Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 48 (1.12.1849)
- Date
- 1849-12-01
- Page
- Spalte 753-754 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MeratuMM des Orients. Berichte, Studie» und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JW 48» Leipzig, den 1. Deccmbcr A849« Inhalt. Kritiken. Kurze Übersichten. Klein's Kalender. Angez. von E —n. Jüd. Plutarch. Travestie der PesachlHaggada von G o mm e r h a u se n. Beide angez. von Dr. Fürst. — Studien. Ueber einige seltene jüdische Ritualien. Von L. lDukes. (Forts.) — Literarische Miscellen. Umfang der jüd. Studien in der Hillel'schen Schule. Von Dr. Fürst. — Zur neuesten lGeschichte dev Juden m Mahren. Entwurf einer Synagogal-.Verfafsung. (Forts.)— Ankündigungen. J Kurze Ueberfichte». |28) Volkskalender für Israeliten auf das Jahr 5610. Herj ausgegeben von K. Klein. Neuester Jahrgang. Mit! Kunstbeilage. Berlin. Stuyr'sche Buchhandlung. „Spät kommst du, doch du kommst!" Diese Worte müssen wir dem Kalenderdoch damit einen Hauptvorwurf dem Hrn. Herausgeber zurufen. Soll ein Kalender für Israeliten, deren Neujahr Mitte September traf, erst Ende Oktober versendet werden? Möge der Herr Herausgeber künftig pünktlicher sein, dann dürfte er gewiß keine Ursache haben, über geringe Teilnahme zu klagen. Die bereits oft gehörte Entschuldigung, wie durch verzögerte Mittheilung der Jahrmärkte Seitens der Kalender-Deputation die Versäumniß entstanden, können wie nicht annehmen, da der kleine jüdische Kalender mit eben diesem Jahrmarktsverzeichniffe bereits Ende Juli verkauft wurde; auch hat Schreiber dieses, da zu Rosch ha- Schana der bestellte israelitische Bolßskalender nicht einging, sich als Surrogat Trewendt's Volkskalender für i850 gekauft, mithin hätte der israelitische sicher zu derselben Zeit noch erscheinen können. Ob überhaupt ein Volkskalender für Israeliten '> viese Frage darf natürlich nicht auf den eigentlichen Kalen- -er, sondern nur auf das Jahrbuch bezogen werden) nothvendig? muffen wir insofern unbedingt bejahen, so lange es roch Volkskalender giebt, die nicht fürs Volk, sondern fürs wirklich auserwählte"' christliche und nicht blos christlich, son- >ern auch christelnd sind. Unter „christelnd" verstehen wir nämlich das scheinheilige, *) Die Juden sind nun noch das auserwählte Volk in artibus inüdelium wnb daher höchstens zu Bischöfen und Konsuln im Orient .zu 'gebrauchen. unfromme Treiben, das unter dem Deckmantel des Christenthums auf Kosten anderer Konfessionen Schacher treiben will» .Zum. Beispiel wollen wir hier nur anführen: Der Bote. Ein Volkskalender für 1850. 16. Jahrgang. Glogau. Druck und Verlag von C. Flemming. Seite 25: „Sonst gab man es immer den Juden Schuld, daß sie gewinnen wollten, ohne zu verdienen. Daher ihre alte Scheu vor dem Handwerke, das getrieben sein will, aber dann auch den goldenen Boden hat; desgleichen ihre Scheu vor dem Ackerbau, der fleißige Hände verlangt, dann aber auch nährt. Sie wollen gewinnen, nicht verdienen. Das Letztere überließen sie den Christen, und zogen schachernd durch die Länder, trieben Handel in ihrer Weise, und das war und ist ihr Verkehr?' — Was verdient wohl Hr. C. Flemming in Glog au, wenn er auf solche Weise das Volk bilden, im Grunde aber nur Käufer ge w i n n e n will? * So nöthig daher ein „Jahrbuch des Unterhaltenden und Nützlichen für Israeliten" erscheint: so wäre es aber auch zweckmäßig, daß es wirklich nützlich sein und sich nicht fast ausschließlich mit Bellestritik beschäftigen möge. Offen gestanden ist dieses bis jetzt von Keinem der israelitischen Jahrbücher — von dem Wiener freilich eher, doch ist dieses wieder im Preis für das Volk zu hoch — erreicht worden, und wäre es zu wünschen, daß alljährlich ein Volksbuch für Israeliten, unabhängig von jedem Kalender, daher *) Noch könnten wir den „Neuen Preußischen National-Kalender auf das Jahr 1850, Erkürt, Verlag der MüUerschen Buchhandlung" nennen; doch giebt der ja schon durch den .Titel seine Sympathie mit der „Neuen Preußischen Zeitung" kund und besitzt auch die bescheidene Ehrlichkeit. sein Fastnachtsspiel „als zu Nutz und Kurzweil gemeis nev Christenheit" anzugeben, und hat sich demnach bereits selbst gerichtet» 48