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Der Orient · 1849-07-14 · 28 (14.7.1849) · p. Spalte 447-448

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
28 (14.7.1849)
Date
1849-07-14
Page
Spalte 447-448 (sequence 8)
Language
German
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447 Ankündigungen. 448 den Keim des Todes trägt die Kritik in sich; belebend ist der Strom der geschichtlichen Formation, matt und abgelebt ist der Satz, der aus dem SchmelztiegeL der Kritik hervorgeht. Der Protestantismus wie das Karäerthum, welche beide das Prinzip der Tradition verwerfen, arten in eine Starrheit der Begriffe aus, oder führen den Todeskeim gleich in ihrer Entstehung mit sich. Die Urjuden und Urchristen sind wie die Urmenschen, welche Rousseau bilden wollte. Wer bei dem P fing st- und Neujahrsfest die hypothetisch gefundene Idee des Mosaismus zum Maaßstabe für das Leben erheben will, der lasse auch Altäre errichten, um die vorgeschriebenen Opfer darzubringen, der gebe uns auch unsere nationalen Priester wieder. Die Idee des Pfingstfestes als die Feier des Eintritts des Göttlichen in das Bewußtsein der Menschheit, das Moment des Neujahrsfestes als Feier der richtenden Vorsehung — beide sind lebendig und lebenskräftig im Bewußtsein der Gemeinde und haben vor der ursprünglichen Bedeutung auch den Vorzug des Univ er sa li smu s. Während das Pfingstfest ursprünglich lokal und das Neujahrsest temporär.ist, hat dieTrad ition, d. h. das unmittelbare lebendige Bewußtsein der Gemeinde beide Feste auf einen universellen Standpunkt erhoben und sie in Ideen umgesetzt, welche die gesummte Menschheit bewegen. Oder verdienen die Ideen: Eintritt des Göttlichen in das menschliche Bewußtsein, richtende und regierende Vorsehung nicht den Vorzug vor einer Feier des Bodens durch die Erstlinge und einem Fest der Zeit durch die Wendung des Jahres? Die Festgebete heben mit Recht das universelle Moment hervor, da der Fortschritt in der religiösen Entwickelung darin besteht, daß man von dem Nationalen, Lokalen, Temporären, Partikularen und Individuellen zu dem Allgemeinmenschlichen, Universellen, Ewigen und AUgemeingültigen sortschreitet. Die Bilder vom „Buche^, „Zählen", „Wiegend u. s. w. sind ja eben nur poetische Bilder, Momente der Kunst, welche die Idee menschlich gestalten. Auch die Idee der „Weltschöpfung" ist universell und schafft aus dem angenommenen Punkt — das Jahr die Totalität der Zeit überhaupt. Mit einem Worte, der Kanon des Volkslehrers ist die geschichtliche Formation, nicht das Prius der Kritik. Die Lebensfähigkeit einer Religion besteht ja eben darin, daß sie im Stande ist, neue Formen zu gebären, um die ewigen Ideen zur Erscheinung zu bringen. Uebrigens träumte die jüdische und die christliche Gnosis auch von einem Urjudenthum des Adam, dessen lederne Kleidung unserm Gcschmacke doch nicht zusagen würde. Ad. Jellinek. Curwsum. Jetzt wo ein Arme rin zu den Verwaltern und Vorstehern Roms gehört, erlaube ich mir als ein Curiosum aus die Uebersetzung des Ionatan (Deut. 34, 3 und Ies. 1!, 4), wo NyiEn dA'CTUV eine große Rolle spielt, aufmerksam zu machen, so wie überhaupt auf die (nach Fürst in Emunot tt. S. 434 Anm.) bereits im Jahre 800 durch Seser Serubabel, Midrasch Wajoscha und hauptsächlich im Abkat Nochel weit verbreitetenArmilos-Sage. Darin stimmt in all diesen Werken die Sage überein, daß Qib'CnN üon Nom ausgeht, und dort seinen Ursprung habe. Nach Philipp d'Aquine soll der Name Ar milos das griechische Wort SQSfLÖlaog , V o l k ßzer st o r e r, bedeuten, ist das Zufall? Genug jedenfalls um ein Curiosum zu bilden. E. Wehli. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichtt und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [60] Von C. L. Fritz sch e in Leipzig ist von jetzt ab zu beziehen; rjDbnuawm F)CO Die Kommen, tare von Joseph Kaspi, einen Grammatiker und Philosophen aus dem 13. Jahrhundert, zu Dalalat al Haiirin, von Moses Maim u n i. Nach den Hcmdschristcn der köm'gl. Bibl. zu München und der Stadtbibliothek zu Leipzig nebst verschiedenen Verbesserungen und Zusätzen von *. Herausgegeben von Sal. Werbluner. brosch. Frankfurt a. M. 1848. Preis 1 Thlr. O'ht'Id rnirv Die israelitische Bibel, in korrekten hebräischen Texte, mit worttreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung und erbaulichen homiletisch benutzbaren Andeutungen, hcrausgcg. vom Landes-Nabbincr Sal. Herxheimer. 4 Bände. Berlin, 1841 —1848. Preis 7 Thlr. Preis für den Pentateuch allein 2 Thlr. 15 Sgr. Preis für dir übrigen Bücher 4 Thlr. 15 Sgr. Forschungen über die Ucberschristen der Psalmen. Dazu Erläuterungen der Gottcsnamen, der poetischen Formen in den Psalmen, Auslegungen schwieriger Stellen der althcbräischcii Poesie und ein ergänzender Anhang. Von Hartwig Philip? Mve in Aarhus. Mit einem Vorwort von D-> Julius Fürst, brosch. Preis 24 Ngr. Verlag von C. 8. Frjtzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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