Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 41 (13.10.1849)
- Date
- 1849-10-13
- Page
- Spalte 641-642 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iteralurblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 41 Leipzig, den 13. Oktober 1849. In h a 81. Studien. Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefus. Von Rabb. A. Treuenfels in Weilburg^ (Forts.) — Kritische Nach- und Dornenlese. Friedrichs merkwürdige Unwissenheit. Von Prof. E-n. (Forts.) — Literarische Miscellen. Zeittafel für die 70 bäb. Exiljahre. Von Dr. Fürst. — Aphorismen i>on Dr. Lewysohn. — Kritiken. Kurze Ueberft'chten. Jolowicz. Stier. Drechsler. Die Bibel von Dr. Herxheimer. Angez. v. Lasch in Halberstadt. —Ankündigungen. Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefus. Erster Artikel. (Fortsetzung.) Die Oeder'schen Annahmen werden sich später von selbst als nichtig erweisen; wir wenden uns also zu einer Kritik Eichhorn's. Daß seine Beweistheorie, trotz aller darauf verwandten Weitläufigkeit nicht vollständig ist, ergiebt sich Leicht. Wir können seine Kriterien stehen lassen (und damit wären die von Oeder angefochtenen Bücher gerettet) und halten uns nur an seine Rechnung. Bier Bücher hat Josefus gar nicht erwähnt, sie sind uns also a discretion hingegeben. — Von diesen sind die Sprüche in der Hauptstelle deutlich genug bezeichnet,^ Hiob wird wie Eichhorn mit Recht sagt, Niemand anfechten; auch das h. Lied scheint nicht fehlen zu können, da wir sonä keine,,vier Bücher" herausbringen; kann man aber nicht füglich Kohelet, über dessen Kanonicität noch Mischna (Eduj. 5, 3. Jadajim 3, 5) und Talmud (M>eg. 7 a) streiten, aus dem Kanon des Josefus streichen, dafür Hiob als viertes Buch setzen und die *3 doch herausbringen (wie Pndeaur); könnten wir nicht auch das h. 8.*° weg lassen, die Klagl. herübernehmen, und Ruth für sich zählen? Wir wenden uns zu einem neuen Hauptpunkte der Untersuchung. Gesetzt wiir geben Eichhorn seine Prämissen und Folgerungen inßgesammt zu, so gelangen wir zu dem Resultate, daß Josefus 2 4 Bücher, die den nnsrigen entsprechen, als kanonisch anerkannt; wer sagt uns aber, 16) Wenn Eichhorn sagt, sie seien nicht genannt, so hat er „den Wald vor Lauter Bäumen nicht gesehen." 20) Auf Abyt d'R. Nat. p. 1 gestützt. — daß sie mit unfern identisch sind? Freilich wird Niemand im Ernst auch nur vermuthen, daß Josefus ganz andere, jetzt also verlorene, von den unsrigen ganz abweichende heilige Schriften" gehabt haben sollte; specieller: daß ihm ein anderer Pentateuch oder "Jesaja Vorgelegen haben sollte als der „heut in unfern Händen befindliche"; aber je mehr wir an die jüngeren Bücher kommen, desto mehr will dieser Zweifel wenigstens berücksichtigt sein, und wenn wir also finden, daß Josefus offenbar ein Buch Esther oder Esra in seinem Kanon gehabt haben müsse, weil er die darin enthaltene Geschichte nacherzählt, so ist doch noch sehr fraglich, ob das nun unsere Bücher gleiches Namens gewesen sind, oder a p o k r y p h i s ch >e ähnlichen Inhalts. Wir werden sehen, daß diese Zweifel sehr begründet sind." Wir werden also die ganze Sache von vorn anfangen, eine neue Untersuchung und Beweisführung unternehmen und zuvörderst eine Grundlage dafür feststellen. müssen. Wir lassen hier die von Eichhorn hauptsächlich benutzten und urgirten Ausdrücke des Josefus über die einzelnen Bücher" 21) Von apokryphischeu und pseudepigraphischen Bücher einer- und zahlreichen Varianten in den kanonischen Büchern andererseits, wird hier abgesehen» 22) Es ist in der Lhat auffallend, daß der sonst so ängstlich-kritische Eichhorn diesen Punkt ganz übersehen hat. Zu dem B. Esra, Nehem. bemerkt er allerdings (§. 47 Note h), doch mischt Jos. auch einiges aus dem dritten B. Esra ein; aber dies regt ihn nicht zu weiterer Forschung an. 23) Eichhorn untersucht mit großer Gewissenhaftigkeit, ob auch die Bezeichnungen ciQ%ala ßLßlia) ß^ßllcc 'Eßgcdcov re. dieselbe Beweiskraft haben, wie expcxl ßlßloi 2C. und theilt diese Bezeichnungen in Klassen, als ob Jos. „censui'asu im Sinne des Tr ident mu m's hätte austheilen wollen,— 41