Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- Seite 157 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Studien unö Kritiken Zehnte Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Tblr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, Zwei Bogen, und zwar an jedem S onnabend regelmäßig. Leipzig, den 1. September 1840. Inhal t. Stellung der Genossenschaft für Reform im Iudenthirrn zur jüdischen Gemeinde in Berlin. (Forts.) — Deut schland 's vereinigte S 1 a a t e n A u s V o r p o mm e r n. Travestie des 137. Ps. Hradischer Kreis. Heirathsangelegenheit. — Ungarn. Anetdote eines jüdischen Freiwilligen. — Großbritannien. London. Rothschild. Die Stimmung für Ungarn. — Polen und Rußland Russische Maßregeln. — Beitrag zur Geschichte der Juden in Polen, von L. Weyl. lSchluß.) — Personalchronik und Miscellen. Königsberg. — LB. d. Or. Stellung der Genossenschaft für Reform im Judenthum zur Mischen Gemeinde in Becün. (Fortsetzung.) Hier aber begegnete der Gemeindevorstand einem so entschiedenen und so starren Widerstand gegen seine Anträge, einem so bestimmten Entschluß, in keiner Weise auf Unterhandlungen mit der Genossenschaft einzugehen, oder gar eine Berechtigung derselben innerhalb der Gemeinde anzuerkennen, daß derselbe sich veranlaßt fand, vorerst von der Ausführung seiner Absichten ganz abzuftehen und die Entwicklung der Gemeindeangklegenheiten ihrem eignen Schicksale zu überlassen. Es stand uns nicht zu, zu beurtdeilcn, ob jene Männer, welche von dem Gemeindevorstande zu jenen Berathungen zugezogen wurden, auch in Wahrheit die Ansicht der Mehrheit von denen vertreten haben, welche innerhalb der Gemeinde nicht der Genossenschaft angehoren, oder ob vielleicht jener Versuch des Vorstandes grade darum scheiterte, weil sich derselbe zunächst der Hauptgegner der Genossenschaft für seine Absicht versichern wollte; es lag uns nicht ob, zu beurteilen, ob jene Männer des Rathes, vielleicht noch die Bestimmungen des Judenedikts von 1750 aufrecht erhalten wollten, um die Mitglieder der Genossenschaft zur.Beisteuer für die Gemeindebedürfniffe zu zwingen, ohne ihnen dafür irgend ein Recht innerhalb derselben ein räumen zu dürfen, oder ob sie dieselben vielmehr zu einer vollständigen Trennung von dem Gemeindeverbande genölhigt sehen wollten; es lag uns nicht ob zu beurtheilen, ob der Gemeindevorstand nicht allzulange eine falsche ungerechte Stellung gegen die Genossenschaft behauptet hatte, um jetzt, nachdem er selbst zu einer billigem Berücksichtigung ihrer Ansprüche gelangt war, eine gleiche Gesinnung bei denen erwarten zu können, die er bis jetzt als die allein Berechtigten angesehen und behandelt hatte. Wir hatten vielmehr lediglich auf die Thatsache Rücksicht zu nehmen, daß unsere Verhandlungen mit -dem Gemeindevorstande wieder plötzlich abgebrochen wurden, daß unsere Bemühungen, eine friedliche Ausgleichung unserer Differenzen mit der Gemeinde herbeizuführen abermals vergebstch gewesen waren. Wer mochte es leugnen, daß uns nun nichts übrig blieb, als nach Kräften für die Erhaltung und Regulirung unserer eignen Angelegenheiten Sorge zu tragen und gleich dem Gemeindevorstande abzuwarten, in welcher Weise die Angelegenheit der Gesammtgemeinde sich gestalten, und uns die Betheiligung an der Reorganisation derselben möglich sein würde. In Berücksichtigung dieser'unzweideutigen Lage der Verhältnisse legten die Bevollmächtigten unterm 4. Juni v. I einer General-Versammlung den Antrag vor, daß die Mitglieder der Genossenschaft b is zur Vereinbarung mit der alten Gemeinde, die derselben bisher entrichteten Beiträge zu Händen der Bevollmächtigten zahlen möchten, dqmit diese die betreffende Summe im Interesse der Genossenschaft verwenden möge. Der Antrag wurde angenommen und zur Ausführung gebracht. Demgemäß ist von dem größten Theil der Genossenschaftsmitglieder die Zahlung von Beiträgen zu den Bedürfnissen der Gesamintgemeinde einstweilen sistirt worden, um 35