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Der Orient · 1849-10-13 · 41 (13.10.1849) · p. Spalte 655-656

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
41 (13.10.1849)
Date
1849-10-13
Page
Spalte 655-656 (sequence 8)
Language
German
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655 Ankündigungen. 656 hebräische. Poesie, Nythmus, über Klassifikation, Verfasser und Namen der Psalmen. Zu den Wuchern HLob, Hochried und Kohelet sind bcachtenswerthe Bemerkungen über Plan und Anlage dieser dunklen Bücher gegeben. Die dramatische Ein- Lheilung des hohen Liedes nach Ewald verleiht diesem schönen Liede in der profanen Auffassung eine größere Anmuth und schließt mit dem Ruhme Salomons, der treue Liebe zu achten wußte. Ebenso ansprechend ist die von Koheletz jedoch hatte es Res. für den allgemeinen Zweck des Werkes, mehr eine Bibel für Jugend und. Volk als für Gelehrte zu sein, geeigneter gehalten, wenn der Verfasser, abgesehen von individueller Ansicht, sich (S. 413 j. 5) mehr für die Annahme ausgesprochen hätte j daß das Buch Kohelet in Wahrheit von dem Könige Salomo verfaßt worden ist. Bibelwerke für Schule und Haus sollten nichts enthalten, was den aufgelockerten Autoritätsglauben noch mehr untergraben könnte. Zumal, wo die Einwürfe gegen die Salomonfche Autorschaft so leicht wie die angeführten zu beseitigen sind, sollte kein Buch der heiligen Schrift dem Volke als im Verdachte von .einem Pseudonymen verfaßt zu fein, ausgestellt werden, dadurch wird den heiligen Lehren, die es enthält, von vornherein jeder Einfluß abgeschnitten. Gegen den Einwurf S. 413 Nr. 1 ließe sich erwidern, daß Salomon als Psalmist und Gnomendichter nicht derselben Ausdrucksweise sich bedienen konnte, deren er als Volkslehrer sich bedient $ daß er nicht ohne Absicht die in der Volkssprache einmal recipirten Fremdwörter aufnimmt, wie der Verfasser dies in der Einleitung zmn Hohenliede, S. 368 selbst anführt. ad 2 laßt sich erwidern. Nach Talmud Gittin, S. 68 und Midrasch ist die Annahme zu vermuthen, daß Salomo Kohelet in einem spätern Lebensalter verfaßte, und ist dies schon aus dem Inhalte ersichtlich, da dieftr oft einen Rückblick in die Vergangenheit des Verfassers enthält: daraus folgt leicht, daß der genußsatte König, dem kein Wunsch unbefriedigt geblieben,- in eine düstre Lebensanschauung verfallen konnte, indem die Erwartung eines Genusses immer mehr Lust als der Rückblick darauf gewahrt. — ad 3. Salomon konnte ganz füglich über Unterdrückung und Ungerechtigkeit Klage führen, ohne daß solche in seinem eignen Lande geherrscht haben müßte, er konnte dabei die Verwaltung anderer Länder im Sinne haben 5 vielleicht mochten ihm selbst auch nicht immer treue und gerechte Diener zu Gebote stehen, um seür Ideal von Volkswohl verwirklichen zu ijelfen. Es wäre demnach hier ebenso leicht gewesen, die Glaubwürdigkeit vom ersten Verse des ersten Kapitels im Kohelet als die der ganzen Chronik (S^ 598 cf.) gegen Angriffe zu behaupten. Möge das Werk dazu beitragen, daß die heilige Schrift mehr als bisher den Weg in das 5paus des Israeliten finde, um ihn wenigstens am Sabbat und an Festtagen mit dem Manna des göttlichen Wortes zu erquicken. Mögen die Worte unserer Propheten, heiligen Dichter und Sänger wieder das Herz auch des GewaMha'tigen begeistern und ihm die ewigen Quellen des Trostes und der häuslichen Erbauung eröffnen, damit der innige Glaube wieder heimisch werde in Israel. Lasch, Lehrer. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie Wische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [92] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen: ■pan als zweiter Th eil des Werkes Dibre Josef und selbst in zwei Abiheilungen zerfallend, nämlich theils eine vollständige Geographie des heiligen Landes, nebst Naturgeschichte und Alterthümer desselben, theils eine vollständige Geschichte des heiligen Landes (ctot n:n) bis aus die jetzige Zeit. Versaßt und gedruckt zu Jerusalem in der dortigen hebräischen Buchdruckerei im Jahre 1845 von Josef Schwarz. Preis 1 Thlu 6 Ngr. [93] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist von allen Buchhandlungen zu eryalt-m: Zneobson, Do. I. H., Katechetlschcr Leitfaden beim Unterricht in "der israel. Religion, mit einem Anhänge, enthaltend Bibelkunde. Zweite Auflage, brosch. Preis 2 Ngr. 20 Exemplare für 1 Thlr. 5 Ngr. — — 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Alters in Schule und Haus, brosch. Preis 10' Ngr. 20 C'rpl. fi'rr 5 Thlr. Mnnnn von Wt. Steinschneider. 184-6. brosch. 10 Ngr. Enthält: Nachbildungen jüdischer Poesie aus der Blüthenzeit jüdisch-arabischer Bildung. Tofefta zu Toharot, erklärt von R. Elija Wilna. Wilna, 4. g«b. 22 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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