literarischen Zeitungen den Untergang brachten, auch im Jahre 1830 erscheinen. Allem mit dem offenen, freien und unumwundenen Gcständmß treten wir vor das Publikum, 52

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