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Der Orient · 1849-11-03 · 44 (3.11.1849) · p. Spalte 703-704

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
44 (3.11.1849)
Date
1849-11-03
Page
Spalte 703-704 (sequence 8)
Language
German
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Ankündigungen. 704 MiMäte bestimmte, sind nach der b er egten Stelle Boten von ihm ausgesandt worden- und zwar nach Eingang beglaubigter Zeugnisse über die Erscheinung des Neumondes. Ueber den Monat Nisan wegen Pascha, über Ab wegen des Fasttages über Elul wegen des Neujahres, über Tischri wegen Festsetzung der Festtage rc. rc. und als der Tempel noch bestand, so sind auch Boten über Jjjar wegen des kleinen Paschafestes abgesandt worden. In der folgenden Mischna §. 4 ist bemerkt, daß die Zeugen wegen Bestimmung der Monate Nisan und Tischri den Sabbat unberücksichtigt lassen dürfen, weil in beiden die Festsetzung der Festtage bestimmt wurde, und zur Zeit des Bestehens des Tempels wurde den Zeugen nachgegeben selbst den Sabbar unberücksichtigt zu lassen. Es scheint nun, daß selbst nach der Lempelzerstöcung das Paschalamm geopfert wurde, weshalb für Individuen, die dieses Opfer brachten, die beregten Boten zur Ankündigung des Monats Nisan, um danach den 14. zur Darbringung des Opferlammes zu berechnen, gesandt wurden. Durch diese Erklärung sind viele Fragen über diese Mischna gelöst, besonders diejenige, daß bei Nisan bemerkt ist HDD ‘UDO und bei Tischri rüpn WO nn^Dn, da doch sonst bei Beiden bemerkt werden konnte, wie in der Mischna 4, nnyicn nupn WO. Das Resultat meiner bisherigen Untersuchungen, die ich successive in diesem Literaturblatte bekannt gemacht habe, sind somit Folgende: 1. Der Opferkultus d«es Paschalammes ist selbst nach der Zerstörung Jerusalems von Einzelnen ausgeübt worden. 2. Andre Opfer sind unterblieben. 3. Als nicht mehr die Opfcrstätte zu erkennen war, hörte auch das Opfern des Paschalammes auf. 4. Rabbi Ichuda Ha-Nasi blieb stets in Palästina und war niemals in Rom. 5. Seine Unterredungen mit Antonin waren stets in Palästina. 6. Rabbi Akkba war kein Empörer, sondern sehnte sich blos nach dem Mefsiasreich und hat sich geirrt in seinen Reden und Predigten, daß er den Lügensohn für einen Messias promulgirt hat. 7. Der Grund seinesTodesurtheils war blos wegen seiner steten Beschäftigung mit dem Studium der Lehre der Tradition. 8. Die Möglichkeit, daß die römischen Schriftsteller, die von der Fortdauer der Opfer sprechen, die Samaritaner gemeint haben. Diese Angaben und Sätze lösen viele Widersprüche und Fragen auf, so daß Jeder grade denkende Talmud beflissene, wenn nicht besonderer Hang zu Streit ihn stachelt, diese als Prämissen annehmeu kann. Meine Kränklichkeit hindert mich, ausführlicher über diesen Gegenstand zu werden, weshalb ich mit diesem Aussatze schließe. Friedenthal. Ankündigmgen. In diesen. Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [98] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig sind folgende neu erschienene Schriften zu beziehen: H. Chajes, rua hdn idnd, Abhandlungen über Hagada, Jcruschalmi, die Targumim, Raschi und Bat-Kol. Zolkiew, 1849, 4. 27 Ngr. -niNjp nmo, Abhandlungen über Kultns- und Ritusfragen mit Derücksichtlgimg der Ncsvrmbcstrebuicgcn in Deutschland. Zolkiew, 4849. 4. 18 Ngr. D. H. Jovl, Rabbiner in Schwerscnz, "irmn crno, die Religionsphilosophie des Sohar und ihr Verhälvnß zur allgemeinen jüdischen Theologie. Zugleich eine kritische Beleuchtung der Franck" sehen „Kabbala". Leipzig, 1849, 8. 2 Thlr. Wir machen die Gelehrten auf diese neuen Schriften, als auf die wichtigsten, 'die in der neuesten Zeit erschienen sind, besonders aufmerksam. [99] Won C. L. Fritzsche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: leschotl OiacltamilKI. Wörterbuch enthaltend hebräische Wörter und Redensarten, die sich im Talmud befinden. Gesammelt, hebräisch erläutert und ins Deutsche übersetzt von David Lowy, Rabbiner zu Amschelberg. Jedes Heft, brosch. Preis 8 Sgr. Das Ziel, welches sich der gelehrte Verfasser in diesem einem wahre:: wissenschaftlichen Bedürfnisse abhelfenden Werke gesteckt, ist: die Fortbildung und Entwickelung des biblischen Sprachgutcs in den beiden Talmuden, der Tosista, Mechilta, Pesikta, dem Sifre, Sifta, den Rabbot, Megillat Taanit , Tanchnma, Pirke derab.bi Elieser u. s. w. in alfabetischer Ordnung nachzuweifen. Dem Eregelen, Sprachforscher und Talmudisten wird dieses, gründliche und auf eigener Forschung beruhende Werk wesentliche Dienste leisten. Da dieses Werk in Lieferungen erscheint, so bitten wir die Bestellungen recht frühzeitig zu machen. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. . Druck von I. H. Nagel.

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