Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 29 (21.7.1849)
- Date
- 1849-07-21
- Page
- Spalte 449-450 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meratirrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 29. Leipzig, den 21. Juli 184«. Inhalt. Studien. Die Schatze der hebräischen Literatur in London. Von L. Dukes. — Die Luden in Spanien unter den Westgothen. Von Dr. Fürst. — Gnosticismen und Antignosticismen. Von Ad. JeLlinek. ^Fortsetzung.) — Kurze Uebersichten. Würtmb. Gesangbuch. DoUinger. v. Pratobevera. Graßl. Katalog. — Ankündigungen. Die Schätze der hebräischen Literatur in London» Von Leop. Dukes. London besitzt schöne öffentliche Sammlungen für die hebräische Literatur/ die Hauptsammlungen sind: 1. das bri t c t sche M u se u m und LI. das B et h a- Mid ra sch. Wir beginnen zuerst mit der kleinern Sammlung, nämlich mit der des emon nn* Diese Sammlung, fammtlich aus dem Nachlasse des letztverstorbentn Rabbiners daselbst, welche sehr schätzbare gedruckte . 1) Von Privatsammlungen bei Juden außer Hrn. Dr. Adler sind zu nennen: a) Die Sammlung des seligen Mair Josef. Derselbe sammelte seit 50 Zähren bis zu seinem Lode, alles Neue, welches erschienen ist. Derselbe hatte auch einen Briefwechsel mit deutschen Gelehrten. Der Sohn desselben, seines Vaters würdig, dem diese Sammlung zugefallen ist, gedenkt sie später öffentlich aufzustellen. Wir werden über diesen ehrwürdigen Mann, welchen wir nur 6 Wochen das Vergnügen hatten persönlich zu kennen, in diesen Blättern einige Mittheilungen machen. Derselbe ist ein wirklicher Verlust für London und dürfte nicht sobald zu ersetzen feitu b') Die Sammlung des Hrn. Harm. Gued aller aus der portugiesischen Gemeinde. Derselbe besitzt schöne spanische Sachen, einige gute alte Editionen hebräischer Werke, und einige sehr werthvolle handschriftliche Ritualien, welche derselbe uns bereitwilligst geliehen hat zur Durchsicht, wofür wir demselben hier bestens danken. Derselbe gehört zu den wenigen Männern in London, welche für hebräische Literatur den Sinn bewahrt haben. Sachen hat, hat auch gegen 80—90 Handschriften, wovon aber jedoch die meisten kabbalistischen Inhalts sind, und also nicht viel Werth haben. Von den guten Handschriften, welche dasselbe besitzt, ist ein handschriftlicher Tachkemoni auf Pergament zu nennen, und einige andere Sachen. Das Wichtigste ist unbedingt das ->r>q nnp von Menach em M er i, ein Buch, welches eben so schätzbar als selten ist; es besitzt es unsers Wissens keine öffentliche Bibliothek in Europa und welches wir bereits in dem Vorworte unseres miDßil Dl&ilp erwähnt haben. Ich freute mich sehr es zu finden, da ich es früher in Amsterdam bei Hrn. Hirsch Lehren nur sehr flüchtig gesehen habe. Ich wollte auch Auszüge für dieses Blatt senden, damit Ihre Leser ihre Kenntnisse in der hebr. Literaturgeschichte erweitern. Ich unterlasse es aber. Fragen mich die Leser aber nach der Ursache meines Unterlassens, so muß ich eine Antwort geben, über welche das ganze gelehrte Deutschland sich vielleicht wird, „wundern", aber es ist nicht der rechte Ausdruck; ich sollte lieber sagen, ganz Deutschland wird h e l l a u fl a ch e n. Ich schicke Ihnen deshalb keine Auszüge, weil ich es nicht gesehen habe. Wie? Sie haben es nicht gesehen, fragen die Leser? Sie pflegen doch seltene Handschriften nicht tauge ungelesen zu lassen? Hören Sie die Ursache, und Sie werden la^en. Der Vorsteher, welcher den Schlüssel zu den Handschriften des EH"iDn ffO hat, w a r verreist und hat den Schlüssel mit sich gehabt. Haben sie meine Leser je so etwas gehört? Bedankt man, daß die Pariser, Londoner und Oxford er Bibliothek täglich 5 — 7 Stunden dem Publikum geöffnet ist, während das tjrnDn D’D nur 2 Stunden offen ist, welches für London, wo die Wege so weit sind, so viel wie nichts ist, so kann man nur lachen — aber dies Lachen ist mit der tiefsten Verachtung gepaart— daß der Vorsicher die Schlüssel der Manuskripte gar mit sich 29