Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-12-29 · Heft 52 (29.12.1849) · p. Seite 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 52 (29.12.1849)
Date
1849-12-29
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2360092-2360580-2360633--6968-3535455
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Berichte, Studien und Kritiken Zehnter . für Jahrgang. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Tblr. Man abonnirc bei allen lobt. Postämtern nnd allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. HerauSgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litcraturblats mitgcrcchnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. vr. Julius Fürst. M ss Leipzig, doir 29. Dccciiiber 184». Inhalt. D futschland. Königsberg. Freisprechuust des Dr. Jacob y. Hannover. Verein zur Beförderung von Handwerken. (Schluß.) München. Verhandlungen über die Zudenemancipatiori. Vier Schlachttage und endlich der Sieg. — Oesterreich: Wien. Aufhebung des Prager Ghetto. — LB. d.Or. Deutschland. Königsberg, 8. Deebr. Die Spannung, in der uttferc Stadt Den ganzen Tag durch die- Verhandlung des I a e o b h' sch e n P r o z e sse ö gehalten wurde, ist endlich Abends einer freudigen Bewegung gewichen. Jareby ist freigesprochen worden. Die Wahl der Geschworenen , die fast ausschließlich dem Preußenvereine angehorten, war derartig, daß sich überall große Besorgnisse kundgaben. Nachdem Jaeeby sich indeß auf die 15 Bogen starke Anklage, welche anfHechverrath lautete, mit großer Ruhe, Sicherheit und vielem Scharfsinn vertheidigt hatte, war der Eindruck seiner Rede, welche Offenheit und Wahrheit athmete, ein so sichtlicher, daß er voraussichtlich awd) eine günsiige Eüllvirkung auf die Geschworenen unfehlbar äußern mußte. Sein Berthcidiger, Rechtsanwalt Marenski, widerlegte darauf in einem zweistündigen Plaidoyer jeden Punkt der Anklage ganz erschöpfend, worauf die Fragestellung des Gerichtspräsidenten und Stadtgerichtsdirektoro Fischer erfolgte: 1) Ist Jaeoby des Hechverraths gegen den preußischen Staat; 2) , ist derselbe des Hechverraths gegen den Deutschen Bund schuldig? Beide Fragen sind von den Geschworenen, wie es heißt einstimmig, mit Nein beantwortet worden. Als die auf dem Schtoßhofe und auf den Straßen versammelte Menge den Ausgang des Prozesses erfuhr, wollte der Jubel kein Ende finden. Anhaltende Hochs wurden dem Dr. Jaeoby, den Geschworenen und den Richtern gebracht. - Hannover, iw Nvbr. (Schluß.) Außerdem genießt der Verein die Zinsen eines Kapitals vo.n circa 2000 Thlr., die der sel. Dr. M. Cohen in sei- »er letztwilligen Bestimmung demselben zugewiesen har. Vergleicht man nun die Leistungen des Vereins wahrend dieser Periode mit denen der ungefähr gleichen Periode des ersten Berichts, so ergiebt sich das befriedigende Resultat, daß die Zahl der Unterstützten um. lv und die der zunftn.äßig Angelernten um 18 sich vermehrt hat. Die Zahl der Gesuche um Unterstützung zur Erlernung eines Handwerks .war, besonders in der, letzten Semestern, zwar nicht so stark, als man in. Rücksicht auf die im ersten Berichte ausgesprochenen Erwartungen hätte vermurhen können. Diese Erscheinung hat aber darin ihren Grund, daß seit der Veröffentlichung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden vom 30. Srptbr. 1842 und überhaupt durch das immermehr abnehmende Vorurlheit gegen jüdische Lehrlinge das Unterbringen der letz eren bei einem Meister erleichtert worden ist, so daß Eltern und Vormünder,"da sie die Knaben für ein geringes Lehrgeld und selbst unentgeldlich unterbrigen können, weniger veranlaßt werden, die Unterstützung des Vereins in Anspruch zu nehmen. Wenn die Einnahme an ordentlichen Beiträgen, sich in der letzten Zeit etwas geringer gestellt hat, so hat das seinen Grund darin , daß die vorhandenen Mittel zu den bewilligten Unterstützungen auszereicht haben, und die Direktion deshalb geglaubt hat, der Einziehung der rückständigen Beiträge in den letzten Jahren Anstand geben zu dürfen. Zum Schlüsse dieses Berichtes fühlen die Unterzeichneten die traurige Miktheilung hinzuzufügen sich veranlaßt, daß dcm Vereine während dieser Zeit eines seiner edelsten und wirksamsten Mitglieder durch den nur zu frühen Tod des sel. l)r. jur. M. Cohen entrissen worden ist. Dieser edle 52

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.