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Der Orient · 1849-12-08 · 49 (8.12.1849) · p. Spalte 783-784

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
49 (8.12.1849)
Date
1849-12-08
Page
Spalte 783-784 (sequence 8)
Language
German
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783 Ankündigungen. 784 reihen, die Wissenschaft des Vokalisicens absprechen? Es wäre zum Todtlachen, wenn es nicht eben zum Todärgern wäre! Unbegreiflich und unerklärlich bleibt es aber, wie ein strebsamer, tüchtig-er Gelehrter wie Hr. L., Hrn. D.-dsr mit unerschütterlicher eiserner Konsequenz, mit einem an Fanatismus grenzenden Eifer und mit einem stählernen Trotz gegen jedwedes Ungemach und alle Widerwärtigkeiten eines literarischen, sage eines jüdisch-literarischen Wanderlebens, sein ganzes Dasein seit frühester Zugend dem heiligen Berufe geweiht, alle bedeutenden Bibliotheken der gebildeten Welt zu bereisen, um die daselbst vergrabenen und modernden Schätze der heiligen hebräischen Literatur aufzusuchen und sie dem Grabe des Vergeffens zu entreißen, diesen Mumien Leben einzuhauchen- und für diese, in unserer theilnahmlosen materiellen Zeit leider undankbare Bereicherung der Literarhistorie mit aller anspruchrosen Hingebung , Alles was dem Menschen theuer auf Erden, Familie, Stellung und Leben opfert — eine seltene und beispiellose Konsequenz, die jedenfalls Ehrfurcht abzwingt — wie ein strebsamer, tüchtiger Gelehrter — sagen wir, der in liebevoller Gluth für die heilige Sache, doch der erste sein sollte, der den Altar dieses seltenen Strebens mit den Blumenketten der Anerkennung umwindet, Hrn. Dukes, diesen begeisterten Märtyrer seines heiligen Zweckes, einen Schaß-Pollak zu nennen wagt! Wahrlich, wir schämen uns und errörhen, einen Gelehrten wir Hrn. L. zu fragen: in wie fern feine Kombinationsgabe emeAchnlichkeit zwischen Hrn. Dukes und einem Schaß-Pollak aufgefunden?— Gar manche bedeutende christliche Gelehrte habsn, wie dies weltbekannt, wenn auch wie Hc. D. ihr ganzes Leben, Jahre der/Mühsale und Beschwerden einem ähnlichen Zwecke gewßdmet, haben den fernen Orient bereist, um die Hieroglyphen der egypeischen Pyramiden zu deschiffrir'M, um diesen eben nicht allgemeinnützigen, volksthümlichen Zweig der Literarhistorie zu bereichern, und haben, wenn auch nicht Schimpf und Hohn,, doch Anerkennung, Aemter, Ehrensolde und Würden hierfür erhalten; und Dukes, der sein ganzes Leben einer uns nßcht minder wichtigen, ja heiligen Tendenz, in edlem Ejfer und anspruchloser Hingebung. für die noch so karg bebauete Geschichte unserer Literatur hinopftxt, dem im Kampfe um die äußersten Nothwendigkeiten des Lebens mit einem harten Geschicke, Roth und Mangel in der Gegenwart und eine düstere, trübe und hoffnungslose Zukunft entgegen gehen und der auch schon gar manche schöne und seltene anexkannte Resultate seines erfolgreichen mühseligen Forschers ge? Liefert, wird von einem Gelehrten seines Volkes darob geschmäht und gehöhnt und als Litular-Schaßpollak ausgeschrien! Es ist dies ein beherzigungswürdiges traurigesOmen für die hebräische Literatur, und wir könnten in einen bittern Ton verfallen, so wir nicht die feste Ueberzeugung in uns trügen, daß ein so tüchtiger Gelehrter, wie Hr. L, es gewiß bereits bereuet, daß er ob. einer so ganz harmlosen kritischen Streifwunde, die Hr D. ihm schlug und zu welcher er durch sein früheres Sendschreiben ihn quasi herausgefordert, sich der Gewalt einer bösen Stunde so hingab und von dem Anfalle unmuthiger Empfindlichkeit so weit Hinreißen ließ, einen Dukes ä la polnischen Hauft'r- Madfis zu behandeln! Za, wir sind von dieser Ueberzeugung durchdrungen, indem wir es seinem Charakter wie seiner Ehr- und Wahrheitsliebe Zutrauen. Und so scheiden wir denn von ihm mit der Bitte, unsere freundliche aber wohlgemeinte Rüge nicht übel zu nehmen, in der Hoffnung, Hrn. Friedrich auf friedlichem Wege wieder zu begegnen; indem nur durch Eintracht und neidlose Friedfertigkeit unter den Gelehrten selbst das Heil der hebräischen Literatur zu gedeihkichem Emporkommen heranblühen und gefördert werden kann — und mit dem aufrichtigen Wunsche Lebe recht wohl! Wien, im Nvbr. 1849. . M. E. Stern. Zum 1. Januar 1850 oder nöthigm Falls etwas später, soll bei der hiesigen ismel. Gemeinde ein Vsrbeter (flN) engagirt werden, der befähigt ist, einen Chor zu leiten und in der hebr. Sprache und der mosaischen Religion zu unterrichten. Das Gehalt ist, bei freier Wohnung 350 Thlr. p. a. exklus. Nebeneinkünsten. Reflektirende wollen ihreZeugnisie so schnell als möglich portofrei dem Unterzeichneten zustellen. (Alt-)Stettin, im November 1848. Die israelitische Gemeinde. Rosenheim. [109] Bei C. L. Fritzfche in Leipzig ist zu haben; -0D. Abhandlungen über das logisch-talmudische Gesetz der Analogie (rw nebst Erläuteruug aller talmudischen Analogien. Von Morde chai b. Salomo Pelungian. Wilna, 1849, 8. br. Preis 20 Ngr. Abhandlungen über die Sprache der Bibel und der Mischua. Von S. Löwisohn. Nebst Zusätzen von Ab. B. Lebensohn. Wilna, 1849, 8. drosch. 25 Ngr. mrQ nöttf. Vermischte hebräische Aufsätze von Kalma n S ch u l m a n n. Wilna, 1847, 8. brosch. Preis 15 Sgr. niDn»v Die Zerstörung Troja's. Aus dem Lateinischen in's Hebräische übersetzt von M. I. C, Lebensohn. Wilna, 1849. kl. 8. Preis 10 Ngr. Fpxschungeg über die Ucberschristen der Psalmen. Dazu Crtäuternngen der Gottesnamer;, der poetischen Fyrmen in den Psalmen, Auslegungen schwieriger Stellen der althebräischen Poesie und ein er? gqnzender Anhang. Von Hartwig Philipp Npe in Aarhus. Mit einem Vorwort von Dp» Arpliuß Fürst» brosch. Preis 24 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr° Z^?s. Fstpst» Druck von Z. H. Nagel.

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