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Der Orient · 1849-09-01 · Heft 35 (1.9.1849) · p. Seite 160

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 35 (1.9.1849)
Date
1849-09-01
Page
Seite 160 (sequence 7)
Language
German
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160 «mnque amabis quasi fc,e ipsum; peregmii enim fuistis in fcerra Aegypti (Cet). 19, 33 unb 34). 4) Judicium facifc pupilio et viduaediligit advenam, eique dat victum atque vcsiitum. Et vos ergo dili- , gite advenam, quia et ipsi fuistis advenae in terra Aegypti (Deut. 10, 18 und 19). Außerdem eiterten sie noch Deut. 24, 19 und 26, 1125 u. s. w. — Leszyk, war höchst zufrieden und entließ die jüd. Abgeordneten mit dem Bescheide, er werde zuvor über ihre Angelegenheit mitseinen Priestern im Tempel seiner Götter zu Zrathe gehen und ihnen alsdann seinen bestimmten Entschluß schon mitlheilen. Drei Tage darauf wurde die Deputation wieder zum Könige gerufen, der ihr nun eröffnete, daß er eine Nation, wie die der Israeliten, nur mit großem Vergnügen in sein Reich aufnehmen werde; was jedoch den Punkt der Kolonisation betreffe, so könne er aus gewissen Ursachen den Israeliten keine abgesonderte Kolonien einräumen; es sei ihnen aber gestattet, überall, wo sie sich niedcrlaffen wollen, den Acker zu bebauen, Viehzucht zu treiben, oder ihre Künste und Gewerbe fortzusetzen. ^Nachdem sich die Deputation dem edlen Fürsten zu Füssen geworfen und ihm, wie seinen Ra'then in rührenden Worten ihren innigsten Dank /ausgedrückt hatte, eilte sie von Freude beseelt nach Deutschland zurück, um den in Ungeduld harrenden Brüdern die fröhliche, Kunde von dem glücklichen Ausgang ihrer Mission so schnell als möglich darzubringen. Mit dieser Botschaft war das Leben eingekehrt in Juda's Hütten; die Klage verstummt« auf den Lippen, die Thräne schwand von der Wimper, dir Falte von der Stirn — es war Alles, Alles anders geworden. Denn Leid hatte sich in Freud', Schmerz in Hoffnung, Kummer in Trost verwandelt. Bei solchen Schicksals-Metamorphosen ist es am besten, die-, Feder inne zu halten und den Leser selbst denken zu lassen. Wir thun es auch.- Ein Jahr darauf, also 4654,26 zog eine große Schaar Israeliten aus Deutschland in Polen ein. Die orientalische Tracht dieser Fremdlinge erregte hier großes Aussehen; Alles drängte sich um die Einwandernden, um sie von Kopf bis Fuß zu begaffen / ja sie sollen sogar von den abergläubischen Polen Anfangs für Kreaturen einer ganz andern Welt gehalten . worden sein. — Uebercrll, wohin die Juden kamen, wurde das Eigenthü'mliche ihres Wesens und ihres Treibens 25) Deut. 24, 19 handelt von einer auf deyr Felde zurückgelassenen Garbe, die dem Fremdling ebensogut, wie dem einheimischen Armen gehören soll. — Deut. 26, 11 gebietet, an den Freuden der Erndte auch den Fremdling Theil nehmen zu lassen. 26) b. i. 894. Siehe Anrn. 20. Verlag von C. L. Fritz s ch e» mit Aufmerksamkeit, ja oft mit großem Erstaunen beobach.. tet; überall kam man ihnen sanftmüthig und dienstfertig entgegen; überall fanden sie gastfreundschaftliche Aufnahme. Elf Jahre später (466s oder 905) wurde den Juden in Polen ein Pr i v i le giu m ertheilt, worin ihnen 1) freie Ansiedelung, 2t freie Religionsübung,^ 3) eine eigene Gerichtsbarkeit für Israeliten, 4) unbeschränkter Genuß des Verkehrs und der Gewerbe, Zweige j 5) die Unabhängigkeit von den Rittern (Magnaten) und endlich 6) ein kräftiger Schutz gegen feindliche Anfälle, eingeräumt worden.^ Zufolge diesen Koncossionen erbauten die Juden Hauser, betrieben sie Ackerbau, so wie alle Arten von Gewerben, Künsten und Handwerken, und vergaßen nach und nach des Schmerzes und der Leiden entflohener Zeiren./o — 27) Richtiger K u l t u sü b u n g. — Zu Gnesen und Witkowd sollen damals schon Synagogen erbaut worden sein (Posener Provinzialblätter. Jahrg. 1845). 28) Das war das größte Glück der Juden in Polen, daß sie nicht zu Leibeigenen des Ritlerstandes gemacht wurden. Bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts gab es in Polen nur 3 Stände, nämlich: Adelige (Ritter) , Sklaven (Leibeigene) und Juden. Kasimir der Große, der 1333 zur Regierung gelangte, gründete den Bürgerftand. — 29) Herb. Hist. Pol. 51. — Nach Phyl. soll dieses Privilegium schon 1049 (zur Zeit des Krieges der Polen mit den franko Kaisern) verloren gegangen sein. -30) Doch dieser glückliche Zustand der Juden dauerte nur so lange, als die Polen Heiden blieben. Sobald diese unter Micczyslaus 1. (964—999) angcfangen hatten, das /Christenthum anzunehmen, trübte sich der Himmel der Juden immer mehr, bis er endlich wieder ganz finster wurde. — Auf diese Katastrophe wollen wir in unserm nächsten Aufsatz zurückkommen. Personalchronik und Miscellen. Kö n i g s b er g. Dr. S a a l sch ü tz,. unser beliebter Prediger, hat sich an der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität den 21. März habilitirt. Er hielt im Auditorium maximum eine öffentliche Vorlesung über Hieroglyphen- Entziffkrung und lud dazu ein mit einer werthvollen Schrift die den Titel führt: zur Kritik M a n e t h o 's t nebst einer Beilage: Hermapions Obelisken - Inschrift (Königsb., 1849, 8.). Dieses Schriftchen edirte Hr. S. als 2. Abth. seiner früher» Schrift: Forschungen auf dem Gebiete der hebräische egyptischen Archäologie. Dmck von J<H. Nage^

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