Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1849)
- Date
- 1849-08-04
- Page
- Seite 141 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lblr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid.Buchband-, langen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Herausgegeben von Jahrgang. Literatur. — Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt nntgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. & 31. Leipzig, den 4 August 184». .... .. e # Inhalt.- Deutschlari d 's vereinigte Staaten Aus Mahren. Das Komito für eine jüd. Gemeindeordnung. Lehrerversammluag, Die jüd. Lehrer in Loschitz und Aussee. Aus dem Netzdiftrikt. Das Schulwesen im GH. Posen. Von der Küddow. Die'Christlichkeit als Merkmal. Hamburg. Extravaganzen gewisser Mitglieder der konst. Versammlung. — Beitrag zur Geschichte der Juden in Polen, von L. Weyl. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Aus Mahren, im Juli. Das Konnte zur Berathnilg der neuen jüdischen Gemeindeorduuug ist sehr thätig und soll bereits nächsten Monat mit ihren Operatcn fertig werden. Es hat das Konnte hierin eine schwere Aufgabe, da ihm noch der Boden fehlt, worauf es das neue Gebäude aufführen soll. Die neue längst erlassene Gemeindeverfassnng ist wie alle diese Erlasse noch nicht ins Leben getreten. Das Gesetz über Schule und Unterricht wird noch lange ans sich warten lassen, und es ist darum schwierig Entwürfe zu machen, da sie die nächste Zukunft wiederum unpraktisch machen kann. Doch sind die Vorarbeiten wenigstens als Provisorium nicht überflüssig, denn wer vermag es abzusehen, wenn die staatlichen Verhältnisse Oesterreichs einmal geordnet sein werden! — Auch die jüdischen Lehrer haben eine Versammlung ausgeschrieben, die aber von dem geachtoteren Theile nicht besucht worden, weil die Anreger derselben kein Vertrauen einznflößen scheinen. Ein Zug möge sie charakteristren. Als im vorigen Jahre, als der Reichstag tagte, eine Leserversammlung zur Entwertung einer Petition wegen Trennung der Schule von der Kirche, abgehalren wurde, waren eS zwei jüdische Lehrer, dke Hrn. Goldschmied und Jaboda in Loschitz und Anssee, welche sich als Kämpen der Pfaffen aufwarfen und mit ihren Gleichgesinnten eine Gcgenpetition entwerfen wollten. Hort! hört! Der gcsinnnngsvotle Redakteur des Brunner Schnlblattes hat sie damals derb znrechtgewicsen, wie sie es verdient haben. Was konnten nun die Lehrer von solchen Anregern erwarten? Aus dem Netzdiftrikt, im Juli. Das jüdische Schulwesen im Großherzogthum Posen hat zwar noch niemals geblüht; doch war es um dasselbe auch noch nie so arg bestellt gewesen, als dies jetzt der Fall ist. Sind durch das Jahr 1848 auch alle Bande gelockert, alle Vereine und Institutionen erschüttert worden, so ist und bleibt es doch die Schule, die jüdische Schule, welche unter dem Sturme der Ereignisse am meisten gelitten. Sie werden bei im§ nur wenige Gemeinden finden, wo nicht in diesem, oder im vorigen Jahre die Idee aufgetancht, die Schule aufzulösen,- den oder die Lehrer zu verabschieden und die Sorge für die weitere Erziehung und Ausbildung der Kinder, deren Eltern und Vormünder anheim zu geben. — Und wenn gleich dergleichen Pläne, den Behörden gegenüber, sich immer leichter entwerfen, als anSsnhren lassen, so ist und bleibt es doch immer traurig genug, zu sehen, daß solche inhumane und unpraktische Ideen in den Gemeinden Israels gar auftanchen, daselbst Wurzel fassen und von Vielen für gut und praktisch gehalten werden können. — Es ist wahr, es ist bis jetzt noch keine Schule aufgelöst, bis jetzt noch kein Lehrer fortgeschickt worden — weil — nun weil das die Regierung nicht zugeben würde. — Käme es aber auf die Gemeinden, käme es auf die Herren Vorsteher an, o wie viele jüd. Lehrer würden jetzt schon brodlind obdachlos in der Welt nmherirren! o wie viel Hunderte von armen Kindern würden sich jetzt ans den Straßen und Plätzen herumtreiben und da ihre Eltern für sie nicht sorgen kön- 31