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Der Orient · 1849-12-22 · Heft 51 (22.12.1849) · p. Seite 221

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 51 (22.12.1849)
Date
1849-12-22
Page
Seite 221 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studie« und Kritiken Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbU Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, fävei Bogen, und zwar^an jedem Sonnabend regelmäßig. S 51. Leipzig, den 22. Dcccmber 184». Fnhali. Deutschland. Breslau. Vereinswesen. Was ist des Doktors Vaterland? Aus der Provinz Posen. Vermischte Nachrichten. Aus der Provinz Posen. Kultus- und Schulwesen. Leipzig. Hamburger Vildungsverein deutscher Frauen. Hannover. Verein zur Beförderung von Handwerken. — Oesterreich. Wien. Fischhof. Pesth. Haynau. Lemberg. Rekruten» — LB. d. Or. Deutschland. Breslau, 29. Nvbr. Wir unterziehen uns diesmal insofern lieber dem Geschäft, über den gegründeten „Central-Vercin für jüdische Interessen" Nachricht zu ertheilen, als wir urls mit dem Resultat der gepflogenen Berathung über die Statuten des Vereins einverstanden erklären. Wir bedauern bei der stattgefnndenen Berathung der Statuten, über den Hauptzweck des Vereins, wozu eine Generalversammlung anberaumt war, nicht zugegen gewesen' zu sein, sind aber darum nicht weniger in Stand gesetzt, authentische Mittheilung hierüber zu machen. Zwei Ansichten machten sich in der Diskussion vorzüglich geltend, der einen, daß der Verein, in Betracht des herrschenden Jndifferentismus in der Gemeinde fürs religiöse Leben, tlcs dem politischen Gebiete seine Wirksamkeit zuwende, sprach Cand. Fri edman n das Wort, die andere, daß der Verein zur Beförderung des religiösen Lebens auch wirke, fand in Dr. Geiger den Anwalt. Eine Verständigung war hier gleich zu erzielen, da beide Herren wohl einsahen, wie durchaus eins dem andern in Bedeutung nicht den Rang abläust. Ist cs von Noth, uns unsere politischen Rechte nicht schmälern zu lassen, wovon uns die letzte Zeit überzeugt hat, so ist es darum nicht minder von großer Wichtigkeit, eben weil großer Jndifferen iismus fürs religiöse Leben hier vorhanden ist, solches zu wecken und zu beleben, wozu nach unserer Ansicht der Verein das beste Terrain bietet. Man wird hoffentlich uns nicht zumuthcn, daß wir etwa Kasualfragen im Verein erörtert wissen wollen, da man doch wohl nicht füglich anneh-- men kann, daß einer beide Systeme des Galilei und Ptotomäus für Wahrheit halten wird. Allein wir bleiben fest bei unserer Ansicht, daß das religiöse Leben den ersten Impuls zu so vielen andern Bestrebungen bietet und zieht man in Erwägung, daß das freiere Leben der Menschen, in wie fern die großen Gedanken der Jetztzeit zur Religion erhoben werden, die einzige Religion unserer Zeit ist, so ist das Heilsame eines solchen Wirkens nicht in Zweifel zu ziehen. Bei solcher Aufgabe des Vereins schwindet alles specifische Interesse, man kann uns keiner Engherzigkeit zeihen; vielmehr leben wir der Uebcrzeugung, daß, von humanem Standpunkt betrachtet, viele andere Kräfte sich uns anschließen werden, um uns unsere politischen Rechte zu sichern. Eine regere Theitnahme wird hierdurch bei Jedem sich selbst kund geben, unter ein Banner werden sich alle Parteien zusammenschaaren, um für das Gedeihen der Juden und des Judcnthums Sorge zu tragen. Wir hegen das Vertrauen selbst zu unfern Konservativen, daß sie, in richtiger Erkcnntniß der Jetztzeit, wohl wissen werden, waö sie zu thun haben, und richtig einsehen lernen, wie alle Kräfte beim Juden sich zusammen thun müssen, um unser Recht uns nicht verkümmern zu lassen, umsomehr noch, seitdem der absolutistisch-christlich-germanische Verlach die liebenswürdige Erklärung in der Kammer abgegeben hat ,,wir wellen keine Ccntrerevotution, sonst

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