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Der Orient · 1849-07-28 · 30 (28.7.1849) · p. Spalte 479-480

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
30 (28.7.1849)
Date
1849-07-28
Page
Spalte 479-480 (sequence 8)
Language
German
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479 Ankündigungen. 480 DJ&D O’rpN. Der Name Bileam erhält hiermit eine Collekrivbedeutung. Er ift 2) der Repräsentant der heidnischen Philosophie, und die Lehren Epikur'6 werden auf ihn übertragen. Bereschit Rabba, K. 65 s noy 'ni “|1JQ P DJP33!'O1!3!^'S; daselbst, K. 63- O'UN bw 030 DJ)b3; Schemvl Rabba 3t: ip-> r,Q3N L" ,11 ftby?b\ Wajikra Rabba, K. 5: 011^3 yrflN Oflb33 D3n '13 DHDIN ll'33NV!31 l3'3V1'. Alle jene, welche der Sinnlichkeit, dem Genüge des Lebens sich Hingaben, werden als seine Anhänger, betrachtet.. Daher im N. $£. der Name Nicolaiten, der nach Hermann, Münscher, Eichhorn und Ewald soviel als Bileamiten bedeutet, von venäv %m lädv=: oy Apoc. iJ, 6. 15. Judas7—11. 2 Petr. 2, 15—19. Siehe V. 17: „Diese sind wasierleere Quellen und vom Sturmwinde gejagte Nebel; ihnen ist das Dunkel-der Finsterniß in Ewigkeit aufbehalten." Er ist 3] Repräsentant aller Ketzer überhaupt, und er bildet in dieser Beziehung den Gegensatz zu Abraham, der die Rechtgläubigen repräsentict. Es werden daher Alle, welche — wie die Zaddukäer — die Unsterblichkeit läugnen, und dm Schauplatz menschlicher Thätigkeit dlos auf diese Erde beschränken, zu seinen Jüngern (Qy^ri ’TD^n) gezahlt werden. Daher in Pirke Aböl V, 22 die Kategorien der Jünger Abrahams,und Bileam'ö, welche Letztere auch im N. T. bekämpft werden und denen auch dort dasnncy zugetheilt wird. Die Jünger Abraham's speciell sind in jener Mischna die Effäer, welche, wie Josefus berichtet, mäßig im Genüsse wa- . reu, lange lebten und ihren Geist für unsterblich hielten (nnyn pbmn tnjn pfeiN), während die Jünger Bileam's durch übermäßigen sinnlichen Genuß nicht lange leben, d. h. n>TP — Nun könnte man durch die StelleSynhedrin, 106: rro rpfD '*n DybDI rPDjPJD 'b "»Tn nnb dpud fr*n^ biap—d >vn^n öj/ba ]'W nbm pnbn -o JTNDob zur Annahme sich verleiten lassen, als habe es je eine Schrift über Bileam gegeben; die Sache verhält sich aber ganz einfach. Raschi zu Pirke Abot V, 22 hat die Lesart: Dyto *np hy Dins iTHl.' Entweder ist nun wirklich die richtigere Lesart sybz "13p, oder Raschi kommentirt blos das Wort ,1'vp^O, ^as in der Tbat nie Buch, sondern Tafel bedeutet, wie das griechische itivec's.. Es kann daher unter rpüpJD die Grabschrift Bileam's gemeint sein. Pirke Abot 111, 20 ist oplO auch nur eine Schreibetafel, kein Buch, wie Raschi richtig kommnuirt: HDinO mb D rpyiSO. — Die besten Analogien, wie ein Name zum Repräsentanten einer ganzen Geistesrichtung gestempelt wird, findet man bei den Arabern, deren Geistesverfassung ganz mit der jüdischen übereinstimmt^ Ad. Jellinek. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile , oder deren Raum ausgenommen. [63] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig sind folgende neu erschienene Schriften zu beziehen: H. Chajes, N3'3 ’-idn idnq, Abhandlungen über Hagad a, Jcruschalmi, die Tar; gumim, Raschi und Bal - Kvl. Zolkicw, 1849,. 4. 27 Ngr. -niNjp nrm Abhandlungen über Kultusuud Ritusftagcn mit Berücksichtigung der Rcformbcstrcl'ungcn in Deutschland. Zolkicw, 1849. 4. 18 Rgr. D. H. Jovi, Rabbiner in Schwerscuz, um Vinio, die Religionsphilosophie des Sohar und ihr Verhältniß zur allgemeinen jüdischen Theologie. Zugleich eine kritische Beleuchtung der Fr anck'scheu „Kabbala". Leipzig/ 1849, 8. 2 Thlr. Wir machen die Gelehrten auf diese neuen Schriften, als auf di-e wichtigsten, die in der neuesten Zeit erschienen sind, besonders aufmerksam. {64] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: Debarim Attikim. ii. Enthält: 1) Fragment eines alten hebräischen Bücher- und Autoren - Verzeichnisses. 2) Kebuzat Kesef, Katalog der von Josef Jbn- Caspe verfaßten Schriften, von ihm selbst angcfertigt. 3) Melechet Sch'lowo, Proben ans Josef Jbn- CaSpe's Schriften. Von S. Werbüttler. (Nach Handschriften auf der k. Bibliothek zu München.) 4) Sefat Chachamim, oder Erklärung der in dm Tatmuden, Targumim.und Midraschim vorkcmrnenden persischen und arabischen Wörter. Von AL. Jellinek. Herausgegeben von I. Denjerkob. Brosch. Preis 15 Ngr. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.

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